aktualisiert: 27.12.2010 17:53 Uhr
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GLASOFEN
Sonntags geht's zum Schafkopfen
Karl Hepp feiert seinen 100. Geburtstag
(maha) Als der Glasofener Karl Hepp heute vor 100 Jahren geboren wurde, herrschte in Berlin Kaiser Wilhelm II. und in München versah Prinzregent Luitpold von Bayern die Amtsgeschäfte des geisteskranken bayerischen Königs Otto I. In Berlin demonstrierte man in diesem Jahr gegen das Dreiklassenwahlrecht in Preußen und das Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“ trat in Deutschland seinen Siegeszug an.
Mit dem Geburtsjahr 1910 hat Karl Hepp nahezu das ganze 20. Jahrhundert mit seinen zwei Weltkriegen und riesigen Umbrüchen miterlebt. Der Jubilar wurde in eine Familie mit der damals üblichen Landwirtschaft geboren. Seine Mutter führte im damals noch selbstständigen Dorf Glasofen einen Kolonialwarenhandel und diesen hat Hepp später im Grunde bis 1997 als kleinen Einkaufsladen im Ort auch weitergeführt.
Er arbeitete überdies in der Landwirtschaft und im Winter im Wald, wie dies damals nahe dem Spessart durchaus üblich war. 1937 heiratete Karl Hepp seine ebenfalls aus Glasofen stammende Frau Elisa, geborene Straus. Dem Ehepaar wurden zwei Söhne geboren. Der Jubilar kann sich heute über eine große Familie mit sechs Enkeln und acht Urenkeln freuen. Sein Frau Elisa Hepp starb allerdings schon im Jahr 1992.
Einen tiefen Einschnitt bereitete der Zweite Weltkrieg für das Leben des Glasofeners. Als Soldat musste er 1940 seine Heimat verlassen und sein Weg führte ihn nach Frankreich, Russland und Rumänien. In Österreich geriet er in Kriegsgefangenschaft, konnte aber noch vor der Ernte des Jahres 1945 im Juli nach Hause zurückkehren.
Rechner der Raiffeisenbank
Viele Jahre war Hepp als Rechner bei der Raiffeisenbank tätig und hielt „Kassenstunden“ ab. Bei der Glasofener Feuerwehr ist er Ehrenmitglied. Seit vielen Jahrzehnten gehört er dem Gesangverein an und als geselliger Mensch hat er sich auch gerne den Köhlern angeschlossen. 18 Jahre lang war Karl Hepp Mitglied des Gemeinderats von Glasofen.
Die Frage, wie man es schafft, so alt zu werden und dabei geistig und körperlich trotz gelegentlicher gesundheitlicher Krisen so fit zu sein, lässt der Jubilar offen. Ein Rezept dafür habe er nicht. Da war zum einen ein arbeitsreiches Leben, aber sonderlich gesund ernährt habe er sich eigentlich nicht, meint der Jubilar. Er esse und trinke eigentlich, was ihm schmecke. Salat gehöre da nicht unbedingt dazu, schmunzelt der Hundertjährige. Lieber sei ihm da sein tägliches Gläschen Bier.
Wer glaubt, dass man mit 100 Jahren nur noch daheim sitze und vor sich hindämmere, den belehrt Hepp gerne eines Besseren. Er ist informiert über den Alltag, liest beispielsweise deshalb gerne seine Tageszeitung. Sonntags kann man den Hundertjährigen nachmittags regelmäßig im Glasofener Gasthaus „Zur Sonne“ antreffen, dann kommt nämlich seine Kartenrunde dort zum Schafkopfspielen zusammen, dem der Jubilar mit großer Leidenschaft frönt.

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