publiziert: 03.02.2012 16:28 Uhr
aktualisiert: 03.02.2012 16:33 Uhr
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Streit um Personal und Finanzen

Kassiererin Heidemann-Felder nennt Gründe für Bruch im Vorstand des Kindergartenvereins
  • Turbulente Tage: Beim Streit im Vorstand des Wombacher Kindergartenvereins wirft Kassenführerin Enid Heidemann-Felder der Vorsitzenden Geldverschwendung und Rufschädigung vor. Im Bild der Kindergarten St. Franziskus, der vom Kindergartenverein getragen wird.
    Foto: DEHM
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Hinter dem bei der Jahresversammlung am Montag zu Tage getretenen Zwist im Vorstand des Wombacher Kindergartenvereins stecken womöglich nicht nur persönliche Gründe. Wie aus einer der Redaktion zugesandten Stellungnahme der Kassenführerin Enid Heidemann-Felder hervorgeht, gibt es im Vorstand Meinungsverschiedenheiten über den Einsatz von Geld und Personal.

Heidemann-Felder wirft der im März 2011 ins Amt gekommenen Vereinsvorsitzenden Barbara Heilig vor, die Betriebskosten des Kindergartens durch gesteigerten Personaleinsatz in kurzer Zeit von einem soliden Plus in ein deutliches Minus getrieben zu haben.

Heilig habe im Juli 2011 von ihr die Verwaltung der Buchungszeiten und Planung des Personaleinsatzes übernommen, so die Kassenführerin des Vereins. Das bis Ende August laufende Kindergartenjahr habe der Wombacher Hort noch mit einem Plus von 14 000 Euro abgeschlossen. Danach, so der Vorwurf, seien durch den von Heilig propagierten neuen Kurs die Personalkosten „eklatant gestiegen“. Dabei habe sie als Kassiererin die Vorsitzende immer wieder darauf hingewiesen, welche Kosten jede Personalentscheidung verursache. „Leider vergeblich“, so Heidemann Felder.

Die Personalkosten seien mit bis zu 90 Prozent der wichtigste Posten im Budget des Kindergartenbetriebs. „Von ihm hängt das Geschick des Kindergartens ab“, so Heidemann-Felder. Aus diesem Grund sei es seit Gründung des Kindergartens Aufgabe des Kassiers gewesen, unter Berücksichtigung der Belange von Kindern, Personal und Budget für den Vorstand Entscheidungsvorlagen zum Personaleinsatz auszuarbeiten.

Nachdem Heilig die Planung übernommen habe, sei aus dem Plus im Kindergartenbetrieb Ende August bis zum Jahresende 2011 ein Minus von 41 500 Euro geworden. Die Vereinsvorsitzende verfahre offenbar nach der Devise, „dass die Stadt das Defizit schon tragen wird“, so Heidemann-Felder gegenüber der Redaktion.

Die Zahl der in Kindergärten benötigten Mitarbeiterinnen berechnet sich nach gesetzlichen Bestimmungen anhand der Stunden, die Eltern für ihre Kinder buchen. Der Personalschlüssel lässt den Kindergartenträgern jedoch einen gewissen Spielraum. Seit Jahren habe sich der Kindergartenverein innerhalb dieses Spielraums an „einem guten Durchschnitt“ und an den Vorgaben der Stadt orientiert, so Heidemann-Felder. Sie sagt: „Es war immer genug Personal da.“ Unter der neuen Vorsitzenden sei der Personaleinsatz jedoch spürbar gestiegen, unter anderem deshalb, weil bei Krankheitsfällen die Stundenzahl vorhandener Mitarbeiter aufgestockt wurde.

Heidemann-Felder kritisiert auch, dass der Personaleinsatz oft unkoordiniert sei. Mitunter kümmerten sich am Nachmittag vier Mitarbeiterinnen um nur sieben oder acht Kinder. Grund: Die Vorsitzende sei nicht bereit, etwas an gewohnten Dienstzeiten des Personals zu ändern.

Auch über das Bestreben Heiligs, im Wombacher Kindergarten eine zweite Gruppe für Kinder unter zwei Jahren einzurichten, schüttelt Heidemann-Felder den Kopf. „Ich kenne keine Zahlen, die eine zweite Krippengruppe rechtfertigen“, sagt sie. Schon die jetzige Kleinkindgruppe sei nur deshalb gefüllt, weil noch deutlich ältere Kinder dort betreut würden, so Heidemann-Felder.

Rufschädigung beklagt

Die Vorsitzende habe keine Gelegenheit verstreichen lassen, sie „in Misskredit zu bringen“, beklagt die Kassiererin. Unwahr sei beispielsweise Heiligs Behauptung, sie, Heidenmann-Felder, habe sich einem von der Caritas moderierten Gespräch verweigert. Tatsache sei vielmehr, dass „Frau Heilig zu Beginn des Gesprächs das Wort an sich gerissen und in einem Monolog haltlose und unbewiesene Vorwürfe gegen Stefan Ullrich und mich vorgetragen hat“, so Heidemann-Felder. Weil eine sachliche Diskussion nicht möglich gewesen sei, habe sie die Versammlung nach einer Stunde unter Protest verlassen. Heidemann-Felder wirft der Vorsitzenden Rufschädigung vor.

Sie betont: „Mir liegt sehr viel am Kindergarten Wombach, seinen Kindern und unserem Personal.“ Ein Kindergarten, der ein Dienstleistungsunternehmen sei, könne ohne eine maßvolle und kostenorientierte Haushaltsführung jedoch nicht dauerhaft existieren.

Vorstandsmehrheit widerspricht

Der Großteil des Vorstands des Wombacher Kindergartenvereins wies die Vorwürfe Heidemann-Felders am Freitagmittag im Gespräch mit der Main-Post geschlossen zurück. Mehr dazu lesen Sie in unserer Montagsausgabe.

Von unserem Redaktionsmitglied Johannes Ungemach
    
    

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