publiziert: 25.11.2010 17:22 Uhr
aktualisiert: 30.11.2010 11:47 Uhr
» zur Übersicht Türken in Karlstadt
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text KARLSTADT
Verstorbene werden meist überführt

Türken wollen lieber in der Heimat begraben sein

Stirbt ein Muslim in Karlstadt, so wird sein Leichnam in der Regel in die Türkei überführt. Vielfach ist es der letzte Wunsch der Verstorbenen, in der Heimat begraben zu werden.

Vorstandsmitglieder der Karlstadter Ditib-Moschee beschreiben den Vorgang so: In der Türkei verkündet der Imam vom Minarett den Tod und teilt zugleich mit, wann die Beerdigung stattfindet. In jedem Fall wird der Leichnam nach islamischem Ritus gewaschen.

In Karlstadt geschieht dies im Leichen- beziehungsweise Abschiedshaus. Der Tote liegt auf dem Leichentisch, die Genitalien bedeckt. Männer werden von Männern gewaschen, Frauen von Frauen. Dreifach in ein weißes Tuch gewickelt, wird die Leiche mit dem Gesicht nach oben in einen Sarg gelegt. Vieles ähnelt einer christlichen Totenfeier.

Im Freien ist der Sarg aufgebahrt - mit dem Kopf nach Mekka. Der Imam spricht vor der versammelten Gemeinde das Totengebet und fordert die Gemeinde auf zu bezeugen, dass der Verstorbene ein guter Mensch war. Eventuelle Ansprüche gegenüber dem Toten werden für nichtig erklärt. Am Ende sollen alle mit ihm im Reinen sein, sodass Allah am Jüngsten Tag sozusagen keine Differenzen mehr klären muss, beschreiben die Vorstandsmitglieder der Ditib-Moschee.

Nach diesem Akt wird der Sarg als letzter Dienst am Toten zum Grab getragen - in Karlstadt zum Leichenwagen. Auf dem Friedhof wird ein Grabstein mit dem Namen sowie den Geburts- und Todesdaten aufgestellt.

Um die Überführungen finanzieren zu können, zahlen die meisten Muslime zu Lebzeiten jährlich einen gewissen Betrag, der sich um die 50 Euro bewegt, in einen Fonds ein. Damit ist auch der Flug eines engen Angehöreigen finanziert. Dafür wurde 1992 der Ditib-Beerdigungshilfe-Fonds gegründet. Weiter übernimmt die Beerdigungshilfe die Pflege und Unterhaltung von muslimischen Gräberfeldern.

Viele Türken ziehen allerdings im Alter auch wieder in Heimat zurück. Dabei spielt teilweise die Liebe zur Türkei eine Rolle, teilweise auch die Tatsache, dass es sich dort preisgünstiger leben lässt.
(hop)
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Party

 
    

News

 
    

Sport

    
    

Termine Heute

 
    

Morgen

 
    

Suche

    
    

Live-Ticker 

    
    

KLASSE! 

KLASSE!
Das Medienprojekt für Schulen - alle Informationen. »mehr
    
Anzeige
    

s.Oliver Baskets TV

    
    

Gas

 
    

DSL

 
    

Strom

Gas
Tarifrechner
Kostenloser Gas-Tarifrechner mit allen aktuellen Anbietern und Tarifen.
Ihre PLZ
Verbrauch
    
    

Börsendaten

    
    

Anzeigen 

Traueranzeigen
Täglich aktuell auf mainpost.de: Traueranzeigen aus der Region.  »mehr
    
    

Pfiffikus - Zeitung für Kinder 

Die Zeitung für Kinder jetzt auch täglich im Internet auf mainpost.de lesen. »mehr
    
    

111 Dinge 

...die Sie in Mainfranken tun müssen:
Mit unserer großen Serie lernen Sie die Region neu kennen. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Main-Post intern