publiziert: 13.11.2011 18:42 Uhr
aktualisiert: 13.11.2011 19:29 Uhr
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Volkstrauertag: Die Toten verpflichten zum Frieden

Erinnerung an Bruder Siegbert – Drei Gedenkfeiern in Marktheidenfeld und Ortsteilen
  • Zentrale Gedenkfeier in Marktheidenfeld: Die katholische Kantorei unter Leitung von Hermann Grollmann sang beim Volkstrauertag am Kriegerehrenmal. Im Hintergrund der Ludwigsturm.
    Foto: MARTIN HARTH
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Bei drei Gedenkfeiern zum Volkstrauertag standen in Marktheidenfeld und seinen Ortsteilen am Sonntag die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs und dabei insbesondere der Krieg gegen die Sowjetunion im Blickpunkt.

An den Mahnmalen in Marktheidenfeld, Glasofen und Altfeld kamen die Abordnungen der örtlichen Vereine, der gesellschaftlichen Gruppen sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen, um der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Die Stadtteile Michelrieth und Oberwittbach waren zur Feier nach Altfeld mit dem Dritten Bürgermeister Martin Harth, der Stadtteil Marienbrunn nach Glasofen mit dem Zweiten Bürgermeister Manfred Stamm und der Stadtteil Zimmern nach Marktheidenfeld mit Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder eingeladen.

Die Feiern wurden von den Posaunenchören aus Altfeld und Marktheidenfeld, vom Gesangverein Glasofen, vom Kirchenchor Michelrieth sowie von der katholischen Kantorei Marktheidenfeld musikalisch gestaltet. An der Niederlegung von Kränzen beteiligte sich auch der Ortsverband des VdK. Im Rahmen der Feier wurden die Namen der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs aus den jeweiligen Gemeinden zur Mahnung und Erinnerung von Mitgliedern des Stadtrats verlesen.

Die Bürgermeister trugen bei den Feiern die Gedenkformel des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die Opfer von Krieg und Gewalt vor. Die Ansprache zum Volkstrauertag hatte Dritter Bürgermeister Martin Harth verfasst. Er rief den Krieg gegen die Sowjetunion in Erinnerung, bei dem vor 70 Jahren im Herbst 1941 deutsche Truppen zum Angriff auf Moskau bereit standen. Vier Jahre später hätten der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland mit der Eroberung Berlins durch die Rote Armee geendet. Hinter dem Inferno aus Hass mit Millionen von Toten verberge sich eine Unzahl schmerzhafter Einzelschicksale, derer man am Volkstrauertag gedenke.

Weiter wurde an den Kalten Krieg und die Opfer der Berliner Mauer, die im August vor 50 Jahren errichtet worden war, erinnert. Heute erlebe Deutschland eine lange Phase des Friedens und der Stabilität. Die gute Nachbarschaft unter den europäischen Völkern drücke sich für die Stadt Marktheidenfeld lebendig in ihren Partnerschaften mit den Städten Montfort-sur-Meu in Frankreich und Pobiedziska in Polen aus.

Die Erinnerung am Volkstrauertag solle dazu dienen, den Wert des Friedens unter den europäischen Völkern besonders schätzen zu lernen und aktuelle Probleme der europäischen Einigung leichter zu ertragen.

Die Gedanken wurden in der Ansprache auf den Nahen Osten, nach Nordafrika oder Afghanistan gelenkt. Ein besonderes Gedenken wurde denen gewidmet, die im Auslandseinsatz als Bundeswehrsoldaten oder Menschen im Entwicklungsdienst ums Leben kamen. Die Erinnerung ging dabei auch an Bruder Siegbert von der Christusträgergemeinschaft im nahen Triefenstein, der vor wenigen Wochen nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

Trotz alledem lohne es sich, aktiv für den Frieden zu wirken, ob in der Welt, in der Gemeinde oder der Familie. Die ungezählten Toten aller Völker sollten dazu nicht nur am Volkstrauertag Verpflichtung sein.

maha
    
    

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