aktualisiert: 14.11.2010 17:38 Uhr
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MARKTHEIDENFELD
Volkstrauertag: Erklären, nicht verklären
Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in der Stadt Marktheidenfeld
Wie in vielen Orten fanden am Volkstrauertag auch in der Stadt Marktheidenfeld Gedenkfeiern statt. Im Stadtteil Marienbrunn legte Bürgermeisterin Helga-Schmidt-Neder einen Kranz am Mahnmal neben der St-Barbara-Kirche nieder und verlas die in diesem Jahr von ihrem Stellvertreter Manfred Stamm verfasste Rede.
Die Feier, zu der auch die Bürger aus dem Stadtteil Glasofen eingeladen waren, wurde vom Posaunenchor Marktheidenfeld und vom Gesangverein Marienbrunn würdig umrahmt.
Im Stadtteil Michelrieth hielt Zweiter Bürgermeister Manfred Stamm am Mahnmal auf dem Friedhof seine Gedenkrede für die Stadtteile Altfeld, Oberwittbach und Michelrieth. Die musikalische Begleitung hatten der Posaunenchor aus Altfeld und der Kirchenchor Michelrieth übernommen.
Am städtischen Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewalt trug Dritter Bürgermeister Martin Harth die Gedenkformel des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor und verlas die Gedenkrede. Zu dieser Feier war auch der Stadtteil Zimmern eingeladen worden.
Überall waren Bürger und Fahnenabordnungen der Vereine zum Gedenken gekommen. Mit ihrer Verlesung wurden bei den Feiern die Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs durch Vertreter des Stadtrats in Erinnerung gebracht.
In Marktheidenfeld legte der Sozialverband VdK gemeinsam mit der Stadt Marktheidenfeld Kränze nieder. Der Posaunenchor Altfeld und der Marktheidenfelder Männerchor trugen besinnliche Weisen zur Umrahmung bei.
In der Gedenkrede wurde ein Wort des evangelischen Theologen Friedrich Schorlemmer zitiert, der meinte, dass Erinnerung not tue und gut sei, wenn sich dabei nicht verkläre, sondern erkläre, was gewesen sei und werden könne. Es sei deshalb wichtig, sich daran zu erinnern, was die Generationen der Eltern und Großeltern erleben mussten.
20 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands und 65 Jahre Frieden in der Mitte Europas seien keine Selbstverständlichkeit, wie der Blick auf die kriegerischen Krisenherde der Welt und den Terrorismus deutlich mache. Gerade jungen Menschen solle der Volkstrauertag ein Gespür vermitteln, was Krieg und Gewalt bedeuten.
Alle hätten in unserer Gesellschaft die Pflicht dazu, Toleranz gegen Andersdenkende, anders Aussehende, anders Glaubende und sich anders Kleidende zu vermitteln. In diesem Zusammenhang besitze der Volkstrauertag seit über 90 Jahren seinen Sinn. Krieg und Gewaltherrschaft müssten mit ihren schrecklichen Folgen als stete Mahnung in Erinnerung gehalten werden, damit die Menschen ihre Probleme friedlich lösten.

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