aktualisiert: 18.12.2011 17:24 Uhr
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GLASOFEN
Zwischen Tradition und Moderne
Adventskonzert in der Christuskirche mit bewährten Akteuren und neuen Gesichtern
Mit einem Adventskonzert in der Christuskirche ging das 90. Jubiläumsjahr des Gesangvereins Glasofen am Samstagabend zu Ende. Man durfte, wie der Vorsitzende Rudi Schäfer am Ende bei seinen Dankesworten an alle Beteiligten betonte, einen weiteren kulturellen Höhepunkt des dörflichen Lebens im Marktheidenfelder Stadtteil erleben.
Dazu hatte das Bläser-Trio Glasofen mit Klaus Weth (Leitung und Saxophon), Jürgen Pfister (Trompete) und Klaus Väth (Tenorhorn) mit einem „Andante Maestoso“ des aus Siebenbürgen stammenden Franz Watz festlich eingeführt. Die Bläser spielten im Verlauf des von Michael Müller informativ moderierten Abends noch weitere Stücke des zeitgenössischen Komponisten für Blechbläser.
Der gemischte Chor sang unter Leitung von Cosima Hohenberger traditionelles und modernes Liedgut zum Advent wie „Adventruf“ (Thord Gummesson), „Machet die Tore weit“ (Lorenz Maierhofer) oder den „Andachtsjodler“ in einem Arrangement des früheren Chorleiters Adolf Benz aus Schollbrunn, bei dem die Bläser die Jodel-Passagen übernahmen. Einige Werke wurden von Achim Hörner auf der Orgel der Christuskirche routiniert begleitet. Man stellte auch eine Fassung des Spirituals „Glory, Glory, Hallelujah“ oder das Lied „Weit, weit weg“ des österreichischen Liedermachers und Weltmusikers Hubert von Goisern vor.
Im Adventsprogramm trat erstmals der „Junge Chor“ aus Glasofen auf. Dies sind hauptsächlich junge Damen, die sich vor gut einem halben Jahr zum Jubiläum des Gesangvereins unter Leitung von Dirigentin Cosima Hohenberger zusammenfanden. Nach ihrem Auftritt beim Festkommers blieben sie zusammen und bereiteten Beiträge zum Adventskonzert vor.
Das Lied „The Rose“, das 1980 von Amanda McBroom zu einem Film über die früh verstorbene Rock-Sängerin Janis Joplin geschrieben worden war, erklang wie eine Klammer vom traditionellen gemischten Chor in einem kunstvollen, deutschen Arrangement, während der Nachwuchs das amerikanische Original vorstellte.
Melodie aus Maffay-Musical
Die jungen Sänger widmeten sich mit dem böhmischen Weihnachtslied „Kommet Ihr Hirten“ ebenso der Tradition wie der Moderne mit Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus dem Kindermusical „Tabaluga“ oder dem melancholischen „Halleluja“ des kanadischen Songwriters Leonard Cohen.
Der junge Simon Schmidt stellte gekonnt die Melodie von „My way“ von Frank Sinatra am Klavier in einen neuen Zusammenhang. Zusammen mit seinem Lehrer, Pfarrer Reinhold Völler, steuerte er mit einem Andante in C-Dur des österreichischen Komponisten Anton Diabelli (1781-1858) dem Konzert klassischen Glanz bei. Der Michelriether Geistliche, der ein veritabler Pianist ist, entführte gefühlvoll mit Solostücken von Johannes Brahms (Intermezzo A-Dur) und Frédéric Chopin (Walzer a-moll) in die Klangwelt des 19. Jahrhunderts.
Das Finale wählten die Glasofener Sänger und Musiker wiederum ganz traditionell. Der gemischte Chor sang zur Begleitung des Bläser-Trios das Lied „Lobt den Herrn der Welt“ in einem Arrangement von Adolf Benz, dem musikalisch das triumphierende „Trumpet Voluntary“ des Londoner Komponisten Jeremiah Clarke (1674-1707) zugrunde liegt.
Zur Orgelbegleitung von Achim Hörner sangen am Ende alle Gäste mit den Chören das alte Kirchenlied „Macht hoch die Tür“, dessen Text der ostpreußische evangelische Pfarrer Georg Weissel 1623 in Königsberg verfasst hatte und dessen beliebte Melodie 1704 erstmals in einem Gesangbuch in Thüringen veröffentlich worden war.

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