publiziert: 06.02.2012 17:36 Uhr
aktualisiert: 06.02.2012 17:44 Uhr
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Verstärkung für Notfallseelsorge

Zusätzlicher Hintergrunddienst im Landkreis wegen erhöhter Einsatzzahlen
  • Einsatz an besonders schwieriger Stelle: Bei tödlichen Unfällen – dieser hier bei Neuendorf forderte vor kurzer Zeit drei Menschenleben – sind Notfallseelsorger besonders gefragt und auch persönlich besonders gefordert.
    Foto: Yvonne Vogeltanz
  • Zusätzliche Kräfte für den Ernstfall: Anton Siegler (Vierter von links) und Uwe Kirfel (rechts daneben) sind die neuen Männer im Hintergrunddienst der Notfallseelsorge im Landkreis Main-Spessart. Über die Verstärkung freuen sich (von rechts) dessen Leiter Peter Rüb, die Notfallseelsorger Arkadius Kycia und Johannes Hoffart, Johannes Weismantel vom Diözesanbüro, der evangelische Dekan Michael Wehrwein sowie Michael Schlenker, Präsident des Rotary-Clubs Lohr-Marktheidenfeld, und Arno Bernard von der Sparkasse Mainfranken.
    Foto: Johannes Ungemach
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Ihr Einsatzgebiet sind Extremsituationen: Immer dann, wenn Menschen durch ein Unglück in psychische Ausnahmesituationen geraten, sind im Landkreis Main-Spessart Notfallseelsorger zur Stelle. Bei mehreren tödlichen Unfällen gegen Ende des Jahres 2011 war ihre Hilfe gefragt, außerdem bei einem Brand in Lohr oder bei einer Evakuierung in Marktheidenfeld.

In den ersten Minuten und Stunden stehen Notfallseelsorger den direkt Betroffenen ebenso mit psychischer Hilfe zur Seite wie Mitarbeitern des Rettungsdienstes oder Zeugen der Geschehnisse. Im schlimmsten Fall begleiten die Notfallseelsorger die Polizisten, wenn Todesnachrichten an Angehörige zu überbringen sind. Immer häufiger greift vor allem die Polizei auf den seit 2002 im Landkreis existierenden Dienst der Notfallseelsorger zurück. Die Zahl ihrer Einsätze hat sich 2011 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Auch deshalb wird das System nun ausgebaut.

Die neue Struktur des von der katholischen und der evangelischen Kirche getragenen Angebotes wurde am Montag im Diözesanbüro in Lohr vorgestellt. Demnach gibt es ab sofort einen zusätzlichen Hintergrunddienst. Er sieht vor, dass neben den je zwei Notfallseelsorgern, die in den Dekanaten Lohr und Karlstadt auf Abruf bereitstehen, je ein weiterer Seelsorger Rufbereitschaft hat.

Wie Peter Rüb, Pfarrer von Gräfendorf und Leiter der Notfallseelsorge im Landkreis, sagte, soll der Ausbau nicht nur sicherstellen, dass ein Notfallseelsorger bereit steht, wenn ein anderer vielleicht gerade verhindert ist. Man sei durch den zusätzlichen Hintergrunddienst auch für größere Unglücksfälle besser gewappnet.

Die Verstärkung des Dienstes ermöglichten nicht zuletzt drei Spender: Die Sparkasse Mainfranken, der Rotary-Club Marktheidenfeld und die Karlstadter Firma Untha-Recyclingtechnik finanzierten die Anschaffung der rund 1000 Euro teuren Ausstattung, die das „Handwerkszeug“ eines Notfallseelsorgers darstellt.

Neben einem Dachschild für das Auto, einer Warnweste und einem Handy gehören beispielsweise auch Gegenstände dazu, auf die man im ersten Moment nicht kommt: Gummibärchen und Teddybären beispielsweise, die in Notsituationen Kindern Trost spenden sollen.

Teddybären und Zigaretten

Im Rucksack, mit dem die Notfallseelsorger zu Einsätzen fahren, finden sich aber auch Zigaretten, nach denen von Notsituationen Betroffene offenbar nicht selten verlangen.

Bei den 20 Notfallseelsorgern im Landkreis handelt es sich meist um hauptamtliche Seelsorger. Die beiden zusätzlichen Helfer im Hintergrunddienst sind für das Dekanat Karlstadt Uwe Kirfel und für das Dekanat Lohr Diakon Anton Siegler.

Allerdings hat der Dienst der Notfallseesorge im Landkreis mit einem Problem zu kämpfen, das auch die „normale“ Seelsorge kennt: Nachwuchsmangel – wenn auch mit konfessionell unterschiedlicher Ausprägung. Der evangelische Dekan Michael Wehrwein jedenfalls wies darauf hin, dass von den evangelischen Geistlichen im Landkreis mit einer Ausnahme alle in der Notfallseelsorge engagiert seien. Das sehe auf der katholischen Seite etwas anders aus.

Von unserem Redaktionsmitglied Johannes Ungemach
    
    

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Die neuesten Kommentare

tiguanfahrer (69 Kommentare) am 07.02.2012 09:14

Vielen Dank....

an alle, die sich dieser Aufgabe stellen!
Ihr macht richtig gute Arbeit!!!
grinsen
(2)
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