aktualisiert: 19.08.2012 12:04 Uhr
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GAMBACH
Gambach feiert seine Olympia-Sportlerin
Großer Empfang für Fabienne Kohlmann in der Heimatgemeinde – Blick geht voraus auf Rio 2016
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Festlicher Empfang: Im offenen Wagen wurde Olympionikin Fabienne Kohlmann durch ihren Heimatort Gambach gefahren.Foto: Jürgen Kamm -
Festzug durchs Dorf: Sportler des TSV Gambach, die Gambacher Musikanten und viele Ehrengäste geleiteten Fabienne Kohlmann zum Gambacher Sportplatz.Foto: Jürgen Kamm
Nur die Besten dürfen ihr Land bei Olympischen Spielen vertreten. Für den TSV Gambach, die LG Karlstadt-Gambach/Lohr, die Stadt Karlstadt und den Landkreis war es deshalb eine Ehre, die Olympionikin Fabienne Kohlmann in ihrem Heimatort zu empfangen.
Wie schon nach der Europameisterschaft gab es einen Festzug von der Frühlingsstraße durch den halben Ort zum Sportplatz. Geleitet von allen Abteilungen des TSV Gambach, den Gambacher Musikanten und vielen Ehrengästen genoss die Sportlerin die Fahrt im Cabriolet sichtlich. Mit ihr saßen ihr Vater Andreas und ihr Bruder Janik im vom Sponsor Jürgen Brückler gelenkten Auto.
Wie schon vor drei Wochen bei der Verabschiedung im Karlstadter Stadion übernahm Günther Felbinger die Moderation. „Ich bin eher enttäuscht, mein Wettkampf ist nicht wirklich gut gelaufen“, antwortete die Sportlerin auf die Frage, ob sich ihre Hoffnungen erfüllt hätten. Doch sei es natürlich eine tolle Erfahrung gewesen, in London laufen und bei Olympia dabei sein zu dürfen.
Wer die Vorausscheidung der Damenstaffel über 4 x 400 Meter gesehen hat, weiß, dass Fabienne Kohlmann als Schlussläuferin praktisch chancenlos war. Ihre Vorläuferin brach auf den letzten Metern massiv ein. „Als ich auf die Runde kam und hinterher laufen musste, das war schon blöd, so habe ich mir das nicht vorgestellt“, sagte Kohlmann in Gambach. Andererseits sei es auch ein toller Moment gewesen, in das Stadion mit 80 000 jubelnden Menschen ins zu kommen, besonders als vor dem Rennen die Staffeln und Bahnen vorgestellt wurden. Unvergessen wird der Sportlerin als riesiger Queen-Fan und ehemaliger Spice-Girls-Fan auch die Abschlussfeier mit genau diesen Musikern bleiben.
„Bei Olympia dabei zu sein ist etwas ganz Tolles, deshalb sind wir stolz, dass Du für uns alle dabei warst“, stellte Günther Felbinger fest und bat einige Gratulanten auf die Bühne. „Es gibt nicht so viele kleine fränkische Dörfer wie Gambach, die jemand zu Olympia bringen“, sagte Bürgermeister Paul Kruck. „Dabei sein ist alles“, habe es vor nicht allzu langer Zeit geheißen, doch werde inzwischen leider fast alles nur auf die Medaillen fokussiert. Zudem seien in vier Jahren wieder Olympische Spiele: „. . . in Rio, das ist doch auch ein schönes Ziel.“
„Der Landkreis ist stolz, dass Sie als zweite Teilnehmerin (neben Badmintonspieler Michael Fuchs aus Lengfurt, Anm, d. Red.) bei der Olympiade dabei waren“, stellte Manfred Goldkuhle als stellvertretender Landrat fest. Zu wissen „hier ist jemand, der beim höchsten sportlichen Ereignis der Welt starten durfte“, sei ein tolles Vorbild für die Jugend.
„Ich bin eher enttäuscht, mein Wettkampf ist nicht wirklich gut gelaufen.“Fabienne Kohlmann blickt auf die Olympiade zurück
„Du bist mit einem Lächeln eingelaufen und hast das Stadion mit Tränen verlassen, aber so etwas gehört zum Sport dazu“, bilanzierte Alfred Maasz als Vorsitzender der LG Karlstadt-Gambach-Lohr.
„We have a dream“ zitierte Herbert Werthmann als Vorsitzender des TSV-Gambach und Hausherr die Weihnachtsgrüße 2002 des Vereins, damals war Fabienne Kohlmann mit 13 Jahren beste deutsche Hochspringerin ihrer Altersklasse. Seither hagelte es geradezu sportliche Erfolge, die Teilnahme an Olympischen Spielen sei der Aufstieg in den Sportlerhimmel. Zwar habe das I-Tüpfelchen in Form der Teilnahme am Endlauf gefehlt, doch ein Traum bleibe: Olympia 2016 in Rio mit den Geschwistern Fabienne und Corinne Kohlmann.
„Das ist ein realistischer Traum“, sagte Fabienne Kohlmann zu Rio, „ich bin ja erst 22, wenn ich fleißig weiter trainiere, es mir in vier Jahren gut geht und ich noch schnell laufen kann, dürfte das funktionieren.“ In einem Interview sprach sie davon, dass es auch einen Wechsel auf die 800-Meter-Distanz geben könnte.
Nach den Ansprachen signierte die Sportlerin Autogrammkarten und alle Besucher waren zu einem Imbiss eingeladen. Der TSV Gambach hatte die Bevölkerung eingeladen, von den erwarteten 400 Gästen kam allerdings nur etwa die Hälfte.
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