publiziert: 13.03.2012 17:57 Uhr
aktualisiert: 13.03.2012 18:00 Uhr
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Bettlägerigen fast ermordet

35-Jähriger zündete Wohnung des Vaters an

Er soll seine Wohnung angezündet und dabei den Tod des eigenen Vaters in Kauf genommen haben: Vor dem Landgericht Konstanz muss sich seit Dienstag ein 35-Jähriger aus Villingen-Schwenningen wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und schwerer Brandstiftung verantworten. Bei der Tat hätten ihn seine Ehefrau und seine „Zweitfrau“ unterstützt, so die Anklage. Den beiden Frauen wird Beihilfe vorgeworfen.

Der 35-Jährige soll demnach unterstützt von den Frauen im vergangenen Sommer seine Wohnung in Villingen-Schwenningen angezündet haben, um Versicherungsleistungen zu erschleichen. Zur Tatzeit befand sich der schwer kranke Vater in der Wohnung – dessen Tod hätten die drei in Kauf genommen. Der 79-Jährige konnte jedoch gerettet werden, er kam mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Zu Beginn des Prozesses wurden zahlreiche Verwandte und Nachbarn des Mannes als Zeugen vernommen. Deren Aussagen malten das Bild einer völlig zerstrittenen Familie. Wie der Neffe des Angeklagten berichtete, hatte der 35-Jährige ihm zunächst die Freundin ausgespannt – die 20-Jährige zog als „Zweitfrau“ in die Wohnung des Mannes und seiner 28 Jahre alten Ehefrau. Den kranken Vater habe der Angeklagte stark vernachlässigt und sich nur wegen des Pflegegeldes um ihn gekümmert, sagte der Neffe aus. Später habe er einem weiteren 14-jährigen Neffen Geld dafür geboten, in seiner Wohnung ein Feuer zu legen, dieser lehnte jedoch ab.

Da der Mann in finanziellen Nöten gewesen sei, habe er das Feuer dann selbst gelegt, heißt es in der Anklage. Sein Sohn habe die Verantwortung für den Brand übernommen und ausgesagt, er habe eine Decke im Schlafzimmer angezündet. Eine Untersuchung der Wohnung habe aber ergeben, dass es mehrere Brandherde gab. Zudem seien Papierfackeln gefunden worden. Das Gericht hat sieben Verhandlungstage angesetzt.

lsw
    
    

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