publiziert: 17.02.2012 16:52 Uhr
aktualisiert: 22.02.2012 17:22 Uhr
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Dreiste Diebe mit viel Durst

Einbruch: Lumpenball in Lauda stand kurz vor Absage
  • Symbolfoto Alkohol
    Susanne Wahler-Göbel
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Dreiste Diebe sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in die Turn- und Festhalle in Lauda eingebrochen und haben den gesamten Alkoholvorrat geklaut. Und der war wegen des anstehenden Lumpenballs am Donnerstagabend nicht zu verachten. Die Beute: 60 Flaschen Jack Daniels, sechs 3-Liter-Flaschen Asbach, 34 Flaschen Wodka, 18 Flaschen Jägermeister, zwölf Flaschen Bacardi, sechs Flaschen Asbach, zwölf Kartons Pfläumli und 30 Kartons „Ficken“, heißt es im Pressebericht der Polizei. Allein die Alkoholika hatten einen Gesamtwert von 3400 Euro

Außerdem ließen sie einen tragbaren CD-Player, eine Fernbedienung und vier gelb-blaue Volleybälle mit der Aufschrift „MSG“ mitgehen. Die Einbrecher hinterließen dabei einen Schaden von rund 500 Euro.

Für Peter Kreis, Abteilungsleiter des austragenden Vereins der Narrengesellschaft Lauda, kommt das einer mittleren Tragödie gleich. Morgens um 6 Uhr haben die Laudaer Narren die Schocknachricht vom Hausmeister des angrenzenden Schulzentrums erfahren. Natürlich sind die Verantwortlichen der NG Lauda dann gleich in die Stadthalle gereeilt, um eine Bestandsaufnahme zu machen.

Leere Vorratskammern

An sich war noch alles so, wie man die Halle nach den Vorbereitungen verlassen hatte. Die Türen waren sicher verschlossen, die Bar aufgebaut und die bunten Deko-Socken hingen an der Decke. Nur das Hochprozentige war weg. Alle Kühlschränke und Vorratskammern leer.

„Die haben im Küchenbereich eine Scheibe eingeschlagen und sind so in die Halle gekommen“, schildert Peter Kreis – noch immer geschockt. Dann war Eile geboten. Denn bis zur Hallenöffnung waren es nur noch wenige Stunden. Über Facebook hatten sich bereits über 1000 Besucher angekündigt und ein Großteil der Karten ging auch schon im Vorverkauf über die Ladentheke. Eine solche Veranstaltung absagen? Undenkbar.

Deshalb mussten die Getränkevorräte schnellstmöglich wieder aufgestockt werden, sollte der Lumpenball nicht ins Wasser fallen. Und das ging gerade noch einmal gut: „Wir haben da einen sehr fitten Getränkehändler“, sagt Peter Kreis. Innerhalb von drei Stunden war alles wieder da. Das musste die NG Lauda logischerweise aber noch einmal bezahlen.

Die rund 1800 Gäste bemerkten von alle dem nichts. „Wir hatten einen richten geilen Lumpenball“, ist Peter Kreis im Nachhinein erleichtert. „Kein Stress, keine Zwischenfälle“ – nur eben die Sache mit dem Diebstahl. Das bestätigten auch schon zahlreiche Gäste. Nur das Bier sei zu warm gewesen, teilte ein Besucher mit. Verständlich. Denn das konnte ja nur noch wenige Stunden gekühlt werden.

Den größeren Wermutstropfen aber hat die Narrengesellschaft Lauda zu schlucken: „Das tut uns richtig weh“, sagt Peter Kreis und erläutert: „Der Lumpenball ist unsere Lebensader. So finanzieren wir unseren Verein.“ Die NG Lauda, das sind rund 400 Mitglieder mit einem Jugendanteil von rund 50 Prozent.“ Und so wie es derzeit aussieht, bleiben die Narren auf dem Schaden sitzen. Das heißt 3400 Euro weniger in der Vereinskasse, 3400 Euro weniger für die Jugendarbeit. „Daran müssen wir jetzt wahrscheinlich das ganze Jahr knapsen, um das wieder auszugleichen.“

Die Polizei fragt in diesem Zusammenhang: Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Turn- und Festhalle beobachtet?

Hinweise unter Tel. (0 93 43) 62 13-0.

Von unserem Mitarbeiter

Jérôme Umminger

    
    

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