publiziert: 21.02.2012 16:27 Uhr
aktualisiert: 21.02.2012 17:08 Uhr
» zur Übersicht Main-Tauber
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text GERCHSHEIM/WÜRZBURG
Ein Monat ohne Telefon

Hans Blümm bezahlte seine Rechnungen nicht mehr - aus Protest
  • Symbolbild
    Sony Ericsson
Bild von

Hans Blümm versteht die Welt nicht mehr. Fast drei Monate lag er mit der Telekom im Klinsch. Der Grund: Ein neuer Telefonvertrag, den er nach eigenen Angaben nicht abgeschlossen hat.

„Ich wollte diesen Vertrag nicht“, sagt Blümm. „Ich habe nichts bestellt.“ Im September letzten Jahres suchte der Gerchsheimer eine Telekom-Filiale in Würzburg auf. Eigentlich wollte er nur die Prepaid-Karte seines Handys aufladen. „Eine der Angestellten fragte mich nach meinem Festnetzanschluss“, berichtet Blümm. „Aber ich habe ihr gesagt, dass meine Tochter sich um solche Dinge kümmert.“ Für ihn war die Angelegenheit damit abgehakt. Ohne über einen Vertrag zu sprechen, verließ er das Geschäft.

Drei Wochen später fand er dann einen neuen Vertrag in der Post. Bisher hatte er für Telefon und Internet im Monat 36 Euro im Monat bezahlt. Nun waren es 48,50 Euro. Auch einen neuen Router musste Blümm installieren. Ansonsten hätte sein Anschluss nicht mehr funktioniert. „Das kann doch nicht sein“, findet Blümm. Die Mitarbeiterin habe ohne sein Zutun den neuen Vertrag in Auftrag gegeben. Er habe nichts unterschrieben.

Anschluss gesperrt

Nach seiner Beschwerde in der Filiale stellte die Telekom Blümms Vertrag wieder auf den ursprünglichen Tarif um – allerdings mit neuer Kündigungsfrist bis November 2013. Ursprünglich wäre sein Vertrag bereits im Herbst 2012 ausgelaufen. „Außerdem muss ich seitdem viel mehr bezahlen“, ärgert sich der Gerchsheimer. Aus Protest bezahlte er ab Januar seine Rechnungen nicht mehr. Seit dem 20. Januar ist deshalb sein Anschluss gesperrt.

Mehrfach nahm Blümm Kontakt mit der Telekom auf, um sich zu beschweren. Der Kundendienst in Bonn habe ihn auf die lokale Filiale verwiesen, so Blümm. Man könne nichts für ihn tun. Und auch der Geschäftsführer der Würzburger Filiale, Gerhard Müller, ließ ihn wissen, dass man an dem Vertrag wohl nichts mehr machen könne.

Auf Nachfrage unserer Zeitung konnte sich der Geschäftsführer an Blümms Beschwerde nicht erinnern. Ganz allgemein wies er aber darauf hin, dass für Vertragsabschlüsse keine Unterschrift mehr nötig sei, da die Aufträge direkt elektronisch eingespeist werden. Schließt der Kunde den Vertrag persönlich in einer Filiale ab, gilt er als verbindlich. Ein Rücktritt innerhalb der nächsten 14 Tagen sei in diesen Fällen nicht möglich, so Müller.

Um die Situation zu klären, bot er seinem Kunden ein telefonisches Gespräch an. Das war allerdings nach wenigen Minuten beendet. „Mit Herrn Blümm kann man nicht sachlich reden“, so Müller im Anschluss. „Er wirft mir vor zu lügen.“

Blümm wandte sich danach an die Verbraucherzentrale in Würzburg. Deren Leiterin Christel Klein forderte beim Unternehmen eine Stellungnahme an und reklamierte den Tarifwechsel – mit Erfolg.

Alles geklärt

„Der Fall konnte geklärt werden“, sagt Telekom-Pressesprecher Udo Harbers. „Mittlerweile wurde der alte Vertrag wieder hergestellt.“ Das gilt auch für die ursprüngliche Kündigungsfrist. Die zusätzlichen Kosten für den Technikwechsel werden Hans Blümm bei der nächsten Rechnung erstattet. Inwiefern der Tarifwechsel unerwünscht vorgenommen worden sein soll, könne man allerdings nicht beurteilen. Für den Ärger soll Blümm eine Gutschrift über 60 Euro bekommen. Damit sein Anschluss wieder freigeschaltet wird, muss er die ausstehenden Rechnungen bezahlen.

„Das werde ich jetzt machen“, so Blümm. „Aber wenn der Vertrag ausläuft, will ich mit denen nichts mehr zu tun haben.“

Von unserem Redaktionsmitglied

Regine Beyss

    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

schonda (1146 Kommentare) am 22.02.2012 12:20

Drum...

... heisst die Firma unter Insidern nur noch "Terror-Kom" !
(1)
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Rubriken

    
Anzeige
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Zeichen setzen 

Förderpreis für
engagierte Bürger
Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr