publiziert: 25.07.2012 15:46 Uhr
aktualisiert: 27.07.2012 12:02 Uhr
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Endlich Schluss mit Unterricht im Container

Kreistag verabschiedet Neubau eines Fachraumzentrums für drei Millionen Euro

In Bad Mergentheim soll ein Fachraumzentrum für drei Millionen Euro entstehen. Auf 900 Quadratmetern sollen zehn Fachräume Platz finden. Der Unterricht in Containern an der Gewerblichen Berufsschule und der Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung könnte damit ab 2014 der Vergangenheit angehören.

Die beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis sind für 4500 Schüler ausgelegt. Derzeit zählt man jedoch über eintauschend Schüler mehr. Erheblicher Raummangel ist die Folge. Im Jahr 2008 bezifferte das Regierungspräsidium den zusätzlichen Bedarf für den beruflichen Schulstandort Bad Mergentheim auf rund 3800 Quadratmeter. Seit langer Zeit findet hier ein Teil des Schulbetriebs in Containern statt.

Durch den Rückgang der Schülerzahlen wird sich die Situation, laut Kultur- und Bildungsdezernet Jochen Müssig, nur unwesentlich verbessern. Müssig stellte nun in der Kreistagssitzung sowohl die prekäre Situation als auch die Planung des Fachraumzentrums vor.

Für die Gewerbliche Schule und die Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung soll mit dem einstimmigen Beschluss des Kreistags eine dauerhafte Lösung herbeigeführt werden. An der Stelle des alten Werkstattgebäudes wird ab 2013 auf 900 Quadratmetern ein Fachraumzentrum entstehen. In diesem Fachraumzentrum sollen zwei Fachräume für Physik, zwei Fachräume für Altenpflege, ein Fachraum Elektronik, ein Fachraum Biologie, ein gemeinsamer Fachraum für Chemie, Physik und Ernährungslehre, ein Fachraum für Chemie, ein Chemielabor, ein Fachraum für medizinische Fachangestellte und fünf Vorbereitungsräume untergebracht werden. Alle Räume werden mit moderner Technik ausgerüstet. Das Altgebäude soll im Anschluss generalsaniert werden. Die darin bisher als Fachräume genutzten Zimmer würden dann zu normalen Klassenzimmern umgerüstet werden.

Ein erster Vorentwurf, wie das neue Fachraumzentrum aussehen könne, soll in Kürze von drei Architekturbüros erstellt werden. Am 14. September wird dann eine Baukommission des Kreistages darüber entscheiden, welcher Entwurf umgesetzt werden soll.

Parallel dazu will der Kreis einen Antrag beim Land auf Schulbauförderung stellen. Die reinen Baukosten werden derzeit auf 2,977 Millionen beziffert. Inklusive Nebenkosten, beispielsweise der Rückbau der Werkstatt, geht der Landkreis derzeit von einer Gesamtsumme von 3,77 Millionen Euro aus. Nicht enthalten sind dabei die Erschließung für den Neubau und die Herrichtung der Außenanlagen. Der Kreis erwartet vom Land einen Zuschuss von etwa 1,2 Millionen Euro. Die restlichen 2,5 Millionen sollen über die EIMT (Eigenbetrieb Energie- und Immobilienmanagement des Main-Tauber-Kreises) finanziert werden. Wegfallen würde ab dann 2014 die Miete für die Container, die Müssig auf 100 000 Euro jährlich bezifferte.

Dieses Fachraumzentrum ist ein erster Baustein des Schulraumentwicklungskonzeptes für die Beruflichen Schulen im Kreis. Weitere Maßnahmen in einem angedachten Gesamtvolumen von 16 Millionen Euro werden zu gegebener Zeit folgen.

In der anschließenden Diskussion betonte Jochen Flasbeck (Freie Wähler), dass dieses Fachraumzentrum gut in das riesige Schulzentrum passen würde. Als eine „Investition in die Köpfe“ bezeichnete Manfred Schaffert (CDU) den geplanten Bau. „Es ist nicht nur eine Geldfrage, sondern auch eine pädagogische und menschliche Frage“, so Siegfried Neumann (SPD), der damit auf den Unterricht in den Containern anspielte. Markige Worte zur vorherrschenden Containersituation kamen von Tillmann Zeller (SPD): „Würde es sich dabei um landwirtschaftlich gehaltene Tiere handeln, müsste das Veterinäramt den Betrieb untersagen.“ Er forderte die zügige Umsetzung des Vorhabens. Landrat Frank sagte abschließend, dass man „Gas geben“ wolle.

hh
    
    

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