aktualisiert: 13.06.2011 16:46 Uhr
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MAIN-TAUBER-KREIS
Reitsport mit Handicap
Lehrgang mit früherem Springreiter Ulrich Meyer zu Bexten auf Gut Üttingshof
Ein besonderes Lehrgangsangebot für Reiter mit Handicap veranstaltete das Gut Üttingshof im Main-Tauber-Kreis auf seiner behindertengerecht ausgebauten Reitanlage, die vom Kuratorium für Therapeutisches Reiten (DkThR) anerkannt und seit rund drei Jahren offizieller nationaler Stützpunkt von „Special Olympics“ ist.
Lehrgangsleiter und Trainer war für ein Wochenende der frühere Springreiter Ulrich Meyer zu Bexten, Nationenpreisreiter, Sieger zahlreicher Großer Preise weltweit und heutiger Trainer von Reitspitzensportlern sowie Ausrichter der „German Friendships“, bei der sich Ende Juli in Herford unter Schirmherrschaft von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen etwa 140 Reiter aus mehr als 30 Nationen zu Wettkampf und Völkerverständigung treffen.
Im Mittelpunkt des Lehrganges mit zehn Teilnehmern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie aus der Region stand das Training des leichten Sitzes über Stangen und Cavaletti. Bei den Teilnehmern handelte es sich allesamt um aktive Reiter im Leistungssport, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. Unter Ihnen auch Jonas Brigger aus Baden in der Schweiz, der neben der hochkompetenten Trainingsanleitung an dem Lehrgang besonders schätzte, es sei „spannend, mit anderen Teilnehmern Erfahrung austauschen zu können“. Außer der Leistungsverbesserung im Springreiten sei es sein Ziel, sein Leistungsniveau weiterzuentwickeln.
Organisiertes Reiten fördern
Gesponsert wurde der Lehrgang durch den Pferdesportverband Baden-Württemberg, der einen eigenen Fachausschuss für Reiter mit Handicap gegründet hat. Ziel des Lehrganges sei die Förderung und Entwicklung des organisierten Springreitens für gehandicapte Reitsportler, erklärte Sabine Kaplirz zu Sulewicz, Mitglied dieses Fachausschusses.
Zwar seien beispielsweise die deutschen Paralympics-Reiter bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky im Dressurreiten sehr erfolgreich gewesen, bei den Springreitern gestalte sich die Situation jedoch schwieriger, da diese Disziplin bisher noch kaum organisierte Strukturen aufweise. „Die Verbesserung der Leistungen der gehandicapten Springreiter sei zudem in gewöhnlichen Reitställen kaum leistbar, da zum einen in der Regel die Trainer für diese Klientel keine ausreichende Ausbildung hätten und das Umfeld wie etwa Barrierefreiheit oder geschulte Pferden fehle,“ fügte Uwe Kaplirz zu Sulewicz hinzu.
Kaplirz zu Sulewicz ist seit April 2011 stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten und setzt sich dort für die Weiterentwicklung des sportlichen Reitens gehandicapter Reiter sowie die Integration behinderter und nicht behinderter Reiter in gemeinsam gerittenen Prüfungen ein. Insofern ist der Lehrgang mit Meyer zu Bexten ein Teil des Kuratoriumsauftrags, dies Situation gehandicapter Reiter schrittweise und individuell zu verbessern.
Kaum finanzielle Unterstützung
„Wir wollen über regionale Förderung die Reitsportler weiterhin individuell und besser begleiten“, hob Uwe Kaplirz zu Sulewicz hervor. Der Weg dorthin sei jedoch schwer, da er oft mit finanziellen Problemen verbunden sei. „Eine ausreichende und notwendige finanzielle oder materielle Unterstützung durch Sponsoren ist bisher nur unzureichend gegeben, da die meisten Sponsoren vorziehen, konventionellen Spitzen- und Leistungssport zu unterstützen“, meinte Sabine Kaplirz zu Sulewicz.
„Ich bin hier hergekommen, weil die gehandicapten Reitsportler keine große Lobby haben wie im sonstigen Leistungssport“, erklärte auch Lehrgangstrainer Meyer zu Bexten. Mit seinem Training sowie seinen Tipps und Ratschlägen wolle er neben der Leistungsverbesserung der Sportler auch dazu beitragen, das Thema Behindertensport in der Gesellschaft zu verbreiten und zu forcieren.
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