aktualisiert: 14.10.2009 16:15 Uhr
Text
Text
MAIN-TAUBER-KREIS
Stöckchen statt Schnuller
Weniger Kinder, dafür mehr Hunde und auch mehr Beschwerden
5,5 Millionen Hunde leben derzeit in Deutschland – 84 davon in Wittighausen. Jeder zwanzigste der 1731 Einwohner der kleinen Gemeinde besitzt demnach einen solchen Vierbeiner. Wo es viele Hunde gibt, fallen sie natürlich vermehrt auf, und nicht selten fühlen sich Menschen durch sie auch gestört.
Im Rathaus weiß man von Beschwerden über nächtliches Hundegebell, und manchem Einwohner rutscht beim Joggen das Herz in die atmungsaktive Hose, wenn groß gewachsene Hunde in wildem Galopp auf Kollisionskurs gehen. Deshalb hat die Gemeinde Wittighausen in ihrem Amtsblatt alle Hundebesitzer aufgerufen, mäßigend auf ihre Tiere einzuwirken.
Von 22 bis 6 Uhr habe Nachtruhe zu herrschen, heißt es im Amtsblatt. Und die dürfe auch durch das Bellen von Hunden nicht gestört werden. Eine rechtliche Handhabe gegen lärmende Hunde habe die Gemeinde nicht, sagt Verwaltungsmitarbeiter Franz Salfenmoser.
„Für die betroffenen Anwohner ist so etwas ärgerlich. Wir können aber lediglich versuchen, beschwichtigend einzuwirken.“ Wer seinen Nachtschlaf vermisse, müsse Anzeige wegen Ruhestörung erstatten. Den entsprechenden Nachweis zu führen, sei aber auch nicht einfach. Es muss ein Lärmprotokoll geführt werden, außerdem sind Zeugen hilfreich.
Mehr unternehmen kann die Gemeinde im Fall der frei laufenden Hunde. Die Tiere dürften sich auf öffentlichen Straßen und Wegen nur dann frei bewegen, wenn sich eine Person, auf die der Hund hört, in unmittelbarer Nähe befindet, heißt es im Amtsblatt.
Sollten sich die Beschwerden über schlecht erzogene Hunde häufen, könne die Gemeinde auch eine Verordnung erlassen, die eine generelle Leinenpflicht für Hunde vorsieht, sagt Salfenmoser. Bisher habe der Gemeinderat von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht, weil noch niemand von einem Hund angefallen worden sei.
Immer mehr Hunde
Dass in der Gemeinde immer mehr Hunde gehalten werden, ist dem Verwaltungsmitarbeiter schon vor längerer Zeit aufgefallen. Er vermutet, dass viele Menschen ohne Kinder dafür aber ihr Leben mit einem Haustier teilen.
Das bedeute jedoch nicht, dass auch jeder mit einem Hund umgehen könne. Franz Salfenmoser hat die entsprechenden Zahlen für Wittighausen herausgesucht: „Vor zehn Jahren waren 68 Hunde angemeldet. In diesem Jahr sind es 84“, sagt er.
Wittighausen folgt mit diesen Zahlen dem bundesweiten Trend. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IHV) erhebt jedes Jahr eine Statistik über die Anzahl der Heimtiere in deutschen Haushalten. Demnach lebten in den Jahren 2004 bis 2007 5,3 Millionen Hunde in Deutschland. 2008 waren es bereits 5,5 Millionen.
Bei den Katzen ist der Anstieg übrigens noch deutlicher: Von 7,5 Millionen im Jahr 2004 steigerte sich die Anzahl der Stubentiger auf 8,2 Millionen im Jahr 2008.
Dass mehr Hunde gehalten werden als früher, bestätigt Bernhard Löffler von der Gemeindeverwaltung Großrinderfeld. Er hat eine Steigerung festgestellt, die er allerdings nicht für gravierend hält. Beschwerden über das Fehlverhalten von Hunden stellt Hauptamtsleiter Arno Schubert in Großrinderfeld nur ab und zu fest. Ein besonderes Problem seien sie nicht.
Aber: „Freilaufende Hunde sind ein Ärgernis“, sagt Schubert. Er weist darauf hin, dass Verstöße gegen die gemeindliche Verordnung mit einem Bußgeld bewehrt sind.
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
Gelesen
Kommentiert
|
|
TAUBERBISCHOFSHEIM 50 000 Portionen täglich |
|
|
KONSTANZ Bodensee-Überquerung gescheitert |
|
|
BAD MERGENTHEIM Einbrecher dank aufmerksamer Zeugin festgenommen |
|
|
STUTTGART Neue Wege, neue Stolpersteine |
Aktuelle Leserkommentare
Leserbriefe
Zeichen setzen
engagierte Bürger Lesen Sie alles über den Preis und machen Sie Vorschläge, wer ihn bekommen soll. »mehr

Wetter