aktualisiert: 13.07.2010 20:08 Uhr
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MAIN-TAUBER-KREIS
Übung des Veterinäramtes: Regierungspräsident informiert sich vor Ort
Wer macht was, wenn eine Tierseuche ausgebrochen ist?
Die klassische Schweinepest ist in mehreren Landkreisen des Regierungsbezirkes Stuttgart ausgebrochen. Auch der südliche Main-Tauber-Kreis ist betroffen: Dies war das fiktive Szenario einer Tierseuchenübung.
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Gut vorbereitet: Amtstierarzt Dr. Jürgen Gossger (im Schutzanzug) erläuterte (von links) Bürgermeister Uwe Hehn, Amtstierarzt Dr. Gerhard Wegmann, Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Erstem Landesbeamten Dr. Ulrich Derpa die Abläufe im Logistikzentrum im Tierseuchenfall.Foto: Landratsamt
Das Regierungspräsidium Stuttgart sowie die Verwaltungs- und Führungsstäbe der Land- und Stadtkreise im Regierungsbezirk, insbesondere die Veterinärämter, probten zwei Tage lang gemeinsam den Ernstfall.
Regierungspräsident Johannes Schmalzl machte sich vor Ort selbst ein Bild und informierte sich im Logistikzentrum Creglingen über den Verlauf der Übung.
„Nur wer übt, ist gut vorbereitet“, stellte er die Bedeutung der Übung heraus und dankte allen Teilnehmern. Insbesondere sei es nicht selbstverständlich, dass Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr unter der Woche an einer solchen Übung teilnehmen.
Übungsbeobachter und „Schiedsrichter“ Dr. Karl Schwab vom Landratsamt Tuttlingen lobte den Verlauf der Übung: Veterinäramt und Stäbe seien organisatorisch gut aufgestellt, auch im Verwaltungs- und Führungsstab seien die Mitwirkenden mit der Thematik einer Tierseuche vertraut, die Fachbegriffe seien bekannt. Daran ließen sich der gute Ausbildungsstand und das regelmäßige Üben erkennen.
Nach der amtlichen Feststellung der Schweinepest muss schnell gehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung dieser Tierseuche zu vermeiden. Jeder betroffene Betrieb wird gesperrt, im Betrieb müssen sämtliche Schweine getötet werden, in einem Umkreis von 1000 Metern um den Betrieb kann dies in Abhängigkeit von dem Seuchengeschehen ebenfalls erforderlich sein.
Die Kadaver werden in Tierkörperbeseitigungsanlagen verbracht. Im Radius von drei und zehn Kilometern um den Seuchenherd werden zudem ein Sperrbezirk für Tiertransporte und ein Beobachtungsgebiet, in denen die weitere Entwicklung der Seuche besonders im Auge behalten wird, eingerichtet.
Ein solches Geschehen verlangt insbesondere den Veterinärämtern viel ab. Unterstützung leisten die Einheiten des Katastrophenschutzes, also der Führungsstab rund um die Feuerwehr und der Verwaltungsstab des Landratsamtes. Insgesamt waren im Main-Tauber-Kreis an beiden Übungstagen jeweils etwa 70 Menschen im Einsatz.
In der „Trockenübung“ ging es nicht darum, praktische Tätigkeiten wie zum Beispiel eine Desinfizierung von Fahrzeugen und Personen zu üben. Im Vordergrund stand vielmehr die Erprobung der Abläufe und Kommunikationswege: Wer tut wann was? Wen muss man worüber informieren?
Diese Aufgabe war bei der Übung über Landkreisgrenzen hinweg zu lösen. So sah das Drehbuch der Übung einen Ausbruch der Schweinepest in einem Betrieb direkt an der Landkreisgrenze zum Hohenlohekreis vor.
Bestandteil der Übung war auch die Einrichtung eines so genannten Logistikzentrums, das im Fall des massiven Ausbruchs einer Tierseuche der Versorgung und Dekontamination aller Einheiten dient.
Jeder Landkreis ist gesetzlich verpflichtet, ein solches Logistikzentrum vorzuhalten. Im Main-Tauber-Kreis soll hierfür auch im Ernstfall der Bauhof der Stadt Creglingen und des Bodenverbandes Mergentheim-Creglingen genutzt werden, da in diesem Teil des Landkreises die Viehdichte am größten ist und die Liegenschaft allen Anforderungen entspricht.
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