publiziert: 08.02.2012 17:53 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 17:57 Uhr
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Abbruch zum Aufbruch

Bürgermeister Streit informiert über die Abrissarbeiten am Hainberg

Das Versäumnis hat der Bürgermeister unumwunden eingeräumt. Eberhard Streit hat zugegeben, dass es wohl sehr spät sei, Mieter der Baugenossenschaft wie auch betroffene Wohnungsnachbarn über die Abbrucharbeiten der Wohnhäuser am Hainberg zu informieren. Bei der Trennung der Fernwärmeleitungen Ende Januar war das Wärmenetz länger als geplant gekappt – drei Tage waren 150 Wohnungen kalt geblieben. Zum Verdruss vieler Mieter.

Streit wollte nun aber nachholen, über Umfang, Ablauf und Zeitplan der Abbruchmaßnahme die wenigen Anlieger, die im VG-Schlosskeller erschienen waren, zu informieren. Auch die Zwischenlösung, die eine Grünanlage vor einer eventuellen Neubebauung vorsieht, kam ausgiebig zur Sprache.

„Es werden nicht mehr alle Wohnungen gebraucht.“

Bürgermeister Eberhard Streit

Als Beteiligte nannte der Bürgermeister die Stadt als Vorhabenträger, die Baugenossenschaft als ehemalige Eigentümerin der Häuser, das Planungsbüro Federlein mit Bauleiter Stefan Lorenz sowie Björn Fischer, dessen Firma die Abbrucharbeiten vornimmt. Die Häuser in der Scheffelstraße 1/3, 5/7, 6/8 und 10/12 sowie in der Ignaz-Reder-Straße das Anwesen 8/10 „werden der Abrissbirne zum Opfer fallen“, so Streit. Die Pläne sehen vor, dass an diesen neu geordneten Flächen Bauplätze entstehen, die mit Einzel- oder Doppelhäusern wieder belebt werden können. Als „einen Abbruch zum Aufbruch“ sieht Streit diese nach dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm III geförderte Maßnahme.

Die Maßnahme ist erforderlich, so das Stadtoberhaupt, weil mit der Schließung der Kaserne und dem demographischen Wandel nicht mehr alle Häuser dort so belegt werden können, „wie man sich in der Stadt das vorstellt“. Man wolle auch keine Leerstände, sondern statt dessen den Wohnwert am Hainberg erhalten. Eine Instandsetzung der Häuser hätte laut Streit sehr viel Geld gekostet . Und bei der aktuellen Situation auf dem Mietwohnungsmarkt gebe es keine Möglichkeit, entsprechende Mieteinnahmen zu erzielen, um kostendeckend zu wirtschaften.

Ein Verkauf der Wohnungen hätte die Rückzahlung großer Summen an den Staat zur Folge gehabt, betonte Streit. Gelder, die vor Jahrzehnten zur Finanzierung der Häuser aufgenommen wurden. Gleichzeitig wäre beim Verkauf an private Eigentümer eine Konkurrenz zur Baugenossenschaft entstanden, die ihr an anderer Stelle sicher geschadet hätte, so der Bürgermeister. Es werden nicht mehr alle Wohnungen gebraucht, deshalb habe man sich für diesen – mit der Regierung von Unterfranken abgesprochenen – Weg entschieden.

„Bei dieser Kälte entsteht knochentrockener Staub.“

Ingenieur Dieter Federlein

Dieter Federlein, dessen Ingenieurbüro bereits Abbruch-Erfahrung am Kreiskrankenhaus gesammelt hat, informierte die Damen und Herren vom Stadtrat sowie die Anlieger über die Details bei den folgenden Arbeitsabläufen. Die „Höchststrafe“, bei diesen Temperaturen abzubrechen, „hat sich leider nicht vermeiden lassen“, begründete der Ingenieur. Denn bis die Förder-Bestimmungen und Kostenberechnungen alle genehmigt waren, war es schon Ende November. Federlein ging noch einmal auf die Probleme bei der Trennung der Fernwämeleitungen ein, die „natürlich nicht gewollt und auch nicht vorhersehbar waren“. Nach dem Ausbau und der Entsorgung der Schadstoffe erfolgt zurzeit der Abbruch des Anwesens Ignaz-Reder-Straße 8/10, wobei bei der Kälte laut Federlein knochentrockener Staub entsteht.

Die Mitarbeiter der Firma Fischer haben das in diesem sensiblen Umfeld mittlerweile im Griff. Denn trotz Frostes wird befeuchtet, um Staubwolken zu vermeiden. Bevor die anderen Häuser abgerissen werden, dürfen noch Rettungsdienste darin und daran üben. So wird eine Hundestaffel eine Suchaktion nachstellen und die Feuerwehr probt Brandbekämpfung und einen Einsatz von und mit Atemschutzgeräteträgern.

Als „Nachsorge“ sollen die Keller mit verdichtetem Abbruchmaterial verfüllt werden. Dazu gehört auch, dass das Gelände entsprechend der Umgebung des neuen Baufeldes modelliert wird. Ansprechpartner für die Anwohner ist in erster Linie das Büro Federlein mit Projektleiter Stefan Lorenz. Auch Wolfgang Klemm von der Baugenossenschaft, der die Situation vor Ort genau kennt, sowie Björn Fischer von der Abbruchfirma und dessen Leute können, wie Fischer selbst versichert, bei Problemen darauf angesprochen werden.

Bürgermeister Streit wies darauf hin, dass bei Verdichtungsarbeiten auf jeden Fall Belästigungen vorkommen. Er empfiehlt Anwohnern und benachbarten Hauseigentümern, zur Beweissicherung Vorher- und Nachher-Fotos zu machen, was sich auch bei den Umbauarbeiten in der Stadt als richtig erwiesen hat. Im Übrigen sollten die Abbrucharbeiten bis zum 1. April abgeschlossen sein. Foto: Peter Federlein

Von unserem Mitarbeiter Peter Federlein
    
    

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