publiziert: 08.02.2012 17:18 Uhr
aktualisiert: 08.02.2012 17:26 Uhr
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Auf die Spitze des Eisbergs

Eisklettern ist in diesem Winter erstmals auch in Bischofsheim möglich
  • Hoch hinaus: Roland Zschorn hat die Spitze des 13 Meter hohen Eisturms in Bischofsheim fast erreicht.
    Foto: Berger
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Hoch ragt er in den Himmel von Bischofsheim, der Eisturm vor dem Outdoor-Geschäft Extrem, Tag für Tag wurde er dicker und stabiler. Freunde des Eiskletterns müssen nicht in die Alpen fahren, auch vor der Rhöner Haustüre kann man diesem eiskalten Sport frönen.

Günter Herbert von Extrem macht sich für den ersten Aufstieg auf den Turm fertig. Über seine dicken Winterschuhe zieht er Steigeisen, damit er Halt im Eis findet. Herbert legt die Sicherung an, nimmt in jede Hand einen Eispickel. Und schon kann es losgehen.

„Der Kletterturm hat in diesem Winter Premiere“, sagt Herbert. Entdeckt hat ihn der begeisterte Wintersportler zum ersten Mal in den Alpen, im Silvretta-Gebirge. Dort hat er während einer Bergtour auf einer Hütte einen solchen künstlichen Eisturm gesehen. „Die österreichische Bergwacht hat ihn zum Üben aufgebaut. Wir haben uns dann erkundigt, wie sie den Turm gebaut haben“, erklärt der Kletterer.

Dass man einen künstlichen Kletterturm aus Eis auf einem Gletscher errichten kann, war ihm klar. Aber ob dies auch in Bischofsheim funktioniert? „Wir hatten nun längere Zeit niedrige Temperaturen, also haben wir es einfach mal ausprobiert.“ In München gab es auch schon mal eine künstlich gewachsene Eissäule. Und Günter Herbert hat sich gedacht: „Was die in dort können, das können wir auch.“

Ein eindrucksvolles Eisgebilde ist entstanden. Dicke, blau schimmernde Eiszapfen wachsen wie Stalaktiten von der Säule herunter. Lang hält die Pracht bei den Kletterern nicht. Erst schlägt er den einen Eispickel, dann den anderen in das Eis und will sich in die Höhe ziehen. Roland Zschorn steht neben dem eisigen Turm und sichert. Am Bischofsheimer Eisturm wird „toprope“ geklettert. Das heißt: Das Sicherungsseil ist um die Turmspitze gelenkt, der Partner steht unten und sichert den Kletterer. Aber wie kommt das Seil an die Turmspitze? Günter Herbert verrät es: „Wir haben das Seil mit einem kleinen Wurfsäckchen da hoch bekommen.“

Große Eisbrocken brechen von der Säule ab: „Am Samstag war es stabiler“, ist das Fazit von Günter Herbert. Wegen des extremen Frosts ist das Eis spröde und brüchig geworden. Immer wieder rutscht Herbert mit den Füßen von der eisigen Oberfläche ab. Mit seinen Steigeisen findet er nach ein paar Versuchen Halt und geht Schritt für Schritt den Eisturm nach oben. „Es ist schwierig, weil die Füße keinen Halt finden. Die ganze Kraft kommt aus den Oberarmen.“

Roland Zschorn klettert als Nächster hoch. Schnell hat er die Spitze erreicht. Und wie war es? „Es ist schwerer als an einem Wasserfall zu klettern, besonders die kleinen Überhänge sind gemein!“

Das Grundgerüst für den Eisturm ist ein Eisenrohr, in dem eine Leitung verlegt wird. Das Wasser fließt wie in einem Brunnen von oben den Turm herab und gefriert dabei. „Das Rohr ist 13 Meter hoch und wir haben elf Kubikmeter Wasser seit letztem Dienstag gefrieren lassen.“ Anfang der Woche war mit dem Wachstum Schluss. Die Wasserleitung ist eingefroren. Jetzt wird er nur noch von außen mit Wasser besprüht.

Kurz vor dem Winter hat Günter Herbert mit seinen Helfern das Rohr aufgestellt. Ähnlich gesichert wie der große Sendemast auf dem Kreuzberg, steht er den Winter über neben dem Gebäude. Im Sommer werde er wieder abgebaut, man brauche den Platz für andere Aktionen.

Jeder kann auf den Eisturm klettern, mit vorheriger Anweisung natürlich. „Wir wollen einfach die Sportart hier vorstellen“, sagt Herbert. Deshalb ist das Klettern auch kostenlos. Vorkenntnisse sollte man allerdings mitbringen, wenn man den Eis-Riesen ersteigen will.

Von unserem Redaktionsmitglied Lena Berger
    
    

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Die neuesten Kommentare

goosegans (1 Kommentare) am 09.02.2012 15:24

Nur klettern darf man nicht

Komisch, fetter Bericht in der Zeitung und dann gehts doch irgendwie nicht. Geht nicht weil Geschäft auf? Hä? Gehts noch? Nur meine persönliche Meinung, aber ich komm mir auf jeden Fall verarscht vor.
(0)
zschorn (2 Kommentare) am 16.02.2012 22:20

Wir durften so oft wir wollten

wenn man mit Partner und Ausrüstung kommt, kann man klettern bis die Arme lang sind - und es kostet nichts - Günter hat uns sogar Steigeisen und Eisgeräte geliehen.
Coole Idee macht weiter so zwinkern
(0)
Sperch (1 Kommentare) am 08.02.2012 20:56

Bilder

weiter Bilder vom Eisturm findet man unter www.extremzeit.de/
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