publiziert: 24.02.2012 14:57 Uhr
aktualisiert: 24.02.2012 15:32 Uhr
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Auge in Auge mit dem Riesenvogel

Ausgebüxter Nandu lief Stadtförster direkt vor die Linse – Tier hat die Frostperiode offenbar gut überstanden
  • Fotos (2): Herbert Gessner
    Näher ran geht nicht: Vor wenigen Tagen gelang Stadtförster Herbert Geßner bei Althausen dieses Foto von einem vermutlich in Herbst vergangenen Jahres in Wargolshausen entlaufenen Nandu.
  • Gut im Futter: Der Laufvogel, der aus Südamerika stammt, hat den Winter offenbar gut überstanden.
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2 Bilder

Herbert Geßner ist seit fast 25 Jahren Förster und auch ein leidenschaftlicher Fotograf. Doch was er da vor wenigen Tagen am Rande des Sambachwaldes vor die Linse bekam, hat selbst einen so erfahrenen Forstmann wie ihn überrascht.

Am Rande eines Rapsfeldes entdeckte der Großbardorfer einen ausgewachsenen Nandu, dem er sich ganz vorsichtig bis auf wenige Meter nähern konnte. „Erst als ich das Tier fast schon anfassen konnte, machte es sich davon“, erinnert sich der Stadtförster an die Begegnung mit dem großen, aus Südamerika stammenden Laufvogel zurück. Und Geßner nutzte die günstige Gelegenheit: Er knipste, was das Zeug hielt, und machte so die wohl mit Abstand besten Fotos, die es bislang von dem vermutlich im vergangenen Herbst in Wargolshausen ausgebüxten Nandu gibt.

Was Geßner überraschte, ist die Tatsache, dass der Riesenvogel mit einer Scheitelhöhe von fast 1,50 Meter die mehrwöchige Dauerfrostperiode offenbar gut überstanden hat. Das Tier habe nicht den Eindruck gemacht, als ob es abgemagert oder gar krank sei, im Gegenteil. „Der war richtig fit“, so Geßner, der den Nandu noch eine ganze Weile bei der Suche nach Fressbarem beobachten konnte, bevor er endgültig außer Sichtweite war.

Bei dem jetzt zwischen Althausen und Sambachshof gesichteten Nandu dürfte es sich um eines von zwei Tieren handeln, die im vergangenen Herbst aus einem Gehege in Wargolshausen entkamen und die seither zwar mehrfach gesichtet wurden, aber bis heute nicht eingefangen werden konnten. Erstmals wurde die Polizei im Oktober 2011 darüber informiert, dass im Bereich Saal, Wülfershausen und Hollstadt ein Emu frei herumläuft, was sich später als einer der beiden entlaufenen Nandus entpuppen sollte. Einige Wochen später sahen zwei Schülerinnen einen der Vögel auf einer Wiese bei Aub grasen. Mit dem Wintereinbruch verlor sich dann die Spur der Nandus, bevor jetzt Stadtförster Herbert Geßner eines der beiden Tiere vor die Kamera bekam.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder im Internet: rhoengrabfeld.mainpost.de

Wissenswertes über den Laufvogel aus Südamerika

Der Nandu stammt ursprünglich aus Südamerika Der Nandu ist flugunfahig, seine lateinische Bezeichnung ist „Rhea americana“. Das Tier gehört zur Ordnung der Laufvögel und ist seit einigen Jahren auch in Deutschland heimisch, wenn auch nur in einer noch geringen

Stückzahl. So entwichen im Jahr 2000 mehrere Nandus aus einer Freilandhaltung in Schleswig-Holstein nahe der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern, die von dort in den Landkreis Nordwestmecklenburg wechselten. Bereits 2001 gab es einen erfolgreichen Brutversuch, im März 2011 ging man von einem Bestand von rund 100 Exemplaren aus.

Der Nandu hat lange und kräftige Beine

Der Nandu ist mit einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm der größte Vogel der „Neuen Welt“. Die Laufvögel haben ein lockeres, zerfleddert aussehendes Federkleid und besitzen die größten Flügel aller Laufvögel. Die Beine der Nandus sind lang und sehr kräftig. Nandus können auf der Flucht bis zu 60 Stundenkilometer schnell werden. Normalerweise sind die Nandu-Männchen etwas größer als die Weibchen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Pampa, dem Grasland in Argentinien und Uruguay bis hin in den Nordosten von Brasilien.

Von unserem Redaktionsmitglied Alfred Kordwig
    
    

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