publiziert: 14.09.2011 12:58 Uhr
aktualisiert: 14.09.2011 13:02 Uhr
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Aus grün wird bunt und die Natur freut sich

Vielfalt statt Monotonie – Feldversuch mit Alternativen zum großflächigen Maisanbau in Großbardorf
  • Sieht doch schöner als Mais aus: Auf mehreren Feldern bei Großbardorf wird eine Alternative zur traditionellen Energiepflanze gesucht. Professor Dr. Eckhard Jedicke (von links), Biologe Karl-Heinz Kolb und Mathias Klöffel sind jedenfalls mit dem Ergebnis des ersten, im wahrsten Sinn des Wortes blühenden Feldversuch sehr zufrieden.
    Foto: Eckhard Heise
  • Grau, grün und monoton: Ausgedehnte Maisfelder haben nicht viel für die ökologische Vielfalt zu bieten, wie auf unserem Symbolbild von einer Maisernte aus vergangenen Jahren, unschwer zu erkennen ist. In Großbardorf hat man nun erfolgreich den Versuch gestartet, die Ränder von Maisfeldern mit Kräutern und Wildblumen ökologisch aufzuwerten.
    Foto: Ingo Wagner/dpa)
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Es wäre sicherlich ein Gewinn für die Kulturlandschaft: Statt eintöniger Maiswälder bunte Pflanzenpracht. Das ist keine Utopie, sondern daran wird ernsthaft gearbeitet. Einen Eindruck, wie das Ganze aussehen könnte, liefern mehrere Versuchsfelder um Großbardorf herum.

Seitdem Biogasanlagen verstärkt für nachhaltige Energieerzeugung errichtet werden, hat sich auch der Anbau von Mais erheblich ausgeweitet, weil er für den Einsatz zur Vergärung der ideale „Brennstoff“ ist. Keine andere Pflanze entwickelt so viel Masse wie der Mais. Aber die Energiepflanze hat auch ihre Nachteile und daher wird nach Alternativen gesucht. Eine davon ist auf mehreren Versuchsäckern von Mathias Klöffel zu sehen.

Der Landwirt und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands hat sich dazu an einem Feldversuch mit einem Saatgut beteiligt, das die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim entwickelt hat. Auf mehreren Streifen entlang von Maisäckern hat Klöffel auf insgesamt zwei Hektar eine Mischung aus etwa einem Dutzend Arten an Kräutern, Wildblumen und Stauden gesät. Damit hat er den direkten Vergleich zur traditionellen Energie- und Futterpflanze. „Der Ertrag an Biomasse ist zwar nicht so hoch wie beim Mais, aber dafür muss weniger Feldarbeit geleistet werden“, resümiert er.

„Der Ertrag ist zwar nicht so hoch, aber Kräuter und Wildblumen manchen weniger Arbeit“

Mathias Klöffel über seine Erfahrungen mit den Kulturen

Klöffel erinnert außerdem daran, dass der Versuch eine Premiere sei. Die Landesanstalt teste noch die unterschiedlichsten Varianten. Auch könne das Saatgut an die Standorte oder besonders trockene Bedingungen angepasst werden. Darüber hinaus erfülle die neue Methode aber auch einen ökologischen Nutzen.

Der Anbau trägt erheblich zur natürlichen Vielfalt unserer Landschaft bei, erklärt Professor Dr. Eckhard Jedicke, der gemeinsam mit dem Biologen Karl-Heinz Kolb das Pilotprojekt im Landkreis initiiert hat. Sie betreuten auch bereits im Vorjahr das „Agrobiodiversitätsprojekt“, das in die gleiche Richtung zielt. Die Artenvielfalt vermindere einerseits das Risiko von Monokulturen, andererseits werde neuer Lebensraum für Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und einer Reihe weiterer Insekten geboten, betonen die beiden Mitarbeiter der BBV-Landsiedlung GmbH.

Nicht dass der Anbau von Mais einen kritischen Umfang angenommen habe, beteuert Klöffel. In den 80er Jahren sei bei einer viel intensiveren Viehhaltung der Anteil von Mais auf den Ackerflächen deutlich höher gewesen. Auch jetzt liege der Anteil der Flächen bei unter zehn Prozent im Landkreis.

Im nächsten Jahr möchte Klöffel auf weniger ertragreichen Böden mehrjährige Pflanzen testen. Heuer habe das Saatgut wie der Mais die Trockenheit im Frühjahr gut weggesteckt, offensichtlich weil gerade noch rechtzeitig der Regen gekommen sei. Das diesjährige Ergebnis mache ihn jedenfalls zuversichtlich, dass hier eine echte Alternative aufgezeigt werde.

Von unserem Mitarbeiter Eckhard Heise
    
    

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