aktualisiert: 02.02.2012 10:00 Uhr
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OSTHEIM/RHÖN
Bionade nach Verkauf mit und ohne Sorgen
Gründerfamilie Kowalsky veräußert ihre restlichen Anteile an die Radeberger-Gruppe
Am Mittwochmorgen herrschte am Ostheimer Firmensitz die übliche Betriebsamkeit. Lkw lieferten wie üblich unter beengten Verhältnissen Leergut an oder machten sich vollbepackt auf den Weg. Zwei der Lkw-Fahrer wussten nichts vom Verkauf der Kowalsky-Anteile, machten sich aber keine weiteren Sorgen. „Wir Biobauern sehen die Sache auch gelassen. Unsere Anbauverträge haben wir erst vor wenigen Wochen verlängert“, sagt Martin Ritter vom gleichnamigen Biohof. Auf rund acht Hektar baut er Bio-Holunder an, seit drei Jahren zusätzlich in einem Versuchsanbau Quitten auf 1,4 Hektar, das sind einige Hundert Bäume. „Solche Verträge werden langfristig ausgehandelt. Verständlich, wenn man zum Beispiel beim Holunder drei Jahre auf die erste Ernte warten muss“, so Martin Ritter.
In der Ostheimer Zentrale war man am Mittwoch selbst noch überrascht von der Pressemeldung. „Wir wissen noch nicht, wann die Belegschaft informiert wird“, so eine Dame.
Die große Frage dürfte nun lauten, wie sehr Bionade der Region, der Rhön verwurzelt bleibt. Die Erfolgsgeschichte der beinahe pleite gegangenen Ostheimer Biermarke Peter-Bier zum Erfinder einer ökologischen Erfrischungsbrause hatte jahrelang für spannende Geschichten gesorgt. Bionade wurde von einem Nischen- und Szenegetränk zu einer Kultbrause, die „in der Mitte der Gesellschaft“ ankam. Selbst den amerikanischen Markt hatte man im Visier. Allerdings blieben auch Negativ-Schlagzeilen nicht aus. Eine massive Preiserhöhung 2008 und der Verkauf von Mehrheitsanteilen aus Familienhand an Radeberger und damit indirekt an den Lebensmittelriesen Oetker 2009 wurde von vielen Seiten kritisch gesehen.
Mittlerweile gibt es eine Presseerklärung der Radeberger-Gruppe, in der die Kowalsky-Brüder zu Wort kommen: "Bionade hat bewegte und schwierige Zeiten hinter sich. Deshalb ist es uns natürlich nicht leicht gefallen, uns von unserem früheren Unternehmen, unserer Marke und unseren treuen Mitarbeiter/innen zu trennen", werden die Brüder zitiert. "Wir haben allerdings jetzt die Möglichkeit, neue Projekte im Bereich nachhaltige Entwicklung anzugehen, bei denen wir auf unseren Erfahrungen, die wir bei Bionade gesammelt haben, aufbauen und diese weitergeben können. Wir wissen Bionade und unsere Mitarbeiter bei der Radeberger Gruppe in soliden Händen. Sie wird beiden eine gute Zukunft ermöglichen. Das war uns sowohl bei der Gründung des Joint Ventures als auch bei unserer jetzigen Entscheidung zum Verkauf sehr wichtig. Daher ist für uns jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues zu beginnen“, so die scheidenden Geschäftsführer.
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lorysbua (21 Kommentare) am 03.02.2012 14:02
Volks- und betriebswirtschaftlich gesehen.......sieht die Sache anders aus und scheint doch recht vernünftig zu sein. Ein neues Produkt auf den Markt bringen und damit zum Leader werden ist eine große Leistung. Das weitaus schwierigere ist jedoch, die anfängliche Monpolstellung nach der Verschiebung zum Angebotsoligopol oder Polypol, MArktanteile in überlebensfähiger Form zu halten. Das ist oftmals für einen Mittelständler nicht möglich und deshalb begibt man sich in Fusion oder Verkauf. Global Player wie Oetker verfügen über ein eingespieltes und weltweites Vertriebsnetz, nötigen Cash-Flow und entsprecjendes Know-How zur dauerhaften Positionierung einer Marke. Siehe Radeberger: Auch die waren vor dem Einstieg von Oetker ein Mittelständler. Dass der Einstieg und der Verkauf von Geschäftsanteilen nicht negativ sein muß und auch die Arbeitsplätze erhalten bzw. ausgebaut werden konnen, sieht man an vielen Firmen (z.B. Preh Bad Neustadt). Es ist ein Unterschied, ob an einen dubiosen Investor oder an einen Weltkonzern veräußert wird.Also bitte nicht alles so negativ sehen nur weil man es nicht besser weiß. |
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marco300575 (18 Kommentare) am 01.02.2012 22:35
TjaWer hoch hinaus will fällt bekanntlich tief! Kumpanie ist eben Lumpanie. |
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punkbone (700 Kommentare) am 01.02.2012 22:29
Die Ratten verlassen zuerst das sinkende Schiff...Die Radeberger Gruppe / Oetker wird in ein paar Monaten die Produktion in Ostheim einstellen und in einen anderen Werk produzieren. Dieses Werk ist für die Gruppe zu unproduktiv und Ostheim ist ein kleines unbekanntes Dorf ohne Infrastruktur, keine Autobahn in der Nähe oder größere Stadt. Des weiteren wird so ein Großunternehmen die Zutaten im Ausland zu viel günstigeren Konditionen einkaufen als in der Rhön bei diesen Kleinbauern. |
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deutzi (161 Kommentare) am 02.02.2012 09:58
punkbonekennen sie Ostheim ,ich glaube nicht,denn sonst würden sie nicht so negativ darüber schreiben.Nur ein Beispiel:Von der Autobahn Abfahrt Mellrichstadt sind es nur wenige km bis Ostheim.Und Ostheim hat sogar Stadtrecht, und ist unter anderen mit der größten Kirchenburg Deutschlands sehr bekannt.Schauen sie sich doch einmal das Städtchen an,sie werden staunen.Nebenbei bemerkt: Ostheim liegt in der Rhön und ein Besuch lohnt sich immer. |
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cooletrickle (37 Kommentare) am 02.02.2012 19:49
Autobahnanbindung ???Schonmal mit nem großen LKW von der Autobahn nach Ostheim gefahren ?? Eine solch beschissene Strecke gibt gibt es kein 2tes mal.Und ich persönlich bezweifle ebenfalls das der Standort Bionade/Ostheim ewig erhalten bleibt. |
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