aktualisiert: 06.02.2012 15:58 Uhr
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WASSERKUPPE
Bunte Segel am blauen Himmel
Hohe Geschwindigkeiten bei tiefen Temperaturen an der Wasserkuppe
Eine weite schneebedeckte Fläche lockt Snowkiter im Winter regelmäßig zur Wasserkuppe. Zum Beispiel die drei Freunde Felix, Niclas und Kima. Sie waren am Samstag in Dortmund um vier Uhr aufgebrochen. Nach dreieinhalbstündiger Anfahrt standen sie mit ihren Kites um Acht auf dem Flugfeld, dem Rhöner Gletscher. „Da ist der Wind am besten“, weiß Felix. Wie viele Minusgrade es da hatte, wissen sie nicht, aber: „Als wir um sieben von der Frühstückspause zum Auto kamen, waren die Scheiben von innen dick zugefroren!“
Zweieinhalb Stunden später starteten die Teilnehmer zum 4. Internationalen Snowkite-Race, das von der Flugschule Papillon ausgerichtet wurde. 23 Männer und eine junge Frau aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fuhren mit dem Wind um die Wette, bis zu 60 Stundenkilometer erreichen die Sportler auf ihren Skiern und Boards. Nach dem Briefing durch Rennleiter Guntram Leibold aus Münsterappel in Rheinland-Pfalz gab dieser das Zeichen zum Massenstart. Die 24 Teilnehmer peilten die erste Eckmarkierung, ein kleines Zelt an, das sie umfahren mussten. Doch dann passierte das, was jedem Windsportler – ob Gleitschirmflieger oder Surfer – den Nerv raubt: Flaute. Und das just am Anstieg des Geländes. Reihenweise segeln die Schirme aufgrund der Windflaute zu Boden.
Während des Rennens darf den Teilnehmern keiner beim Weiterfahren helfen. Also mussten sich die Snowkiter gedulden, bis der Wind wieder auffrischt. Für Guntram Leibold ist das nichts Neues, „aufgrund der Topographie des Geländes kann es passieren, dass der Wind plötzlich fehlt“. So saßen die Boardfahrer im Schnee, wenigstens schien die Sonne vom stahlblauen Himmel und suggerierte etwas Wärme, bei immer noch -14°!
Katja aus Frankfurt am Main schaut vom Startplatz aus zu. Wenn die Windvorhersage passt, nutzt sie jede Gelegenheit und kommt zum Kiten zur Wasserkuppe. Bei diesem Wettbewerb fuhr sie nicht mit, betreute aber einen Ausstellungsstand am Rande der Piste.
Was macht ein Snowkiter eigentlich ohne Schnee? Kite-Landbording und Kitesurfen sind dann angesagt. Beim Kitesurfen traut sich Katja auch an gewagte Sprünge, „im Wasser tut das Fallen nicht so weh“, erklärte sie lächelnd. Mittlerweile frischte der Wind wieder auf, die bunten sichelförmigen Segel zogen die Skifaher und Boarder wieder rund um den Kurs. Der Rennleiter hatte eine Zeit für das Rennen vorgegeben und jeder Teilnehmer bemühte sich, so viele Runden wie möglich zurückzulegen. Der mit den meisten Runden bekam die Wertung „0“, danach 1, 2 und so weiter.
Beim zweiten Rennen wurde der Kurs von vier Umfahrungspunkten auf drei verringert. Trotzdem hatte wieder ein Border mit dem Wind zu kämpfen, der Schirm sackte ab. Streckenposten Mario Funk aus Giessen hob die rote Fahne, Signal für alle nachfolgenden Fahrer, hier etwas acht zu geben.
Nach dem zweiten Rennen lag der 19-jährige Emmanuel Norman bei den Boardern vorne. 2009 war er Deutscher Meister im Freestylebording. Merkt man eigentlich während des Rennens merkt, ob man vorne liegt? „Ja, du kriegst schon mit, wie du beim Start weg gekommen bist“. Er war mit einem Softkite unterwegs, einem Segel, das einem Gleitschirm sehr ähnlich ist. Je weniger Wind, umso größer werden die Segel, bis zu 21 Quadratmeter kann es groß sein.
Eine junge Frau pumpte am Rande des Flugfeldes Luft in ein Segel, ein sogenanntes Tube, das häufig im Sommer auf dem Wasser Verwendung findet, da es bei einem Absturz aufgrund der Luftpolster nicht unter geht.
Nach fünf Durchgängen mit mehr oder weniger gutem Wind ging das Rennen zu Ende, Emmanuel Norman siegte wie erwartet bei den Boardern, Markus Pompel wird Erster in der Skiwertung.
Ein tolles Rennen, die Läufer hatten ihren Spaß, die Fotografin tolle Bilder im Kasten – und Eisklumpen an den Füßen. Streckenposten Mario rät zu Alu-Einlegesohlen: „Da kannste stundenlang in der Kälte stehen“!
ONLINE-TIPP
Viele Bilder unter rhoengrabfeld.mainpost.de
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