aktualisiert: 07.02.2012 14:45 Uhr
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HERBSTADT
Der doppelte Kommandant
Georg Rath – 18 Jahre an der Spitze der Feuerwehr und dazu noch Bürgermeister
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Außergewöhnlich, dass ein Bürgermeister auch das Amt des Kommandanten innehat: 18 Jahre stand Georg Rath (links) an vorderster Stelle der Feuerwehr Herbstadt wie hier bei der Präsentation einer neuen Spritze. Daneben neuer Kommandant Heiko Lurz mit weiteren Feuerwehrmännern.Fotos (2): Josef Kleinhenz
„Das Problem ist ja nicht, ein solches Amt zu kriegen, sondern es wieder los zu werden“, sagt unverblümt Georg Rath, der neben seinem Bürgermeisteramt auch noch Kommandant der Feuerwehr Herbstadt sein musste. Das ist ungewöhnlich. Denn normalerweise ist ein Gemeindechef nicht auch gleichzeitig der Kommandant.
Georg Rath wurde 1994 zum Kommandanten gewählt, weil sich niemand bereit erklärte, dieses Führungsamt zu übernehmen. Da war er noch gar kein Bürgermeister. Erst 1996 wurde Georg Rath überraschend zum Gemeindechef gewählt, obwohl er gar nicht auf der Liste stand. Doch da war er schon zum Kommandanten auf sechs Jahre bis zum Jahr 2000 gewählt.
Rath wollte nach der Wahl zum Bürgermeister nach eigenem Bekunden „den Kommandanten“ in Verantwortung um das Amt aber nicht einfach hinschmeißen.
Auch zur Jahrtausendwende „war leider niemand da, der das Kommandanten-Amt übernommen hätte. Also blieb Rath seinem Versprechen treu, die Aufgabe bis 2006 und sogar darüber hinaus bis 2012 auszuführen. Bis er nun das Amt an Heiko Lurz übergeben konnte, der nach kontinuierlicher Aufbauarbeit bereit war, zu kandidieren. Bereits 2006 ist Heiko Lurz zum Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Herbstadt gewählt worden und hat nun schon einige Erfahrungen an der Spitze gesammelt.
„Es muss ja ordentlich weitergehen“, hatte sich Georg Rath immer wieder gesagt, als sich niemand zur Verfügung stellte. Außerdem hätte es wohl keinen guten Eindruck hinterlassen, wenn er als Bürgermeister „die Feuerwehr“ einfach hingeworfen hätte. „Ich habe ja eine Verantwortung für die Gemeinde und die Bürger“, sagt der 52-Jährige und fügt hinzu: „Das zusätzliche Amt habe ich aber letztlich auch gerne gemacht“. Denn er konnte dabei viele Erfahrungen an vorderster Stelle der Feuerwehr sammeln, die andere Bürgermeister nicht haben. Bürgermeister Georg Rath erinnert nur an ein Feuer in der Müllumlade-Station oder den großen Scheunenbrand auf dem Anwesen Stühler, wo er als örtlicher Kommandant verantwortlich agieren musste. Natürlich gab es in seiner 18-jährigen Kommandantenzeit auch einige Feuerwehrfeste zu feiern und zu besuchen. „Ich bin mir sicher, die Feuerwehr könnte darüber einen ganzen Abend lang erzählen“. Das Gesellige gehörte dazu und war der angenehmere Aspekt.
„In den 18 Jahren meiner Tätigkeit als Kommandant haben wir bei der Feuerwehr Herbstadt mit elf Gruppen verschiedene Leitungsabzeichen abgelegt. Außerdem, nachdem wir 1998 die Jugendfeuerwehr gegründet haben, auch drei Jugendleistungsabzeichen und diverse Wissenstests absolviert“.
Einen richtigen Schritt in die richtige Richtung nennt Georg Rath, in die ehemalige Schule umgezogen zu sein. „So dass die Feuerwehr Herbstadt jetzt über ein Gerätehaus verfügt, das man vorzeigen kann und in dem alles zur Verfügung steht, was man heute zur Erfüllung der Aufgaben braucht“.
„Auch wenn die Ausrüstung bei der Feuerwehr im Großen und Ganzen passt, so gibt es doch für die neue Führung noch viel zu tun“. Georg Rath räumt unumwunden ein, dass er es aus zeitlichen Gründen nicht geschafft habe, den Ausbildungsstand stets zu verbessern. Daher sei es erforderlich, die Jugendarbeit zu forcieren, um so die jungen Menschen noch besser an die Feuerwehr heranzuführen und sie dafür zu begeistern. Raths Erkenntnis: „Wenn man andere von etwas überzeugen will, muss man selbst dahinter stehen und selbst gut ausgebildet und geschult sein“. Doch immer wieder sei dies für ihn hinsichtlich der Doppelbelastung auch eine Zeitfrage gewesen. Daher appelliert Rath an seine Nachfolger, so oft wie möglich auf angebotene Lehrgänge zu gehen. „Jetzt bleibt mir nur noch, den lieben Kameraden zu danken, dass sie mich in diesen 18 Jahren als Kommandant der Feuerwehr Herbstadt begleitet, auch mal kritisiert, unterstützt, geholfen und angepackt haben, wenn es gebrannt hat“.
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