aktualisiert: 04.10.2010 09:14 Uhr
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SCHWARZES MOOR
Die deutsche Teilung nie vergessen
Rhönklub enthüllt Gedenktafel am Schwarzen Moor am 20. Jahrestag der Deutschen Einheit
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Erinnerung an die deutsche Teilung: Gemeinsam enthüllten Rhönklub-Präsidentin Regina Rinke und Spender Dick de Jong beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit den neuen Gedenkstein am DreiländereckFotos: Thomas Pfeuffer -
Ehrengäste: Neben vielen Rhönfreunden waren (von links) der hessische Landtagsabgeordnete Walter Arnold, sein thüringischer Kollege Michael Heym, Spender Dick de Jong und Eduard Lintner zur Enthüllung gekommen.
Für die Rhön und damit auch für den Rhönklub als Gesamtrhöner Verein war die Zeit der deutschen Teilung eine besonders schmerzhafte Epoche. Entsprechend groß waren die Freude über die Grenzöffnung und die Wiedervereinigung nicht nur 1989 und 1990. Auch den 20. Jahrestag der Wiedervereinigung nutzte der Rhönklub für eine Gedenkfeier und hatte dafür einen besonders markanten Platz ausgewählt: das Dreiländereck am Schwarzen Moor.
Hier, wo seinerzeit die Teilung besonders erlebbar war, hatten 1981 die CSU und der damalige Ex-Ministerpräsident Alfons Goppel zum 20. Jahrestag des Mauerbaus an einem großen Basaltblock eine Gedenktafel anbringen lassen. Darauf zu lesen stand ein Zitat von Konrad Adenauer, der dazu aufrief, die deutsche Teilung nicht zu vergessen und für die Wiedervereinigung zu arbeiten. 1991 war die Tafel gestohlen worden. Nun, zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung, wurde erneut eine Tafel mit dem Zitat Adenauers angebracht. Bei dem von den Nordheimer Musikanten unter Leitung von Hans Aschenbach umrahmten Festakt zum Tag der Deutschen Einheit wurde sie vor rund 200 Rhönfreunden enthüllt.
Hatte Konrad Adenauer in seinem Zitat dazu aufgerufen, die Menschen im Osten nicht zu vergessen, stand im Mittelpunkt des Festakts die Forderung, die Erfahrungen der deutschen Teilung, die Erfahrungen von Diktatur und Unterdrückung nicht zu vergessen und sie an die kommenden Generationen als Mahnung und Aufforderung, für die Freiheit einzustehen, weiterzugeben.
Dieser Gedanke bestimmte sowohl die Begrüßung von Rhönklub-Präsidentin Regina Rinke, die dabei den Tag als „politisches Erntedankfest“ bezeichnete und auf die wichtige Rolle des heimischen Wandervereins beim Zusammenwachsen der Rhön als gemeinsamer Heimat hinwies.
Auch in der Festansprache des langjährigen Bundestagsabgeordneten Eduard Lintner, der schon vor fast 30 Jahren beim ersten Aufstellen der Tafel dabei war, spielte die Forderung, keine Erinnerungslücken im Gedächtnis der Deutschen entstehen zu lassen, eine zentrale Rolle. Vielen Kindern seien Todesstreifen, Minenfelder oder Schießbefehl gar nicht mehr bekannt. Dem müsse entgegengewirkt werden.
Lintner, damals an politisch verantwortlicher Stelle, beschrieb und rechtfertigte den Wiedervereinigungsprozess als alternativlos und als epochale politische Leistung von Helmut Kohl, George Bush und Michail Gorbatschow. Dem konnten sich der thüringische Landtagsabgeordnete Michael Heym und sein hessischer Kollege Walter Arnold nur anschließend.
Bevor der Festakt mit der Nationalhymne beendet und in der Fladunger Grenzlandhalle gefeiert wurde, berichtete der Spender des neuen Gedenksteins, Dick de Jong aus den Niederlanden, über seine Beweggründe. Seit 1989 habe er alljährlich mit seiner Frau Astrid Urlaub in der Rhön, „dem schönsten Wandergebiet Deutschlands“, gemacht.
Das Schwarze Moor sei einer ihrer Lieblingsorte gewesen. Nachdem seine Frau vor einem Jahr gestorben war, habe er sich überlegt, der Rhön etwas Schönes zu schenken und mit dem Namen seiner Frau zu verbinden. So sei die Idee von dem Gedenkstein, den die Firma Kessler aus Stangenroth gestaltet habe, am Schwarzen Moor entstanden.

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