publiziert: 28.08.2012 15:31 Uhr
aktualisiert: 30.08.2012 12:02 Uhr
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Die meisten Kinder werden von Verwandten angenommen

Zahl der Adoptionen im Landkreis Rhön-Grabfeld nimmt stetig ab

Psychologen sehen die Adoptionswünsche ungewollt kinderloser Eltern kritisch. Nichtsdestotrotz sind die Bewerbungslisten lang: Zehn mögliche Elternpaare kamen vergangenes Jahr bayernweit auf ein zu adoptierendes Kind. Im Kreis Rhön-Grabfeld wurden übers Jahr 2011 hinweg sechs Kinder und Jugendliche adoptiert.

Wie aus den Zahlen des Landesamtes für Statistik weiter hervorgeht, waren das vier Adoptionen mehr als im Vorjahr. Damit unterstützte der Kreis Rhön-Grabfeld den bayernweiten Trend: Insgesamt 657 Kinder und Jugendliche wurden vergangenes Jahr im Freistaat an Kindes statt angenommen, zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Mitte der 90-er Jahre waren es bayernweit jährlich noch mehr als 1000 Adoptionen gewesen, in den vergangenen vier Jahren nun rund 600 bis knapp 700 Fälle. Im Zuge des allgemeinen Geburtenrückgangs werden eben nicht nur weniger Kinder geboren, sondern es sinkt auch die Zahl der zur Adoption freigegebenen Babys, zumal die Jugendämter in Problemfällen den werdenden Müttern verstärkt zur Pflegefamilie raten. Der Rückgang bei den Stiefelternadoptionen geht wohl auf die Kindschaftsrechtsreform zurück, denn durch die rechtliche Gleichstellung ehelicher und nicht ehelicher Kinder ist eine Adoption nicht mehr zwingend erforderlich.

Im Kreis Rhön-Grabfeld wurden in den letzten vier Jahren insgesamt zwölf Kinder und Jugendliche adoptiert. Im Jahr 2008 war es eine Adoption, ein Jahr später dann drei Fälle. Von Januar bis Dezember 2010 wurden zwei Kinder und Jugendliche an Kindes statt angenommen und vergangenes Jahr nun sechs.

Alle betroffene Kinder und Jugendliche im Kreis Rhön-Grabfeld wurden von deutschen Elternpaaren adoptiert. Davon Zwei durch Verwandte (33 Prozent), wobei es sich jeweils um den Stiefvater oder die Stiefmutter handelte, schlüsselt die Statistik weiter auf. Bezogen auf ganz Bayern und auf alle Adoptionen (auch die durch ausländische Elternpaare) sah es so aus, dass in rund zwei Drittel aller Adoptionen des vergangenen Jahres die Kinder und Jugendlichen von Verwandten adoptiert wurden. In den meisten Fällen (434) handelte es sich dabei um die bisherigen Stiefeltern, sprich: für diese Kinder bleibt somit alles beim Alten. 19 weitere Kinder und Jugendliche wurden von anderen Verwandten – etwa infolge von Unglücksfällen in der Familie – angenommen. Der Rest waren klassische Fremdadoptionen.

zds
    
    

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