publiziert: 06.02.2012 16:17 Uhr
aktualisiert: 06.02.2012 17:41 Uhr
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Diese Kälte nervt tierisch

Heizungen machen schlapp, Öltanks sind leer – Installateure haben alle Hände voll zu tun
  • Mollig warm: So mag es nicht nur die Katze. Doch oft bleibt derzeit die Heizung aus. Eingefrorene Heizungs- und Wasserleitungen fordern zurzeit die Installateure, leere Tanks die Heizöl-Lieferanten.
    Foto: Thinkstock
  • Kampf gegen die Kälte: rauchende Kamine in Bad Neustadt
    Foto: Demmler
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Seit Anfang letzter Woche hält die Kälte das Land im Griff. Die Temperaturen sanken deutlich in den Minusbereich und auch im Landkreis Rhön-Grabfeld stellenweise bis an die 20-Grad-Grenze. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen. Auch wenn man überall Rauch aus den Kaminen aufsteigen sieht, also überall kräftig gegen die Kältewelle angeheizt wird – es gibt trotzdem viel zu tun für Installateure.

Das bestätigt Anne Blumstein vom RGT-Kundenservice in Bad Neustadt. Ständig fallen irgendwo Heizungen aus, berichtet sie. Wegen der Kälte? Eine warme Heizung kann ja schlecht einfrieren. Es ist eher eine indirekte Wirkung der Kälte, die ganze Heizungsanlagen ausfallen lässt, erklärt sie. Die werden bei der Kälte einfach viel stärker beansprucht, weil sie viel öfter anspringen müssen als zu Zeiten, in denen es nicht so kalt ist.

Und dann natürlich eingefrorene oder gar geplatzte Rohre. Nicht etwa draußen, sondern in den Wohnungen drinnen. Irgendwann, so erklärt die Frau vom Kundenservice kommt die Kälte so weit in die Wände, dass dann sogar Leitungen im Haus einfrieren. Sogar Heizkörper können auffrieren, wenn sie beispielsweise in Räumen, die nicht oft genutzt werden, nicht aufgedreht sind. Ihre dringende Empfehlung lautet daher, die Heizkörperthermostate wenigstens so einzustellen, dass sie auf eins laufen. Das erwärmt die Heizkörper und die Rohre und schützt so vor Frost.

Viel zu tun also. Deswegen hat RGT zur Zeit einen eigenen Auftautrupp mit zwei Mann im Einsatz, der bei größerem Bedarf mit den anderen acht Leuten vom Kundenservice aufgestockt wird. Die rücken auch an, wenn plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt, weil Leitungen in der Außenwand eingefroren sind. Mit einem speziellen Auftaugerät machen sie die Leitungen wieder durchgängig und reparieren sie, wenn sie durch das Eis gebrochen sein sollten. Wenn nötig rückt ein Installateur auch nachts an.

Auch die Heizöllieferanten haben wegen der Kälteperiode mehr zu tun. „Es gibt sehr viele Kaltsitzer“, sagt beispielsweise Rainer Rösch. Damit meint er diejenigen, denen Heizung ausgeht oder auszugehen droht, weil die Tanks leer oder fast leer sind. Vor allem montags und freitags, so Rösch, bimmelt das Telefon wegen Heizölbestellungen.

Dass es bei vielen mit dem Heizöl so knapp wird, liegt aus der Sicht von Rösch unter anderem daran, dass viele Hausbesitzer nicht mehr wie früher ihre Tanks vor dem Winter komplett füllen. Seit Oktober beobachtet er, das „mehr gestückelt“ wird, dass die Tanks also nicht mehr ganz gefüllt werden. Nach dem milden Januar, so die Vermutung von Rösch, dürften viele Hausbesitzer gedacht haben, dass ihr Ölvorrat noch bis zum Ende des Winters reicht. Da habe die Kältewelle nun einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Lieferengpässe gibt es bei Rösch nicht. Aber natürlich sei es so, dass es wegen Kälte und Eis manchmal diem Schifffahrt behindert sei und ein Teil des Öls werde mit Schiffen transportiert. Außerdem, so erklärt Rösch, geht es auch bei der Auslieferung an den Raffinerien langsamer. Denn Heizöl wird mit zunehmender Kälte immer zähflüssiger.

Der Preis für Heizöl liegt bei einer Abnahme von 1000 Litern derzeit bei rund 78 Cent pro Liter plus Mehrwertsteuer.

ONLINE-TIPP

Mehr Informationen zur Kälte unter www.mainpost.de/bayern

Von unserem Redaktionsmitglied Hubert Herbert
    
    

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