aktualisiert: 04.11.2012 12:01 Uhr
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BAD NEUSTADT
Dr. Ludwig Benkert an Allerheiligen gestorben
Stadtchronik war sein Lebenswerk
Wer sich mit der Geschichte der Stadt beschäftigt, der kommt um einen Namen nicht herum: Dr. Ludwig Benkert. Der ehemalige Gymnasiallehrer, Stadtarchivar und Verfasser der Stadtchronik von Bad Neustadt, der mehr über die Geschichte Bad Neustadts zusammengetragen hat, als irgendjemand sonst, ist an Allerheiligen im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.
Benkert kam am 10. Dezember 1929 als drittes von vier Kindern in Wollbach zur Welt, wo er auch aufwuchs. Dass er enormes historisches Interesse hatte, zeigt sich schon an der Auswahl seiner Fächer, die er nach dem Abitur an der Oberrealschule in Bad Neustadt ab 1950 in Würzburg studierte. Neben Geschichte, Deutsch und Englisch für das Lehrfach belegte er Volkskunde.
1955 beendete Benkert sein Studium mit dem Staatsexamen, war zunächst Referendar in Bamberg, hatte seine erste feste Stelle in Neustadt/Aisch und kam auf eigenen Wunsch 1964 nach Bad Neustadt. 1960 hatte er in Geschichte und Volkskunde promoviert.
1957 heiratete er. Aus der Ehe mit seiner Frau Wilma gingen vier Kinder hervor. Als Lehrer am Bad Neustädter Gymnasium fungierte Benkert als Oberstufenberater, Fachbetreuer der Lehrerbibliothek, Vorsitzender des Personalrates und Mitarbeiter des Schulleiters. Von 1980 bis zur Pensionierung 1994 war er stellvertretender Schulleiter.
Sieben Jahre lang hat Benkert Material für die Stadtchronik zusammengetragen, bis das gewichtige Werk mit fast 500 Seiten 1985 erschien. Nirgendwo gibt es kompetentere Auskunft über Bad Neustadts Vergangenheit. Dass eine derart umfangreiche Stadtchronik in sieben Jahren quasi neben seiner Tätigkeit als Lehrer entstand, wurde respektvoll gewürdigt. Es erklärt sich dadurch, dass Benkert ab 1973 ehrenamtlicher Stadtarchivar war und so an der Quelle der Bad Neustädter Stadtgeschichte saß. Der damalige Bürgermeister Paul Goebels hatte ihn gebeten, sich um das Stadtarchiv zu kümmern. Doch diese Quelle galt es zu kanalisieren. Bücher, Urkunden, Akten, Protokolle von Sitzungen und Gerichtsprozessen musste Benkert sichten und in Zusammenhang stellen. Eine mühselige und langwierige Arbeit. Da dürften die Gespräche mit Zeitzeugen kurzweiliger gewesen sein. Gerade die Geschichte des dritten Reichs ebenso wie die der jüdischen Gemeinde lagen ihm am Herzen.
All das fasste Benkert zu einer Chronik zusammen, die nicht wie ein wissenschaftliches Werk daherkommen, sondern die Bad Neustädter für ihre Geschichte interessieren sollte. Sie wurde so etwas wie das Lebenswerk von Ludwig Benkert. Aus seiner Feder kamen aber auch zahlreiche weitere Schriften und Aufsätze, wie in jüngerer Zeit ein Aufsatz über die Stadtgründung im großen Band über die Salzburg. Im vergangenen Jahr wurde er für seine Leistungen mit der Bürgermedaille der Stadt ausgezeichnet. Trauergottesdienst und Beisetzung finden am Dienstag, 6. November, um 14 Uhr in der Pfarrkirche in Brendlorenzen statt.
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