aktualisiert: 02.11.2009 15:39 Uhr
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OBERELSBACH
Egerländer-Klänge in Perfektion
Begeisterung beim Konzert der Militärkapelle mit Tony Baumann
Standing Ovations, fünf Zugaben und kaum endender Applaus: Die rund 200 Besucher des Konzerts der Egerländer Besetzung des Wehrbereichsmusikkorps Erfurt erlebten ein geradezu atemberaubendes Konzert.
Auf eine alte Freundschaft des verstorbenen Oberelsbacher Vollblutmusikers Georg Kaufmann mit dem Leiter der Kapelle, Hauptfeldwebel Tony Baumann, gehen die inzwischen wiederholten Auftritte der Egerländer Besetzung des Wehrbereichsmusikkorps zurück. „Diese Meisterkapelle in der Rhön zu hören, wäre sonst geradezu unmöglich“, heißt es aus den Kreisen des Musikvereins Oberelsbach, der die Veranstaltung wieder einmal organisiert hatte.
Mit Erfolgstiteln der böhmischen, mährischen und bayerischen Blasmusik, Solostücken, eigenen Kompositionen und modernen Arrangements, die zum großen Teil aus der Feder von Dirigent und Leiter Tony Baumann selbst stammen, brachten die 16 Mitglieder der Egerländer Besetzung aus Erfurt das Publikum zum Kochen. Es war einmal mehr ein Konzertabend, den wohl niemand, der dabei gewesen ist, so schnell vergessen wird.
Fulminant und kräftig-rhythmisch stieg die Kapelle ein mit dem Veteranen-Marsch. Es folgten Polkas und Walzer der besonderen Art, die in ihrer Spielweise bis hin zur Perfektion ausgeformt wurden. Dabei war zum Beispiel die Polka „Auf der Krämerbrücke“, die von Hauptfeldwebel Tony Baumann selbst geschrieben wurde.
Ein absoluter Höhepunkt folgte dann schon vor der Pause: Zwei Hornisten intonierten ein Solo namens „Zwei Schürzenjäger“, drei Trompeter spielten das Solo „Bugler's Holiday“ und ein riesiger Erfolg wurde dann auch das Solo von René Warkus, der – man höre und staune – ein atemberaubendes Solo auf dem Xylofon präsentierte.
„Erinnerungen an Zirkus Renz“, hieß das Stück und erinnerte an seine Zeiten, in der René Warkus noch nicht im Dienst der Bundeswehr stand. Nach der Zeit beim Heeresmusikkorps will er, wie man erfuhr, auch wieder in die Artistenbranche zurück. Warkus musste an diesem Punkt schon eine Zugabe nach der anderen spielen.
Jeder Ton saß, das Orchester spielte sich zur Hochform auf und jedem Musiker sowie Dirigent Tony Baumann sah man die tiefe Leidenschaft an, die die Vollblut- und Vollzeitmusiker an ihrer „Arbeit“ haben. Nicht weniger begeisternd war der zweite Teil des Konzerts.
„Böhmischer Traum“, der „Dompfaff“, der „Egerländer Musikantenmarsch“ oder „Alte Kameraden“ sind einige der bekannten Titel der böhmischen und mährischen Blasmusik, die die Kapelle nun dem Publikum in Perfektion präsentierte.
Zum eigentlichen Programmabschluss spielte der Wehrbereichsmusikkorps Erfurt die „Hannes-Polka“. Dieses Stück hatte einst Tony Baumann zu Ehren seines verstorbenen Oberelsbacher Musikkameraden Georg Kaufmann geschrieben. Als Dankeschön übergab Hannes, der sechsjährige Sohn von Georg Kaufmann, Tony und der Kapelle ein Geschenk.
Statt der ursprünglich vorgesehenen drei spielte die Egerländer Besetzung des Wehrbereichsmusikkorps Erfurt dann fünf Zugaben, darunter „Lili Marleen“ und „Sierra Madre“. Und auch René Warkus trumpfte noch einmal auf – diesmal mit einer „Löffel-Polka“, bei der er, wie der Name schon sagt, mit „Löffel-Musik“ für Begeisterungsstürme und Standing Ovations im Publikum sorgte. Ein überaus gelungener Abend, waren sich die Gäste am Ende einig.
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