aktualisiert: 27.07.2009 16:28 Uhr
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BAD KÖNIGSHOFEN
Erfindung: Kohle aus Biomasse
Peter Wieczorek und Volker Hahn erhalten Umweltpreis
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Ein stattliches Team stand auf der Bühne, als Peter Wieczorek (Vierter von links), Volker Hahn (Sechster von links) und die „Agrokraft“ (Josef Demar, Mathias Klöffel und Michael Diestel, Vierter bis Sechster von rechts), stellvertretend für alle an dem Projekt „Hydrothermale Karbonisierung“ Beteiligten einen der E.ON-Umweltpreise entgegen nahm.FOTO Wieczorek
(reg) Einen E.ON-Umweltpreis konnten sich Peter Wieczorek und Volker Hahn für die Entwicklung der Hydrothermalen Karbonisierung in München abholen. Begleitet wurden sie dabei von ihren Partnern von der „Agrokraft“, Michael Diestel, Mathias Klöffel und Josef Demar, sowie Landrat Thomas Habermann, Bad Königshofens Bürgermeister Thomas Helbling, Konstruktionsleiter Christoph Wieczorek, Klaus Pörtner vom Maschinenring, Professor Eckhard Jedicke, Berater Siegfried Bergman, Wilfried Helfrich vom gleichnamigen Ingenieurbüro und Adalbert Demar von der Firma IFSYS.
Eine stattliche Mannschaft stand auf der Bühne, als Umweltminister Markus Söder den Preis überreichte und die innovative Idee lobte.
Der erste Preis konnte leider nicht errungen werden. Ihn nahm der Landkreis Erding für die neue in Passivhaus-Bauweise gebaute Fach- und Berufsoberschule mit nach Hause. Mit einem zweiten Preis, der mit 20 000 Euro dotiert ist, waren sie Rhön-Grabfelder aber auch zufrieden und freuten sich sehr über den Erfolg.
Wenn die Gesellschafter zustimmen, soll das Geld dafür verwendet werden, die Hydrothermale Karbonisierung zur Marktreife zu bringen, berichtete Michael Diestel. Er hielt auch die Dankesrede und betonte die gelungene Gemeinschaftsleistung bei diesem Projekt. Es mache Spaß, in diesem „prima Netzwerk“, eingebettet in die engagierte Stadt Bad Königshofen und einen engagierten Landkreis, zu arbeiten und gemeinsam etwas voran zu bringen, so Distel unter anderem. Die Hydrothermale Karbonisierung sei ein Projekt, das viele Probleme in den Bereichen Boden, Luft und Energie lösen könne.
Die Werkstatt von Peter Wieczorek und Volker Hahn, „Renergie-Systeme“, steht in Bad Königshofen. Dort entstand die „Zauberkohle aus dem Kochtopf“ (wir berichteten), die auch die E.ON-Jury überzeugen konnte. Es geht darum, einen Prozess, für den die Natur Millionen von Jahren benötigt, innerhalb von wenigen Stunden durchzuführen. Aus unterschiedlichster Biomasse wird in der HTC-Anlage Kohle. Dabei entsteht kein CO2, es wird vielmehr gebunden. Da bei dem Vorgang die in der Biomasse enthaltenen Mineralien erhalten bleiben, während Krankheitserreger, hormonell wirkende Substanzen und organische Schadstoffe unschädlich gemacht werden, kann die entstandene Kohle unter anderem als Bodenverbesserer in die Erde eingebracht werden.
Durch die hydrothermale Karbonisierung wird der CO2-Ausstoß gesenkt, biogene Abfälle werden umweltschonend verwertet, die Böden können verbessert und Düngemittel ersetzt werden. Dezentrale HTC-Anlagen in den Gemeinden würden viele Probleme lösen. Bei dem Verfahren, das in zwei Jahren und nach 4000 unentgeltlichen Arbeitsstunden entwickelt worden war, wird bei hohem Druck Bioabfall zwölf Stunden lang stark erhitzt und Kohle produziert. Dabei wird Wärme freigesetzt, die man auch nutzen kann.
Söder betonte bei der Preisübergabe, die er gemeinsam mit den Geschäftsführern der E.ON Bayern, Otmar Zisler und Max Binder vornahm, dass Bayern Spitzenreiter bei der Entwicklung von Umwelttechnologien sei. „Wer wirklich etwas für den Klimaschutz tun will, muss neue Wege gehen“, betonte der Umweltminister.
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