publiziert: 06.12.2010 12:10 Uhr
aktualisiert: 06.12.2010 12:12 Uhr
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Festungsstadt in drei Dimensionen

Günter Schunk hielt in der Darre einen ungewöhnlichen Vortrag
  • Langer Atem: Zehn Jahre lang hat Günter Schunk, ein gebürtiger Königshofener, der heute in Ottobrunn lebt, an seiner Animation zur Festung Königshofen gearbeitet. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Heidemarie, die immer wieder einmal die Fortschritte am Computer mitverfolgte. HANNS FRIEDRICH
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  • Vergangenheit entsteht: Die Bad Königshöfer Festung begeistert Günter F. Schunk in allen Dimensionen. Auf vorhandene Festungspläne baute er seine Animation auf. Das prächtige Tor an der Südseite der barocken Festung wirkt zum Anfassen echt.HANNS FRIEDRICH
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(hf). Einen ungewöhnlichen Geschichtsunterricht erlebten die Besucher eines Vortrags kürzlich im Kulturarsenal Darre in Bad Königshofen. Dort konnte man beim Film- und Bildvortrag von Günter Schunk aus Ottobrunn, in der ehemaligen fürstbischöflichen Festung spazieren gehen.

Zehn Jahre hat der gebürtige Königshofener an dieser Animation gearbeitet. Schunk rekonstruierte die Festung aus alten Plänen auf seiner Workstation in 3D.

„Es war faszinierend“ sagten die Besucher, die aus dem ganzen Landkreis nach Bad Königshofen gekommen waren. Schunk versprach denn auch am gleichen Abend den Vortrag im kommenden Jahr noch einmal zu halten.

Der Weg zur Festung

Der Referent ging in seinen Ausführungen zunächst auf die Geschichte Königshofens ein, erwähnte die ersten Besiedlungen und nannte das Jahr 1315, als die Stadtmauer gebaut wurde. Fünf Jahre später bekam Königshofen die Stadtrechte. 1497 entstand der Wallgraben und 1565 wird Königshofen erstmals als Festung erwähnt.

Seinen Vortrag hatte Günter Schunk anhand von historischen Plänen aufgebaut. So den Grundriss von 1766. Dabei zeigte er auch das Festungswappen, sprach vom Bau der Kaserne im Jahr 1751, die von dem Würzburger Barockbaumeister Balthasar Neumann geplant wurde.

Günter Schunk hat bis ins kleinste Detail an seiner Animation gearbeitet und viel Zeit investiert, das unterstreicht auch seine Frau Heidemarie. Immer wieder habe er unterwegs die Kamera gezückt und habe Häuser fotografiert, die in die Animation eingefügt wurden. Wie viele Stunden er an der Animation gearbeitet hat, kann er heute nicht mehr sagen, nur, dass er für eine Minute Film rund eine Woche benötigte.

Zu Bad Königshofen hat Günter Schunk einen Bezug. Sein Vater Josef Schunk sammelte die Heimatblätter und so kam sein Sohn auch mit der Geschichte Königshofens in Berührung. Günter Schunk studierte später Elektrotechnik und kam nach Ottobrunn. Dort arbeitete er am Raketenprojekt „Europarakete“ mit.

Als er in Rente ging, kam die Idee auf, die Festungsstadt Königshofen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Schunk fand Pläne im Kriegs- und im Staatsarchiv. Die Idee reifte, anhand dieser Pläne die Festungsstadt virtuell nachzubauen. Räumliches Denken war dabei gefragt. Auch alte Fotos wurden betrachtet. Ausführliche Informationen lieferte das Stadtarchiv. „Michael Katzenberger hat mir sehr geholfen und dafür bin ich dankbar.“

„Es steckte viel Arbeit in dem gesamten Projekt, in das sich mein Mann voll und ganz hineingekniet hatte,“ sagt Heidemarie Schunk. Auch sie ist stolz auf das gelungene Werk, das für großen Beifall und Bewunderung beim Vortrag im Kulturarsenal Darre sorgte.

Von unserem Mitarbeiter hANNS fRIEDRICH
    
    

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