aktualisiert: 07.02.2012 17:47 Uhr
Text
Text
BAD NEUSTADT
Gesucht: E-Mobilfachmann mit vielen Talenten
Bewerbungsfrist für die Stiftungsprofessur zur Modellstadt Elektromobilität ist abgelaufen
Der Modellstadt Elektromobilität ist es zu danken, dass Bad Neustadt Hochschulstadt wird. Keine eigenständige, aber immerhin wird die Kreisstadt Außenstelle der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt des Fachbereichs Elektrotechnik. Denn im Rahmen des Projekts Modellstadt bekommt Bad Neustadt eine Stiftungsprofessur.
Wie Professor Bernhard Arndt, Studiendekan der Fakultät Elektrotechnik, auf Nachfrage der Main-Post erklärt, ist die Bewerbungsfrist für die Stiftungsprofessur am 24. Januar abgelaufen. Zur Resonanz auf die Ausschreibung sagt Arndt: „Leider ist nur eine kleine Anzahl an Bewerbungen eingegangen.“
Eine Erklärung dafür hat er auch. Demnach ist es einfach so, dass es auf dem Gebiet der Leistungselektronik, und genau dafür wurden Bewerber gesucht, auch die Industrie auf der Suche nach Personal ist. Beim Thema Windkraft oder Photovoltaik beispielsweise habe die freie Wirtschaft Bedarf. Insgesamt, so erläutert Arndt, gibt es um die geeigneten Leute nicht nur einen enormen Wettbewerb zwischen den Hochschulen, sondern auch mit den sogenannten OEMs, also mit Autofirmen und Zulieferern. „Die brauchen auch solche Leute.“
Die Stelle war nach Angaben von Arndt bundesweit ausgeschrieben, bewusst über die Weihnachtszeit. Da, so die Hoffnung, hätten potenzielle Bewerber eher Zeit, sich mit einer entsprechenden Stellenanzeige auseinanderzusetzen. Aber genau zu der Zeit, seien in einer großen überregionalen Zeitung vier andere Stellenanzeigen erschienen für Bewerber mit ähnlicher Qualifikation.
Die Voraussetzungen für die Bewerbung um die Stiftungsprofessur waren zum einen ein abgeschlossenes Hochschulstudium sowie Promotion oder zumindest der Nachweis wissenschaftlicher Tätigkeit durch entsprechende Veröffentlichungen oder Patente. Außerdem sind mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nötig, drei in der freien Wirtschaft. Immerhin, so lässt Professor Arndt wissen, sind unter den wenigen Bewerbern zwei, die für die Stiftungsprofessur gut vorstellbar seien. An diesem Mittwoch befasst sich der Berufungsausschuss mit ihren und den weiteren Bewerbungen und entscheidet, mit wem Gespräche geführt, und wer zu einer Probevorlesung eingeladen wird. Voraussichtlich zwischen dem 19. und 24. März werden sich die ausgewählten Bewerber präsentieren können. Die endgültige Entscheidung erwartet Arndt für Ende März, wenn der oder die Richtige dabei war.
Der Ruf an den künftigen Professor ergeht dann nach dem dafür üblichen Prozedere Ende April – wenn alles planmäßig läuft. Vier Wochen lang hat der Berufene dann Zeit für die Annahme des Rufs. Realistisch gesehen dürfte der Arbeitsbeginn aus seiner Sicht im Herbst sein, September oder Oktober.
Die Stiftungsprofessur in Bad Neustadt wird auf fünf Jahre befristet sein und wird bezahlt über den Stiftungsverband der deutschen Wirtschaft. Wie Arndt erklärt, würde sich aber wohl niemand auf eine auf fünf Jahre befristete Professorenstelle bewerben. Deswegen wird der Berufene nach diesen fünf Jahren als ordentlicher Professor an der Fakultät für Elektrotechnik an der FH Würzburg/Schweinfurt übernommen. Aber er soll weiter in Bad Neustadt arbeiten, denn es sei das Ziel auch nach den fünf Jahren das Technologiezentrum in Bad Neustadt weiterzubetreiben. Das könne sich bis dahin ja einen guten Namen machen.
Aufgabenschwerpunkte der Stiftungsprofessur
Laut Stellenausschreibung hat der künftige Stiftungsprofessor in Bad Neustadt folgendes Aufgabengebiete:
1. Forschung und Entwicklung mit Begleitforschung zu Projekten der Modellstadt für Elektromobilität Bad Neustadt und mit Einzelprojekten zur Elektromobilität, insbesondere bei der Entwicklung von Komponenten. 2. Bildung und Transfer mit der Einrichtung eines Informations- und Demonstrationszentrums (Technologietransferzentrum), dem Wissenstransfer zu KMUs (kleinere und mittlere Unternehmen) sowie der Förderung von Firmen-Ausgründungen und Kooperationen in der Hochschul- und Berufsausbildung. 3. Die Professur soll schwerpunktmäßig die anwendungsorientierte Forschung für den Standort Bad Neustadt betreiben. Die Lehrverpflichtung soll daher auf 9,5 Wochenstunden beschränkt werden. Normalerweise hat ein Professor eine Lehrverpflichtung von 19 Stunden pro Woche.
Diesen Artikel
Die neuesten Kommentare
Gelesen
Kommentiert
|
|
WILDFLECKEN Der Rhönklub ist nicht mehr Rinkes Verein |
|
|
WILDFLECKEN Rinke tritt aus ihrem Rhönklub aus |
|
|
WILDFLECKEN Das Lebenswerk ist zerstört |
|
|
IRMELSHAUSEN Zu zweit und noch allein auf dem See |

Wetter