publiziert: 28.09.2011 17:02 Uhr
aktualisiert: 28.09.2011 17:07 Uhr
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Grüne Technologie bringt richtig Schwung

Siemens setzt auf Motoren für Windräder und den Autohersteller Volvo – Werkleiter Michael Frank im Kreistag
  • Elektromobilität: Green Village hieß eine Ausstellung über die Zusammenarbeit der Firma Siemens mit Volvo, die Vilmar Herden im größten Kaufhaus von Göteborg in Schweden im August 2011 entdeckte.
    Foto: Herden
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Wenn man sich die dramatische Lage nach dem angekündigten Stellenabbau bei Siemens in Bad Neustadt von Anfang 2010 vor Augen hält, dann war mit dem, was Werkleiter Michael Frank in der Sitzung des Kreis-Wirtschaftsausschusses über die Entwicklung des Siemensstandortes zu berichten hatte, nicht zu rechnen.

Die Lage ist jetzt sehr gut. Und rückblickend war es richtig, so Landrat Thomas Habermann, sich daran zu orientieren, dass Innovationen nach Bad Neustadt kommen. Das sind die so genannten grünen Technologien, wie Frank erklärte. Zum einen handelt es sich dabei um Windkraftgeneratoren, bei denen es möglich ist die Rotorblätter zu verstellen. Eingesetzt werden dafür Servomotoren, die ein durchgängig gleiches Drehmoment ermöglichen und so eine deutlich höhere Effizienz und Lebensdauer bieten. Allerdings müsse sich dieses Konzept noch auf dem Markt durchsetzen.

Die zweite zukunftsweisende Technologie ist die Motoren-Entwicklung für Elektro-Autos. Dafür gibt es bereits einen Vertrag zwischen Siemens und dem schwedischen Autobauer Volvo. In Bad Neustadt sitzen nun die Ingenieure an der Entwicklung des umweltschonenden Antriebs. Frank ist zuversichtlich, dass demnächst auch noch namhafte deutsche Autohersteller von Siemens Motoren entwickeln lassen. Bei der IAA jedenfalls habe es am Siemens-Stand großes Interesse gegeben.

Wie Frank weiter erklärte, ist Bad Neustadt der einzige Standort von Siemens, an dem Servomotoren entwickelt und gebaut werden. Servomotoren verfügen über eine Regelung, die garantierten, dass ständig das gleiche Drehmoment, also die gleiche Kraft, abgegeben wird.

Und gerade bei diesem Motorentyp, so Frank, wurden in Bad Neustadt die Stückzahlen deutlich erhöht. Wenn Ende September das Geschäftsjahr von Siemens endet, dann werden die Mitarbeiter in Bad Neustadt rund 600 000 dieser Motoren gefertigt haben, die vor allem in Werkzeugmaschinen und Industrierobotern eingebaut werden. Im vorigen Geschäftsjahr waren es nur 420 000 Stück.

Bei den so genannten Standardmotoren kommt das Bad Neustädter Werk im zu Ende gehenden Geschäftsjahr mit rund 350 000 Stück in etwa wieder auf die Stückzahl des vorangegangenen Geschäftsjahrs, so Frank.

Mehr Motoren, mehr Mitarbeiter

Durch die enorme Stückzahlerhöhung bei den Servomotoren hat sich auch die Zahl der Mitarbeiter bei Siemens in Bad Neustadt deutlich gesteigert – von knapp 2000 auf derzeit rund 2500. Die zusätzlichen Arbeitskräfte wurden mit befristeten Verträgen eingestellt.

Inzwischen, so Frank, sei es vor allem bei Ingenieuren immer schwieriger neue Leute zu bekommen. Doch gerade für die neuen Technologien seien diese erforderlich. Aber auch bei Facharbeitern bestehe Bedarf. Denn geplant ist, dass die Stückzahl der Servomotoren noch einmal erhöht wird. Deshalb, so Frank, setzt man in Bad Neustadt auch verstärkt auf die Ausbildung junger Leute, also auf den eigenen Nachwuchs. Mit 44 Azubis in diesem Jahr sei die Zahl heuer derart gewachsen, dass sogar die Lehrwerkstatt erweitert werden muss. Sechs von diesen 44 machen dabei ein duales Studium, werden also voraussichtlich später als Ingenieure zur Verfügung stehen.

Keine Anzeichen für Rückgänge

Insgesamt sieht Michael Frank für den Standort Bad Neustadt sehr positiv in die Zukunft. Firmeninterne und Auszeichnungen von Kunden würden schließlich die Leistungsfähigkeit belegen. Derzeit seien in der Realwirtschaft keine Anzeichen zu erkennen, dass es nach unten gehen könnte.

Auch wenn Siemens inzwischen in Asien für den dortigen Markt Motoren fertige und damit präsent ist, ist das aus der Sicht von Frank eher gut für den deutschen Standort. Denn vor Ort in Asien seien Entwicklungen zu erkennen, auf die man in Deutschland reagieren könne. Hier in Bad Neustadt setze man auf neue Produkte mit neuen Materialien.

Von unserem Redaktionsmitglied Hubert Herbert
    
    

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