aktualisiert: 06.02.2011 15:42 Uhr
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In & Out: 96er Reform jetzt im IN
Am 26. Februar kommen die Kaktussen, ein Improvisationstheater aus Würzburg, zu einem Auftritt im Bildhäuser Hof nach Bad Neustadt. Aber Moment mal, was soll eigentlich der Name bedeuten? Kaktussen? Tussen kenn ich, aber Kaktussen. Eins ist auf jeden Fall sicher, der Name bezeichnet nicht den Plural (Mehrzahl) von Kaktus. Der heißt Kakteen.
Jedenfalls war das bis 1996 so, bis zur Rechtschreibreform vor fast 15 Jahren. Wegen oft nicht nachvollziehbarer, oft willkürlicher Änderungen der Schreibweisen war die bei vielen Leuten damals aber überhaupt nicht IN. Die Wissenschaftler, die sie sich hatten einfallen lassen, waren für die Skeptiker dagegen völlig OUT.
Doch die Zeiten ändern sich, man gewöhnt sich an manchen Blödsinn. Und schließlich hat sich verhältnismäßig schnell ja doch noch ein großer Vorteil der 96er Rechtschreibreform herauskristallisiert. Weil viele Menschen ihre Alltagstexte nämlich immer noch nach alter Rechtschreibung verfassen, andere dagegen reformorientiert schreiben, hat sich ein wunderschöner Mischmasch von beiden herausgebildet.
Mal sieht man ein Wort so geschrieben, mal anders. Mal wird das „ß“ scharf wie früher, mal reformiert-stumpf benutzt. Die Folge: Man kann schreiben, wie man will – so richtig falsch ist es eigentlich nie. Das senkt die offensichtlich Fehlerquote. Und deshalb ist die Rechtschreibreform sicher nicht nur bei mir jetzt völlig IN.
Hubert Herbert
hubert.herbert@mainpost.de
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