aktualisiert: 28.01.2010 14:12 Uhr
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Ja, do schau her!: Ärgerlicher Anglizismus
Mir kocht gerade die Galle über, wenn ich den Artikel des Bayerischen Staatsministeriums lese. Da wird Riesen-Werbung für einen „Literacy-Monat“ in Bayern gemacht, bei dem die Kinder in der Schule und im Kindergarten das Lesen nahegebracht bekommen sollen.
Literacy-Monat?! Dieser furchtbare Anglizismus taucht im Text und in den offiziellen Faltblättern dauernd auf und die Dösköppe denken gar nicht darüber nach, dass ein großer Teil der Erwachsenen, geschweige denn die eigentlich betroffenen Kinder mit dem Begriff überhaupt nichts anfangen (geschweige denn aussprechen) können. Ich selber habe zwar auch Jahre im Englischunterricht die Schulbank gedrückt, bekomme den Begriff aber auch nur schwer über die Lippen.
Anscheinend wissen die im Staatsministerium selber auch, dass der Begriff nicht geeignet ist (bleibt die Frage, warum sie ihn dann verwenden). Denn gleichzeitig mit der Ankündigung läuft ein Wettbewerb, mit welchem deutschen Begriff man Literacy umschreiben kann. Man kann per Postkarte Vorschläge machen.
Ich denke wehmütig an die alten Zeiten zurück, in denen die Kinder noch zu Buchlese-Wettbewerben angetreten sind. Dass da heute keiner mehr hingeht, ist doch klar. Weil bei der Anmeldung jeder Angst davor hat, sich beim Aussprechen des „Literacy-Contest“ oder der „Literacy-Challenge“ gnadenlos zu blamieren.
Ich werde jedenfalls vorschlagen, das ganze „Buchlese-Wettbewerb“ oder „Buchlese-Förderung“ zu nennen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich nicht als „hipp“ gelte. . .
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