aktualisiert: 13.01.2011 14:20 Uhr
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BAD NEUSTADT
Matschen fördert die Entwicklung
Anika Bader ist Absolventin eines neuen Studiengangs: Interdisziplinäre Frühförderung
Anika Bader hat einen besonderen Beruf: Sie gehört zu den ersten Absolventen des neuen Studiengangs „Interdisziplinärer Frühförderung“ und hat in der Lebenshilfe in Bad Neustadt ihren ersten Arbeitsplatz gefunden.
Bader sitzt mit zwei kleinen Buben im Matschraum und bereitet Salzteig zu. Beide sind mit ganzer Aufmerksamkeit dabei. Die Frühfördererin behält alles im Blick, die Sprache, das kognitive Verständnis, die Handmotorik und den sozialen Umgang der Kinder miteinander. Die Augen Baders wandern zwischen den Kindern hin und her. Keine noch so kleine Geste der beiden Kneter entgeht ihr. Den Kleinen macht es sichtlich Spaß, im Knetteig zu matschen, sich die Hände schmutzig zu machen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Was sehr spielerisch aussieht hat einen ernsten Hintergrund: Baders Aufgabe besteht darin Eltern und deren Kinder, die eine Entwicklungsauffälligkeit aufweisen, zu unterstützen. Die Frühförderung bezieht sich auf die ersten Lebensjahre bis zum Schuleintritt eines Kindes. Nur im Zusammenwirken von Fachleuten und Eltern kann Frühförderung gelingen. Eine komplexe und verantwortungsreiche Aufgabe für die junge Absolventin, die sie aber hoch motiviert und mit Bravour erledigt. „Wir sehen uns nicht als Therapeuten, sondern wir wollen gemeinsam mit der Familie arbeiten und zusammen etwas bewirken“, erklärt Bader die vielschichtige Aufgabe ihres neuen Berufsbildes.
Angefangen hat die Liebe zu ihrem Beruf mit Praktika in Kindergärten, Psychiatrien, Ergotherapien und anderen sozialen Einrichtungen „Ich habe vom ersten Tag an gewusst, dass ich den sozialen Weg einschlagen werde, daran hab ich nie gezweifelt“, erklärt die 23-jährige Ostheimerin selbstsicher. Geradelinig hat die junge Frau ihren Traum umgesetzt und ihre Berufung gefunden.
Nach dem Fachabitur für Gesundheit und Soziales in Suhl wollte die junge Frau erst Gesundheitskauffrau lernen, was jedoch schnell verworfen war, nachdem sie die Empfehlung eines Berufsberaters für eine private Fachhochschule in Gera bekommen hat. „Mich hat das soziale Arbeiten schon immer fasziniert, die Vielfalt der Fachrichtungen und der Kontakt mit Menschen. Drei Jahre Studium, Ferienjobs, um das Studium zu finanzieren, und viele Praktika hat sie absolviert, bis sie ihren Abschluss machen konnte.
Bis es so weit war, mussten die Studenten viele Hürden nehmen – schließlich studierten sie ein gänzlich neues Fach. „So ganz genau hat keiner gewusst, was auf uns zukommt und was die Dozenten uns alles vermitteln sollen. Manchmal haben es die Dozenten selbst nicht gewusst“, blickt die Sozialexpertin auf ihren Studiengang zurück. Dass die Ausbildung ein hohes Niveau bekam, dafür sorgten die Dozenten an der Fachhochschule, die auf ihrem Gebiet, deutschland- und europaweit, sehr angesehen sind.
Eine sehr intensive Praxisausbildung mit hoch motivierten Dozenten, die auch im nach hinein noch in Kontakt zu den Absolventen halten, um das Berufsbild zu konkretisieren und um gezielter den Unterricht zu gestalten.
Seit Oktober ist Anika Bader fertig mit dem Studium, das sie mit dem Bachelor abgeschlossen hat. Über den Masterzusatz denkt sie momentan noch nach, will aber erst einmal Luft holen, bevor sie weitermacht.
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