publiziert: 13.01.2011 13:30 Uhr
aktualisiert: 13.01.2011 14:20 Uhr
» zur Übersicht Bad Neustadt
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text BAD NEUSTADT
Matschen fördert die Entwicklung

Anika Bader ist Absolventin eines neuen Studiengangs: Interdisziplinäre Frühförderung
  • Frühförderung: Matschen und sich so richtig dreckig machen, das gefällt den beiden Jungs und ist für Anika Bader eine gute Möglichkeit, sie zu beobachten. Die komplexe und vielschichtige
    Foto: Thomas Hälker
Bild von

Anika Bader hat einen besonderen Beruf: Sie gehört zu den ersten Absolventen des neuen Studiengangs „Interdisziplinärer Frühförderung“ und hat in der Lebenshilfe in Bad Neustadt ihren ersten Arbeitsplatz gefunden.

Bader sitzt mit zwei kleinen Buben im Matschraum und bereitet Salzteig zu. Beide sind mit ganzer Aufmerksamkeit dabei. Die Frühfördererin behält alles im Blick, die Sprache, das kognitive Verständnis, die Handmotorik und den sozialen Umgang der Kinder miteinander. Die Augen Baders wandern zwischen den Kindern hin und her. Keine noch so kleine Geste der beiden Kneter entgeht ihr. Den Kleinen macht es sichtlich Spaß, im Knetteig zu matschen, sich die Hände schmutzig zu machen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Was sehr spielerisch aussieht hat einen ernsten Hintergrund: Baders Aufgabe besteht darin Eltern und deren Kinder, die eine Entwicklungsauffälligkeit aufweisen, zu unterstützen. Die Frühförderung bezieht sich auf die ersten Lebensjahre bis zum Schuleintritt eines Kindes. Nur im Zusammenwirken von Fachleuten und Eltern kann Frühförderung gelingen. Eine komplexe und verantwortungsreiche Aufgabe für die junge Absolventin, die sie aber hoch motiviert und mit Bravour erledigt. „Wir sehen uns nicht als Therapeuten, sondern wir wollen gemeinsam mit der Familie arbeiten und zusammen etwas bewirken“, erklärt Bader die vielschichtige Aufgabe ihres neuen Berufsbildes.

Angefangen hat die Liebe zu ihrem Beruf mit Praktika in Kindergärten, Psychiatrien, Ergotherapien und anderen sozialen Einrichtungen „Ich habe vom ersten Tag an gewusst, dass ich den sozialen Weg einschlagen werde, daran hab ich nie gezweifelt“, erklärt die 23-jährige Ostheimerin selbstsicher. Geradelinig hat die junge Frau ihren Traum umgesetzt und ihre Berufung gefunden.

Nach dem Fachabitur für Gesundheit und Soziales in Suhl wollte die junge Frau erst Gesundheitskauffrau lernen, was jedoch schnell verworfen war, nachdem sie die Empfehlung eines Berufsberaters für eine private Fachhochschule in Gera bekommen hat. „Mich hat das soziale Arbeiten schon immer fasziniert, die Vielfalt der Fachrichtungen und der Kontakt mit Menschen. Drei Jahre Studium, Ferienjobs, um das Studium zu finanzieren, und viele Praktika hat sie absolviert, bis sie ihren Abschluss machen konnte.

Bis es so weit war, mussten die Studenten viele Hürden nehmen – schließlich studierten sie ein gänzlich neues Fach. „So ganz genau hat keiner gewusst, was auf uns zukommt und was die Dozenten uns alles vermitteln sollen. Manchmal haben es die Dozenten selbst nicht gewusst“, blickt die Sozialexpertin auf ihren Studiengang zurück. Dass die Ausbildung ein hohes Niveau bekam, dafür sorgten die Dozenten an der Fachhochschule, die auf ihrem Gebiet, deutschland- und europaweit, sehr angesehen sind.

Eine sehr intensive Praxisausbildung mit hoch motivierten Dozenten, die auch im nach hinein noch in Kontakt zu den Absolventen halten, um das Berufsbild zu konkretisieren und um gezielter den Unterricht zu gestalten.

Seit Oktober ist Anika Bader fertig mit dem Studium, das sie mit dem Bachelor abgeschlossen hat. Über den Masterzusatz denkt sie momentan noch nach, will aber erst einmal Luft holen, bevor sie weitermacht.

Von unserem Mitarbeiter Thomas Hälker
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
Anzeige
    

Gelesen

 
    

Kommentiert

 
    
Anzeige
    

1200 Jahre Oberelsbach 

EIn Markt und seine Geschichte
Das Dorf in der Rhön weist viele Besonderheiten auf. Wir stellen sie vor. »mehr
    
    

40 Jahre Landkreis Rhön-Grabfeld 

Aus drei mach' eins
Königshofen, Mellrichstadt und Bad Neustadt wuchsen vor 40 Jahren zusammen. »mehr
    
    

Fotografen und ihre Fotos 

Bilder und Eindrücke
Wir stellen ambitionierte Hobbyfotografen aus der Region Main-Rhön vor. »mehr
    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Testen Sie Ihr Wissen 

Unser wöchentliches Quiz
Acht Fragen rund um ein aktuelles Thema.  »mehr
    
    

Recht auf Auskunft 

Kommunalpolitik
Bürger haben ein Recht auf politische Teilhabe und Journalisten ein Recht auf Auskunft. Das mussten auch einige Bürgermeister erst lernen. »mehr
    
    

Rückblende 

Blick in die Vergangenheit
Was bestimmte die Schlagzeilen vor 60, 80 und 90 Jahren im Grabfeld? »mehr
    
    

Ausflugstipps für die Rhön 

Geschichten und Fotos
Die Bayerische Rhön: Ob Tagesausflug oder Urlaub - Die Rhön ist immer eine Reise wert. »mehr