publiziert: 09.07.2012 15:01 Uhr
aktualisiert: 11.07.2012 12:01 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text STOCKHEIM
Paradox: Raritäten en masse

Beim Stockheimer Oldtimertreffen
  • Zwei Anschieber: Na logisch, bei einem Oldtimer-Treffen gehört diese Art der Starthilfe zum obligatorischen Programm; in diesem Fall profitiert ein DKW-Motorradfahrer von zwei kräftigen Helfern.
  • Weiss, was Spaß macht: Hannes, der zukünftige DKW-Spezialist aus Unterebersbach, darf schon gelegentlich auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Dort sitzt in der regel Opa oder Papa Gundelach.
  • Dreiklang: Werner Schulz mit der Borgward Isabella (vorne), Erhard Eisenbach mit dem MP Lafer (Mitte) und ein roter russischer Geländewagen, ein UAZ-469. Der dürfte auf dem Weg nach Fladungen gewesen sein.
  • Foto: Peter Federlein
    Die Pokalgewinner: Bürgermeister Martin Link (Dritter von rechts) und Organisator Wolfgang Klösel (Zweiter von rechts) mit den ausgezeichneten Oldtimer-Freunden.
  • Foto: Peter Federlein
    Just in time: Gerade noch rechtzeitig zum Oldtimertreffen fertig geworden: Der Renault NN von Hans Wolfgang Reifgerste.
  • Foto: Peter Federlein
    Oldtimer-Begeisterung fängt früh an: Auch schon begeistert ist die kleine Finja, die schon ganz professionell die Fahrerposition im Triumph TR 6 von Nadine Zimmer einnimmt.
Bild von
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Der fein herausgeputzte Deutz-Bulldog tuckerte gemächlich vor sich hin. Er zog eine lange Schlange Autos hinter sich her auf seinem Weg von Stockheim nach Fladungen. Denn auch in Stockheim hatten sich am Wochenende viele Oldtimer-Freunde getroffen: 109 Autos, 50 Motorräder und 22 Traktoren wurden gezählt.

Darunter gab es viele Raritäten zu bestaunen – zwar ein sprachliches Paradoxon, das war aber in Stockheim echte Wirklichkeit. Äußerst selten ist die viertürige Version des „Großen DKW“ F94 3=6 von 1958. Drei Generationen begeisterter Oldtimerexperten aus Unterebersbach – Vater Robert Gundalach, Sohn Thomas sowie dessen „Oldtimer-Nachwuchs-Sohn“ Hannes – haben sich heuer erstmals mit ihrer interessanten Limousine am Stockheimer Oldtimertreffen beteiligt.

Mit Saxomat

Gundalachs DKW ist mit einer automatischen Kupplung, dem „Saxomat“ ausgerüstet. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 115 km/h angegeben, der Verbrauch mit 10,5 Litern. Der Namenszusatz 3=6 war seinerzeit eine tatsächlich ernst gemeinte Werbebotschaft: im Vergleich eines Dreizylinder-Zweitakters mit einem Sechszylinder-Viertakter gibt es in beiden Motoren pro Kurbelwellenumdrehung die gleiche Anzahl Arbeitstakte, was beim Zweitakter zu einen ähnlichen ruhigen Motorlauf führen sollte.

Im Stil eines MG TD aus den frühen 50er Jahren erscheint der MP Lafer. Im Gegensatz zum Vorbild hat der in Sao Paolo/Brasilien von Percival Lafer entworfene und produzierte Roadster eine Kunststoffkarosserie, die auf der Basis eines 1200er VW Käfers aufgebaut ist. Der 50 PS Motor mit dem käfertypischen Sound arbeitet im Heck; unter der „Motorhaube“ findet sich der Tank und ein Stauraum. 150 Exemplare sind nach Deutschland importiert worden, etwa 20 sind noch erhalten geblieben, so der Besitzer, Erhard Eisenbach.

Nur noch zwei Exemplare

Gerade mal zwei Exemplare vom Auto-Typ Simson So aus den zwanziger Jahren gibt es nur noch. Einer steht im Verkehrsmuseum Dresden, der andere ist im Privatbesitz und war auch zum wiederholten Male in Stockheim. Wegen fehlender Servounterstützung hatten seinerzeit die Lenkräder als Hilfe einen großen Durchmesser. Das war aber beim Ein- und Ausstieg hinderlich. Deshalb war das Steuer beim Simson So dafür „wegklappbar“.

Wie immer gab's auch Pokale. Den für das älteste Fahrzeug erhielt Lutz Schmidt aus Suhl für seinen Humber von 1922, der im patiniertem Origialzustand erhalten ist. Das älteste Krad, eine Standard CS 500 von 1930, hatte Gerhard Börner in Stockheim vorgestellt. Der älteste Traktor war heuer ein Deutz von 1936, mit dem Bernhard Flügel aus Poppenhausen per Achse nach Stockheim gekommen war. Die weiteste Anreise, 400 km mit seinem Käfer, hatte Rudi Stief aus dem Saarland nach Stockheim unternommen. Drei Traktorenfreunde vom „Allgaiercafé“ waren mit ihren Fahrzeugen von Werbach bei Tauberbischofsheim bis Stockheim ganze acht Stunden unterwegs.

Vier Monate Kampf gegen Rost

Einen Ehrenpreis erhielt Hans Wolfgang Reifgerste, der vier Monate gegen Rost und alle möglichen und unmöglichen technischen Probleme gekämpft hat, um seinen Renault NN noch rechtzeitig fertig zu bekommen.

Am Ende bedankte sich Wolfgang Klösel bei allen seinen Helfern und dem TSV für ihren Einsatz. Und Bürgermeister Martin Link, mit seinem Kadett B bisher bei allen Oldtimertreffen dabei, dankte dem Initiator und Organisator Wolfgang Klösel und seinem Team sowie den Stockheimer Vereinen, die dieses „Highlight“ seit zehn Jahren schultern.

    
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Oldtimer-Tage
Stockheim
09.07.2012
    
Von unserem Mitarbeiter Peter Federlein
    
    

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