aktualisiert: 08.02.2012 13:46 Uhr
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SALZ
Salz war seine große Liebe
Friedrich Kuhn wurde vor 100 Jahren geboren
Vor allem die Älteren sind es, die sich in Salz noch an Friedrich Kuhn erinnern. Kommen die Gespräche auf das Dorfgeschehen nach dem Krieg, so ist auch immer vom Lehrer Friedrich Kuhn die Rede. Kuhn, der in Oerlenbach geboren wurde und als Soldat die Schrecken des Zweiten Weltkrieges miterlebt hat, verbrachte den größten Teil seines Lebens in Salz.
1947 trat er seine Stelle als Lehrer in der Volksschule, dem heutigen Pater-Becker-Haus, an und unterrichtete viele Kinder in der „zweiklassigen“ Schule. 1972 wurde er zum Rektor befördert. Als Pädagoge hat er sich besondere Verdienste erworben. Kuhn war lange Zeit Vorsitzender des Lehrervereins. Und er gab Studenten, die bei ihm ein Schulpraktikum absolvierten, das nötige Rüstzeug. Die neue Schule am Centplatz, für deren Bau er sich verwendete, wurde 1961 eingeweiht. Sie ist jetzt Gemeindezentrum. Damals war die Schule ein Vorzeigeobjekt.
Friedrich Kuhn, der mit seiner Familie in der Lehrerwohnung in der alten Schule lebte, hat sich aber auch im Dorf- und Vereinsleben viele bleibende Verdienste erworben. So ehrte ihn der Rhönklub-Zweigverein Salz als vehementen Verfechter des Heimatgedankens. Unzählige Vorträge hat er als Kulturwart gehalten.
Nicht nur die Rhön, sondern vor allem auch die Geschichte von Salz und von deren Flur, beleuchtete Kuhn akribisch. Die Flurbereinigung begleitete er mit wachen Augen, und aus seinem Zeichenstift stammen sowohl die Entwürfe für das Sälzer Wappen, als auch für den Flurbereinigungsgedenkstein.
Wer, so wie er, mit seinem Dorf verwurzelt war, der hat auch seine Stimme gegen die Eingemeindung von Salz nach Bad Neustadt im Zuge der Gebietsreform Anfang der 70-er Jahre erhoben. Nicht zuletzt spielten dabei sicherlich auch seine Nachforschungen bezüglich des Standortes der ehemaligen Kaiserpfalz keine unerhebliche Rolle. Für Friedrich Kuhn war Salz und nicht Bad Neustadt Kaiserpfalz Karls des Großen. In einem Brief schreibt Kuhn, dass „courtis regiae saltce“ – der Königshof Salz – erstmals im Jahre 742 in einer Karlmann'schen Schenkung urkundlich erwähnt wird, und dass ein so „königliches Dorf wie Salz diesen Termin (das 1250-jährige Bestehen) nicht verstreichen lassen darf“.
Die Gemeinde feierte dieses Jubiläum 1992. Die Geschichte des Lindendorfes wurde in mehreren Darbietungen im „Theaterhof“ gespielt. So kamen sowohl geschichtlich belegte Ereignisse, also auch Sälzer Sagen zur Aufführung. Auch dazu hat unter anderem Friedrich Kuhn mit seinen Aufzeichnungen beigetragen.
Auch der Pfarrgemeinde gegenüber fühlte sich Lehrer Kuhn verpflichtet. 42 Jahre lang spielte er die Orgel in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Auch seinen Schülern brachte er das deutsche Volksliedgut bei – in der Klasse oder beim Wandern. Und auch das eine oder andere Lied entstammt seiner Feder. In der Adventszeit wurde im Rhönklub gerne das von Lehrer Kuhn verfasste Lied „Adventsleuchten“ gesungen. 1950 leitete Friedrich Kuhn zudem den Männergesangverein „Concordia“.
Nach dem Tod seiner Gattin Berta im Dezember1989 verlegte Friedrich Kuhn seinen Wohnsitz nach Würzburg. Trotzdem blieb er mit der Gemeinde Salz in Kontakt. Gestorben ist Friedrich Kuhn am 25. Januar 2004. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof seines Geburtsortes Oerlenbach.
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