aktualisiert: 12.08.2012 12:04 Uhr
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BAD KÖNIGSHOFEN
Schnellste Taube der Welt gesucht
Taubenolympiade: Vögel aus dem Grabfeld gehen am Wochenende in London an den Start
London steht momentan mit seinen Olympischen Spielen im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Mit zehn „tierischen Teilnehmern“ kämpfen auch die beiden Taubenzüchter Peter Edelmann aus Großeibstadt und Manfred Endres aus Großbardorf um Olympisches Gold.
Denn zehn von insgesamt 50 000 Tauben, die in London am Wochenende auf die Reise geschickt werden, stammen aus der Zucht der beiden Züchter und kämpfen um den begehrten Titel „schnellste Taube in der Weitstrecke“. Bis es soweit war, mussten die Tauben einen weiten Weg in einem Spezialtransporter zunächst nach Rotterdam, dann mit dem Schiff nach London zurücklegen, um an dem einmaligen Wettbewerb des FCI, des internationalen Brieftaubenverbands, teilzunehmen. Sportfreunde aus Hessen, Thüringen und Bayern trafen sich deshalb diese Woche am Vereinsheim in Bad Königshofen, um gemeinsam ihre Tiere zum Wettbewerb nach London zu schicken. 800 bis 1000 Kilometer können die Tiere an einem Tag zurücklegen, Mehr als 100 Tiere gingen von Bad Königshofen auf die Reise. Der Spezialtransporter hat Futter und frisches Wasser in den Transportkäfigen um die Fahrt im klimatisierten Fahrzeug so bequem wie möglich zu gestalten. In Rotterdam bekommen die Tiere geheime Startnummern, in Form eines Chips, die dem Züchter erst nach der Ankunft des Tieres an seinem Heimatort mitgeteilt werden, um Manipulationen zu vermeiden. „So eine Veranstaltung bekommt man als Züchter nur einmal im Leben geboten“, sagt Manfred Endres.
Der Start erfolgt ganz am Schluss der Olympischen Spiele. Ein paar Stunden später stehen die Züchter mit Fernglas am Fenster, um den Himmel nach ihren Tauben abzusuchen. Vielleicht bekommen sie ja auch Olympisches Gold, Silber oder Bronze, wie ihre menschlichen Mitstreiter. Aber auch hier zählt der Olympische Gedanke. „Dabei sein ist alles“. Von diesem olympischen Gedanken hat sich auch das FCI-Komitee „Olympic Races“ inspirieren lassen, als es beschloss, anlässlich der Olympiade in London zwei große Olympia-Flüge zu organisieren: am 28. Juli 2012 von Berlin aus anlässlich der Eröffnung und jetzt zum Abschluss der Weltveranstaltung.
Die Taube als Friedenssymbol
Es ist eine alte Tradition, an den Olympischen Spielen Tauben als Symbol der Völkerverständigung, des Friedens und der Heimatliebe aufsteigen zu lassen. Bereits 444 vor unserer Zeitrechnung wurden Botentauben bei einer Olympiade in Griechenland eingesetzt um Ergebnisse an die Reichen weiterzugeben. Schon damals war die Taube also das Symbol des Friedens und der Völkerverständigung. Aus diesem Grunde wurden auch sehr häufig zu den alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Sommerspielen der Neuzeit Tauben als Völker verbindendes Symbol aufgelassen.
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