aktualisiert: 08.11.2010 14:56 Uhr
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Sozialwohnungen für 2000 Vogelfamilien
2000 Kästen pro Jahr – Salem in Höchheim ist Frankens größter Nisthilfen-Bauer
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Damit Brüten sicherer wird: Vogeleltern, wie diese Blaumeise, die ihren Nachwuchs füttert, haben es schwer. Während der Nistzeit drohen dem Nachwuchs Gefahren, zum Beispiel durch eindringende Marder, die die Brut zerstörten. Um das Gelege möglichst sicher vor Überraschungen zu machen, werden Nistkästen aus der Salem-Werkstatt mit einem Marderschutz versehen und in Zusammenarbeit mit Ornithologen entwickelt.Foto: Helmut Hussong
Es war im August
diesen Jahres, als in der Werkstatt des Kinder- und Jugenddorfes Salem in Höchheim die Hobelmaschine „ihren Geist aufgab“. Kurz zuvor gab es die Aktion des Bayerischen Rundfunks „Helfen und Gewinnen“.
Zahlreiche Hörer haben sich daran beteiligt, und unter denjenigen, denen der Bayerische Rundfunk und weitere Sponsoren mit dieser Aktion helfen konnten, war das Salem-Kinder- und Jugenddorf in Höchheim (wir berichteten). 7000 Euro gingen aus dem Fond des Gewinnsparvereins der Volks- und Raiffeisenbank Bayern nach Höchheim, berichten Udo Kasseker (Vorstand der Genobank) und Emil Baderschneider, Kreisvorsitzender der Genossenschaftsbanken im Landkreis Rhön-Grabfeld. Spenden kamen auch von der Firma Kirchner aus Gerolzhofen, der Firma Härter sowie Nix und Zinn aus Ostheim.
Geschenk des Himmels
„Es war wie ein Geschenk vom Himmel“, sagt die Jugenddorf-Chefin Gerda Lipfert. Gerade als die alte Hobelmaschine kaputtgegangen war, kam das Geld für die neue. Und die wurde auch dringend gebraucht, denn nach dem Ausfall der alten Maschine stand die Produktion von Nistkästen im Kinder- und Jugenddorf still. Und eine neue Maschine aus Eigenmitteln zu kaufen, das ist kaum zu leisten.
Deswegen sei man überaus glücklich gewesen, dass das alles so geklappt hat und Werkstattleiter Klaus Albert sich beworben hatte. Der konnte es übrigens zunächst nicht glauben, dass man sein Projekt ausgewählt hatte, als ein Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks bei ihm anrief. Danach war aber die Freude im Jugend- und Kinderdorf riesengroß.
Vor wenigen Wochen wurde die Maschine nun geliefert. Seit Mittwochnachmittag läuft sie nun, die neue Hobelmaschine, auf der die Bretter für den Nistkastenbau gehobelt werden. Pro Jahr werden in Höchheim rund 2000 Nistkästen aus heimischen Hölzern wie Eiche, Lärche und Buche gefertigt.
Rund zwei Stunden dauert es, bis ein Nistkasten fix und fertig ist. Die Schützlinge in der Werkstatt bauen Nistkästen für die verschiedensten Vogelarten: Es gibt Nischenbrüterkästen für Haus- und Gartenrotschwanz, Wasseramsel- und Mauerseglerkästen und dann auch noch große Nistkästen für Vögel wie Schleiereulen.
Die Salem-Nistkästen haben auch ein Blechdach, damit so wenig wie möglich Feuchtigkeit eindringt, erklärt Klaus Albert.
Doch das alleine ist es nicht, was die Salem-Nistkästen ausmacht. „Das Besondere daran ist, dass wir einen Marderschutz integriert haben“, erzählt Werkstattleiter Klaus Albert. Außerdem arbeitet die Einrichtung mit Ornithologen zusammen, die laufend Tipps geben und Verbesserungsvorschläge machen.
16 Euro kostet so ein Nistkasten, doch Nistkasten ist nicht gleich Nistkasten. Albert zeigt auf die verschiedenen Arten. Da gibt es einige mit kleinen Einfluglöchern, andere wiederum haben den Marderschutz als Vorbau, andere haben ovale Löcher oder extra große Einflugluken.
Vögel und ihre Bedürfnisse
„Es gibt Vögel, die brauchen mehr Tageslicht, andere wollen es dunkler“, erklärt der Werkstattleiter. Ein Kasten für eine Wasseramsel ist ganz anders gebaut als der für eine Meise oder den Gartenrotschwanz.
Auf dem großflächigen Gelände mit vielen Bäumen und Büschen, auf dem sich das Salem-Dorf befindet, hängen auch die Nistkästen in den Bäumen. Wie viele es wohl sind? Gerda Lipfert überlegt nur kurz und meint dann, dass es mindestens zwischen 50 und 100 sind. Je nach der Zahl der dort beobachteten Vogelarten. Denn, so Gerda Lipfert, „bei uns gibt es viele Vögel, die eine Unterkunft suchen.“ Eins ist jedoch sicher: Salem gehört zu den größten Nistkastenbauern Frankens, wenn nicht gar Bayerns, meint Gerhard Lipfert, Leiter des Salem Kinder- und Jugenddorfs nicht ohne Stolz.
Das Dorf finanziert sich übrigens aus der eigenen Arbeit, die Pflegesätze reichen zur Kostendeckung nicht aus. Das bedeutet, dass die Einrichtung den Arbeitsbereich sponsert. Erlöse aus dem Verkauf, zum Beispiel der Nistkästen, werden in Anschaffungen investiert.
Die Kunden wissen die gute Arbeit bei Salem zu schätzen: In der Werkstatt herrscht derzeit Hochbetrieb. Übrigens: Nistkästen werden während des ganzen Jahres gebaut, außerdem verschiedene Kleinmöbel.
Salem international
„Salem International“ ist nach eigenen Angaben eine nichtstaatliche gemeinnützige Organisation, die sich hierzulande auch vielfältig im Sozialbereich engagiert. In Höchheim betreibt Salem ein Kinder- und Jugenddorf, in dem beispielsweise Jugendliche arbeiten, die auf dem normalen Arbeitsmarkt (noch) keine Anstellung finden können.
32 Mitarbeiter fertigen im Augenblick in der Werkstatt Nistkästen, aber auch andere Kleinteile und Kleinmöbel aus Holz, die auch auf der Salem-Homepage bestellt werden können. Solch einen Nistkasten kann man entweder in Höchheim selbst kaufen oder unter www.saleminternational.org, dort im shop unter dem Kennwort „Nistkasten“ bestellen.
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