aktualisiert: 04.09.2011 16:57 Uhr
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BAD KÖNIGSHOFEN
Star-Trompeter Johannes Mauer begeisterte alle
Publikum forderte drei Zugaben beim Konzertabend
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Gefeierter Solist: Johannes Mauer begeisterte nicht nur die Zuhörer beim Konzert des Nordbayerischen Jugendblasorchesters im Kursaal der Frankentherme, sondern auch die Musikerkollegen und Dirigent Ernst Oestreicher (links). Mauer ist bei den Bremer Philharmonikern angestellt.Foto: Hanns Friedrich -
Voller Erfolg: Das Nordbayerische Jugendblasorchester musste beim Konzert im Kursaal gleich drei Zugaben geben.Foto: Friedrich -
Schöne Töne: Dirigent Ernst Oestreicher verstand es, das Beste aus den Musikern herauszuholen.Foto: Hanns Friedrich
Es war ein Konzertabend, wie man ihn nicht oft erlebt. Mit hervorragenden Musikerinnen und Musikern, einem Solisten aus der Region – Johannes Mauer aus Alsleben – und einem strahlenden Dirigenten Ernst Oestreicher. Kein Wunder, dass zum Ende des Konzertes das Publikum durch stehende Ovationen gleich drei Zugaben herausforderte. Das Nordbayerische Jugendblasorchester hat an diesem Abend in Bad Königshofen viele neue Freunde gewonnen, die sich schon auf das nächste Konzert freuen.
„Wer nicht da war, der hat wirklich etwas verpaßt“, oder „So ein großartiges Orchester habe ich selten gehört“ oder auch „Einfach fantastisch, der Johannes Mauer an der Trompete“ – so kommentierten die Gäste schon in der Pause den Konzertabend, der mit einem Paukenschlag, der Ouvertüre zur Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach begann. In fröhlich-launiger Art moderierte Bundesdirigent Ernst Oestreicher, Leiter der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen, den Abend. Die Gäste erfuhren dazu die Geschichte von Orpheus und Eurydike und von dem Gott Pluto, der Eurydike in die Unterwelt entführte. Ganz anders das nächste Stück von Camille Saint-Saens, „Danse Bachanale“, bei dem sich das Publikum in einen Ballettsaal hineinversetzt fühlen konnte.
Paradestück
Als einen großen Altmeister der Trompetenkonzerte bezeichnete Ernst Oestreicher Alfred Reed. Das „Concerto für Trompete und Blasorchester“ hat er 1996 ursprünglich für ein Orchester in Taiwan geschrieben. Es ist für Solotrompeter ein äußerst schwieriges Stück. Jazz und Blues wechseln sich mit einem taiwanischen Volkslied ab, dem wiederum lebhafte Klänge folgen. „Es gibt nicht viele Trompeter, die dieses Musikstück perfekt beherrschen, aber einer davon ist Johannes Mauer Alsleben“, lobte Oestreicher. Er ließ kurz dessen musikalischen Werdegang (wir berichteten) Revue passieren und meinte, dass er selbst stolz sei, diesen Star-Trompeter, der nun bei den Bremer Philharmonikern angestellt ist, auf einem Stück seines Weges zu begleiten.
Dass Ernst Oestreicher nicht zu viel versprochen hatte, bestätigte dann Johannes Mauer mit seinem Spiel auf der Trompete und auf dem Flügelhorn. Die Zuhörer im großen Kursaal waren hin und weg ob der Töne, die Mauer seinem Instrument entlockte. Sein Können zeigte sich vor allem bei den einschmeichelnden, fast leisen Tönen des taiwanischen Volksliedes, dann aber auch beim Rhythmus von Jazz und Blues. Kein Wunder, dass der Applaus nicht enden wollte und Ernst Oestreicher „seinen Schützling“ zu sich aufs Dirigentenpodest holte. Mit Kurt und Rose Mauer saßen die stolzen Eltern im Publikum und applaudierten mit.
Energiegeladen dann das Stück „Equus“, mit dem das Orchester den ersten Platz bei einem internationalem Konzert in Italien machte (wir berichteten). Den zweiten Teil des Abends eröffneten neun Trompeter mit dem Orchester und dem Konzertstück „Summon the Heroes“ von Eric Whitacre. Geschrieben wurde es für das Jubiläum „100 Jahre Olympische Spiele“. Vier schottische Tänze standen dann auf dem Programm, großartige, stimmungsvolle, lebhafte Musik. Fast kam Rodeo-Stimmung im Kursaal auf, als von Steven Bryant „Stampede“ erklang. Mit der Suite zur Komödie „Die Witwe aus Valencia“ beendete das Nordbayerische Jugendblasorchester dann den Konzertabend in Bad Königshofen. Eine Suite mit sechs Sätzen, von den das Orchester drei vorstellte.
Harte Probenarbeit
Es war ein Konzert das es in dieser Art von einem Auswahlorchester schon lange nicht mehr in Bad Königshofen gegeben hat, waren sich am Ende alle einig. Für Ernst Oestreicher und seine Musiker bedeutete dies im Vorfeld harte Arbeit bei einer Probewoche an der Musikakademie in Hammelburg, wie der Dirigent anmerkte. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang bei Johannes Mauer, der in der Nacht von Bremen zu den Proben nach Hammelburg gefahren war.
Stehende Ovationen zeigten zum Schluss, dass die Musikerinnen und Musiker die Zuhörer begeistert hatten. Und so blieb nichts anderes übrig, als ein Zugabestück, eine Widmung an Loriot, anzuhängen. Schließlich waren es insgesamt drei Zugaben, bevor Ernst Oestreicher die Zuhörer nach Hause schickte.
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