aktualisiert: 08.11.2010 16:58 Uhr
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MELLRICHSTADT
Welt-Dia-Vision: Zwischen Himmel und Hölle in Island
Globetrotter Olaf Krüger zeigt atemberaubende Bilder von der Nordmeerinsel
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Nicht nur Schall und Rauch: Das Publikum erlebte beim Welt-Dia-Visionsfestival in Mellrichstadt faszinierende Landschaftsaufnahmen von Island, wie diese bizarren Felsen nach einem Wetterumschwung.Fotos: Astrid Hagen-Wehrhahn -
Olaf Krüger präsentierte in Mellrichstadt atemberaubende Reisebilder von Island. Mit im Bild: Reisebegleiterin Kerstin Langenberger.
„Man muss auch mit sich allein sein können.“ Mit diesem Zitat des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halldor Laxness beschreibt der Globetrotter und Fotograf Olaf Krüger eine seiner wichtigsten Erfahrungen, die er auf seinen ausgedehnten Reisen nach Island gemacht hat. Island ist ein Land, das den Stuttgarter von seiner ersten Reise 2003 an fasziniert und einfach nicht mehr losgelassen hat. Inzwischen hat er die Nordmeerinsel schon sieben Mal in Begleitung der Naturfotografin Kerstin Langenberger bereist, zu allen Jahreszeiten kennen gelernt und in atemberaubenden Fotografien festgehalten.
Am Samstagnachmittag präsentierte er als Referent bei der World-Dia-Visionsshow in Mellrichstadt ein magisch anmutendes, „sagenhaftes Island“, dass die Zuschauer in der gut besuchten Oskar-Herbig-Halle ausnahmslos begeisterte.
Krüger stellte zunächst die Geschichte des Landes vor, nahm das Publikum mit auf die Spuren des Island-Entdeckers und schwedischen Wikingers Gardar Svavarsson und beschrieb die Erstbesiedlung durch Ingolfur Arnarson. Seine Bilder führten nach Hafnafjödur zu einem außergewöhnlichen Wikingerfest und stellten die lebendige Hauptstadt Reykjavik vor, wo etwa zwei Drittel aller Isländer leben.
Vor allem aber waren es die Bilder der unendlichen Weite des dünn besiedelten Landes, von den einsam gelegenen Farmen und der zuweilen fast surreal anmutenden Landschaft, die auf die Zuschauer einen ganz besonderen Zauber ausübten.
Auf seinen tagelangen Wanderungen entlang unbewohnter Küstenlandschaften, durch die isländische Hochebene oder über die im Nordenwesten des Landes gelegene Halbinsel Hornstrandir hat der begnadete Fotograf mit seiner Kamera einzigartige Urlandschaften, aktive Vulkane, riesige Gletscher, Eishöhlen und Krater, Steinwüsten, Fjorde, Seen, mächtige Wasserfälle und natürlich auch die Menschen Islands festgehalten.
„In Island liegen Himmel und Hölle nahe beieinander“, sagte Krüger, was auch seine fotografisch eingefangenen Momente der sich ständig wechselnden Lichtstimmungen und der Naturschauspiele, hervorgerufen durch den raschen Wetterumschwung, zuweilen nahe legen.
Darüber hinaus „erlebte“ das Publikum einen traditionellen Pferdeabtrieb in Holar, rauschende Wasserfälle und heiße Geysire. Es wurde unter anderem nach Askia, einem 50 Quadratmeter großen Krater im Gebirgsmassiv Dyngjufjöll, und in die entlegene Marschniederung im Osten Islands zu einem „Ort außerhalb jeder Zeit“, wie der Referent Husey bezeichnete, entführt. Dort befindet sich auch die einsamste, aber zugleich schönste Jugendherberge Islands, wo Krüger Gast war und wo er auf den Farmer Öm Porleifsson getroffen ist.
Ganz einzigartig sind auch seine Tieraufnahmen, etwa von Papageientaucher-Kolonien an der Küste, oder auch von den berühmten Islandpferden, die von den Inselbewohnern geradezu verehrt werden.
Olaf Krügers Porträt der Nordmeerinsel gehörte zweifelsohne zu den Höhepunkten des inzwischen siebten Multivisionsfestivals in Mellrichstadt, das die Volkshochschule Rhön und Grabfeld veranstaltet. Vor allem seine atemberaubenden Fotografien waren ein ganz besonderes Erlebnis. Sie werden sicherlich beim ein oder anderen im Publikum das Reisefieber ausgelöst und den Wunsch geweckt haben, das „sagenhafte Island“ selbst einmal hautnah zu erleben.
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