aktualisiert: 20.01.2010 14:39 Uhr
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SAMBACHSHOF
Wenn Hunger zu Kriegen führt
Teilnehmer eines Seminars beschäftigten sich mit den Konfliktauslösern der Zukunft
Zum zweiten Mal wurde in der Reihe „Sambachshof-Gespräch“ ein politisches Bildungswochenende im vhs-Bildungszentrum Sambachshof durchgeführt. 30 Teilnehmer waren der Einladung der Volkshochschulen in Thüringen und Unterfranken gefolgt, um sich mit den Fragen „Kampf um Nahrung? Kampf um Wasser?“ zu befassen. An jedem dritten Wochenende im Januar soll die Veranstaltung künftig zum Jahresprogramm des vhs-Bildungszentrums gehören. Die Leitung des Seminars lag in den Händen des Hausherrn Ulrich Rümenapp.
Wie sicher ist die Ernährung?
Rümenapp übernahm auch die Einführung in die Themen und fragte zunächst die Erwartungen der Teilnehmer ab. Zum Thema „Ernährungssicherheit - Voraussetzungen und Gefährdungen“ sprach Professor Wolfgang Hein aus Hamburg. Er ging am zweiten Seminartag auf das Thema „Welthandel mit Nahrungsmitteln - wirtschaftliche Notwendigkeit oder Verhinderung nachhaltiger lokaler Wirtschaftsstrukturen?“ ein. Wie definiert sich „Hunger“, wie ist die Ernährungssituation in der so genannten dritten Welt, welche Rolle spielen die EU und die Abschottung der Binnenmärkte, welche Chancen ergeben sich aus der Gentechnologie und welche alternativen Handelsmöglichkeiten gibt es (fair Trade)? Diese und viele weitere Fragen wurden eingehend diskutiert.
Wem gehören eigentlich die Gewässer und das Grundwasser? Ines Dombrowsky aus Leipzig informierte in ihrem Vortrag „Wenn um Wasser Konflikte entstehen - Aspekte einer globalen Wasserkrise“ über die rechtliche Lage und zeigte an Beispielen auf, welche Konfliktpotenziale es jetzt schon gibt, beispielsweise zwischen Israel und den Palästinenser-Gebieten. Dombrowski zeigte am letzten Seminartag außerdem Lösungsmöglichkeiten auf in ihrem Referat über „Konflikte und Anreize für Kooperationen an internationalen Gewässern“.
Der Leiter des Bildungszentrums Rümenapp war erfreut, dass sich bei diesem politischen Bildungsseminar eine bunte Teilnehmermischung aus beiden Bundesländern ergeben hatte. Diese grenzüberschreitenden Veranstaltungen funktioniere gut und seien ein Beitrag zum Zusammenwachsen der alten und neuen Bundesländer, so Rümenapp.
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