publiziert: 29.06.2012 17:21 Uhr
aktualisiert: 01.07.2012 12:05 Uhr
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Wetterextreme beeinflussen die Ernte

Landbautag in Brendlorenzen: Bauern fordern geeignetes Saatgut
  • Foto: Eckhard Heise
    Rundgang in der Hitze: Beim Landbautag in Brendlorenzen informierten sich die Teilnehmer über neue Entwicklungen in der Herstellung von Saatgut.
  • Foto: Eckhard Heise
    Ausgeschieden: Für ihre Verdienste im VlF erhielten Markus Werner und Johann Giglhuber Urkunden und Abzeichen.
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Eine enorme Resonanz hatte der Landbautag, der in diesem Jahr in Brendlorenzen stattfand. Mehrere Hundert Landwirte informierten sich auf den Demonstrationsflächen insbesondere über neue Getreidesorten und Anbautechniken. Erklärt wird das große Interesse durch die starken Ausfälle im Getreideanbau, die Forderungen nach geeigneterem Saatgut nach sich ziehen.

Vor allem die lange Frostperiode Anfang Februar setzte Gerste und Weizen zu. Bis auf knapp minus 20 Grad gingen die Temperaturen herunter. Der Februar lag damit um fast vier Grad unter dem durchschnittlichen Mittel. Gleich darauf folgte eine längere Trockenperiode, die dem ohnehin schon stark geschwächten Pflanzen „den Rest gaben“, erklärt Fachberater Tobias Kind vom Erzeugerring landwirtschaftlicher Produkte Unterfranken. Gerade acht Liter betrug der Niederschlag im März, während ansonsten knapp 60 Liter gemessen werden.

Durch Nachsaat konnte zwar noch einiges gerettet werden, doch ist bei der Ernte mit einem Flächenausfall zwischen 40 und 60 Prozent zu rechnen. Die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld sind in Unterfranken am stärksten betroffen.

Für die Landwirte bedeutet die Missernte enorme Einkommensausfälle – und das zum dritten Mal in Folge. Anders als bei den Winzern im Vorjahr gibt es keine Direkthilfen. Lediglich zinsgünstige Darlehen können kurzfristig für Erleichterung sorgen – „wenn es noch so ein Jahr gibt, was dann?“

Schwerpunkt der Forschung und der hiesigen Sortenversuche sei daher auch die Herstellung frostunempfindlicheren Saatguts, erklärt Ludwig Geis, Vorsitzender des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF). Denn der Klimawechsel betreffe ganze Regionen, in Ostdeutschland habe es ebenfalls enorme Ausfälle gegeben.

Gleichzeitig wird an der Verbesserung der Anbautechnik gearbeitet, ergänzt Karl Elzenberg, Geschäftsführer des Maschinenrings Rhön-Grabfeld. Dazu stehe inzwischen GPS zur Verfügung, mit dem sich Düngung und Unkrautbekämpfung weiter optimieren lassen. Inzwischen gebe es Lenksysteme, bei dem Funksignale komplett die Führung der Maschine übernehmen und den Fahrer erheblich entlasten. An einem Stand wurde die neue Technik demonstriert.

Die Informationen bei einem Hausgartentag interessierten dagegen die weiblichen Teilnehmerinnen. An vier Ständen informierten vier Gartenbäuerinnen über essbare Blüten, die Bedeutung von so genannten „Zeigerpflanzen“, mediterrane Kräuter und Dekorationen mit Naturmaterialien, erklärt Barbara Hein von der Hauswirtschaftsschule Bischofsheim.

Bevor die Teilnehmer zu den Rundgängen auf den Feldern antraten, nahm Ludwig Geis aber noch zwei Ehrungen vor. Für ihre Verdienste für den VlF erhielten der ehemalige Geschäftsführer Johann Giglhuber und der ehemalige Vorsitzende Markus Werner das silberne Ehrenzeichen des Verbands.

Von unserem Mitarbeiter Eckhard Heise
    
    

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