publiziert: 06.02.2012 16:36 Uhr
aktualisiert: 06.02.2012 16:38 Uhr
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Zwei Liebesgeschichten – erzählt von Regina Rinke

Ihrem Mann und der Rhön schenkte die frühere Rhönklub-Präsidentin ihr Herz
  • Charmant: Regina Rinke im Erzähl-Café
    Foto: nerche-wolf
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Manche Namen üben eine magische Anziehungskraft aufs Erzähl-Café aus. So herrschte auch diesmal drangvolle Enge im Gewölbekeller des Caritashauses, als die frühere Rhönklub-Präsidentin Regina Rinke mit viel Witz aus ihrem Leben erzählte.

Schon als sie den Raum betrat, erhob sich anerkennender Applaus. Mit der Akkordeon-Begleitung von Gerhard Hippeli stimmten die Zuhörer „Ich weiß basaltene Bergeshöh'n“ an und drückten damit sicher auch aus, dass sie die Liebe zur Rhön mit Regina Rinke teilen.

Begonnen hat ihr Leben 1936 weitab vom Land der offenen Fernen, nämlich in Aue im Erzgebirge. Durch den Beruf das Vaters ergaben sich einige Ortswechsel, zur Schule ging die kleine Regina in Schipkau in der Niederlausitz. Das Abitur legte sie 1954 in Senftenberg ab.

Dieses Jahr stellte für ihren weiteren Lebensweg entscheidende Weichen. Vater Rinke hatte die Erfüllung seines Wunsches, in den Westen abzuhauen, davon abhängig gemacht, wie die Fußball-Weltmeisterschaft ausgeht. Mit dem Sieg der Westdeutschen stand sein Entschluss fest: Die Familie geht rüber.

Der Vater fand Arbeit im Ruhrgebiet, Regina kam mit ihrem Akkordeon in Veitshöchheim unter. Sie wollte Lehrerin werden, stand aber vor dem Problem, dass ihr DDR-Abitur zunächst nicht anerkannt wurde. Lebhaft schilderte sie, wie sie alle Hindernisse überwand, schließlich die Lehrerbildungsanstalt in Würzburg besuchen konnte und bereits mit 20 Jahren Lehrerin war.

Während der Ausbildung lernte sie ihren späteren Mann Günter kennen, mit dem sie vor allem die Liebe zur Musik verband. Durch ihre Konfessionsverschiedenheit schienen die beiden aber keine gemeinsame Zukunft zu haben. Regina ging nach Castrop-Rauxel zu ihren Eltern und unterrichtete hier sechs Jahre lang.

Die Nachricht vom Tod seines Vaters teilte Günter seiner früheren Freundin mit, die den Kontakt nicht mehr abreißen ließ, sich stattdessen entschloss ihm einen Heiratsantrag zu machen – den sie nie bereut hat. Weil sie nicht wollte, dass jeder in eine andere Kirche geht, suchte sie eine Lösung und trat nach reiflicher Überlegung zum Katholizismus über.

Die beiden jungen Lehrer suchten ein warmes Schulhaus und fanden es in Wildflecken. Als ihnen nach einem Jahr bewusst wurde, welche Probleme es hier gibt, wies sie der Schulrat auf die Schönheit der Landschaft hin und empfahl die Möglichkeit in der Natur aufzutanken. Also blieben die Rinkes und sorgten mit ihrer bekannten Lehrerpersönlichkeit dafür, dass im Rhönklub-Zweigverein Wildflecken plötzlich ganz viele junge Eltern und Kinder aktive Mitglieder waren.

Als Regina und Günter Rinke übrigens zum ersten Mal auf Wanderschaft gingen, um die Rhön zu entdecken, wollten sie zum Kreuzberg. Gefunden haben sie ihn nicht, sie landeten in Langenleiten.

Diese Probleme gab es später nicht mehr. Günter Rinke markierte die Wanderwege, Regina Rinke wurde in Wildflecken Kulturwartin, dann Gaukulturwartin und 1989 Rhönklub-Präsidentin. In ihrer Antrittsrede sprach sie davon, dass sie gerne auch Präsidentin für die thüringische Rhön sein würde und ahnte nicht, dass ihr Wunsch schon wenige Monate später in Erfüllung gehen würde. Außer in Schmalkalden feierte sie alle Gründungen thüringischer Zweigvereine vor Ort mit. So hat sich ihr die Rhön auch in diese Richtung Zug um Zug erschlossen.

In den 22 Jahren als Rhönklub-Präsidentin erlebte Regina Rinke die Heidelsteinfeier jeweils als emotionalen Höhepunkt. „Der Rhönklub war unser Kind“, sagt Regina Rinke, die eigentlich gerne vier Kinder gehabt hätte, dann aber ganz sicher nicht ein solches Engagement hätte entfalten können. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2010 und dem Rückzug vom Präsidentenamt im Jahr 2011 schreibt sie jetzt ein Buch. „Nicht über mein Leben – das habe ich Ihnen ja jetzt erzählt.“

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