aktualisiert: 12.03.2009 17:18 Uhr
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RHÖN
„Noch besser als 2006 abschneiden“
Nachzertifizierung des „Hochrhöners“ steht im Sommer bevor
(kal) Wenn der „Hochrhöner“ als Premiumwanderweg im September sein dreijähriges Bestehen feiert, ist das vorab mit viel Arbeit verbunden. Alle drei Jahre nämlich müssen als Premiumweg ausgewiesene Wanderrouten nachzertifiziert werden, damit sie weiter das Wandersiegel des Deutschen Wanderinstituts tragen dürfen. Mitarbeiter des Instituts werden daher im Sommer jeden Kilometer des „Hochrhöners“ genau unter die Lupe nehmen.
„Das Wandersiegel ist die höchste Auszeichnung, die ein Wanderweg in Deutschland bekommen kann. Wir wollen dieses Siegel unbedingt behalten“, sagt Thomas Lemke, der Koordinator für das Projekt „Rhön – Wanderwelt Nummer 1“ der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Arge Rhön.
Die Mitarbeiter des Deutschen Wanderinstituts kontrollieren pro Kilometer 200 verschiedene Kriterien. „In erster Linie geht es dabei um die Beschaffenheit des Weges. Er darf zum Beispiel nicht mehr als 15 Prozent Anteil Asphalt haben“, sagt Lemke. Auch die Beschilderung und Markierung, vorhandene Sitzgruppen und der allgemeine Pflegezustand gehören zu den zu überprüfenden Kriterien.
„Wir haben grundsätzlich keine Bedenken, dass wir das Siegel aberkannt bekommen. Aber wir wollen bei der Nachzertifizierung noch besser als 2006 abschneiden“, erklärt der Koordinator. Im Vergleich zur Eröffnung am 24. September 2006 seien entlang des Hochrhöners heute unter anderem mehr Sitzgruppen und mehr Informationstafeln vorhanden. Außerdem wurden Hinweisschilder für die Gastronomie und für Sehenswürdigkeiten angebracht. Darüber hinaus sind nun kreuzende Wege, beispielsweise die Rhönklubwege, ebenfalls beschildert. „Wir betrachten den ,Hochrhöner‘ nicht isoliert, sondern als Teil der gesamten Rhöner Wanderwelt“, meint Lemke. Bis zur Nachzertifizierung soll die Markierung des „Hochrhöners“ komplett erneuert werden.
Die Nachzertifizierung beinhalte nicht nur eine grobe Einschätzung des Zustandes. „Sie geht sehr ins Detail, so dass wir festgestellte Mängel wirklich punktuell beseitigen können.“ Die Optimierung des „Hochrhöners“ sei ein ständiger Prozess und werde wahrscheinlich nie abgeschlossen sein. Das betrifft auch seinen Verlauf. „In manchen Fällen mussten wir den ,Hochrhöner‘ verlegen, unter anderem, weil sich die Wegebeschaffenheit verschlechtert hatte und somit nicht mehr den strengen Kriterien gerecht wurde, die an einen Premiumwanderweg gestellt werden“, begründet Lemke.
Der „Hochrhöner“ erfahre nach und nach immer mehr Würdigung; vor allem auch in der Region. „Es gibt einige Gemeinden und Betriebe, die sich sehr stark mit diesem Premiumwanderweg identifizieren und ihn für ihre Eigenwerbung nutzen. Leider hat sich dieses Selbstverständnis noch nicht bei allen durchgesetzt“, sagt Lemke.
Bei einer Besucherbefragung im Jahr 2007 hätten 85 Prozent angegeben, dass der „Hochrhöner“ und die Extratouren, die ebenfalls Premium-standard aufweisen, eine deutliche Qualitätsverbesserung für die Rhön darstellen. „Die Wanderer, die den Hochrhöner nutzen, sind ein kritisches Klientel, denn sie wissen, welche Anforderungen an einen Premiumweg gestellt werden.
Deshalb müssen wir diese Kriterien unbedingt einhalten“, weiß Lemke. Dazu gehört auch die regelmäßige Pflege. „Der Hochrhöner ist pflegeintensiv, beispielsweise wenn es um das Mähen der Wiesenwege geht. Im vergangenen Jahr mussten wir teilweise bis zu drei Mal mähen – aber das ist eben unsere Pflicht“, sagt der Koordinator.
Bei der Pflege des Hochrhöners helfen die Naturparke Hessische und Bayerische Rhön mit ihren Mitarbeitern, im Einzugsgebiet des Wartburgkreises die ABS GmbH Immelborn sowie einzelne Gemeinden und im Einzugsbereich des Landkreises Schmalkalden-Meiningen der Verein „Neue Arbeit Thüringen“ in Meiningen. Der Rhönklub ist ausschließlich für die Beschilderung und Markierung zuständig.
Der „Hochrhöner“, der die Kurstädte Bad Salzungen und Bad Kissingen verbindet, besitzt eine Gesamtlänge von 173 Kilometern. Rechnet man die Extratouren hinzu, verfügt die Rhön momentan über 480 Kilometer Premiumwegstrecke. Entlang des „Hochrhöners“ befinden sich 90 Informationstafeln zu Geologie, Flora, Fauna sowie den Besonderheiten der Landschaft. Insgesamt laden 299 Sitzgruppen zur Rast ein. In diesem Jahr wird nicht nur der „Hochrhöner“ selbst, sondern auch die Extratour „Der Hilderser“ nachzertifiziert. Sie war die erste der 20 Extratouren in der Rhön, die ausgewiesen wurde.
Die Kosten für die Nachzertifizierung des „Hochrhöners“ tragen die fünf Rhönlandkreise, die in der Arge Rhön zusammenarbeiten. Insgesamt sind für den Wanderweg rund 5000 Euro eingeplant – ein Betrag, der alle drei Jahre fällig wird.
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