aktualisiert: 07.08.2011 15:43 Uhr
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WEISSENBACH
Umzugsservice für Hornissen
Walter Heck ist Imker und siedelt seit drei Jahren Hornissen- und Wespenvölker um
Normalerweise bauen Wespen und Hornissen ihre Nester in Bäumen, Hecken oder natürlichen Nischen. Es kommt aber immer wieder vor, dass eigenwillige Staaten dieser Insekten auch Dachböden, Rolladenkästen oder Balkongeländer in Besitz nehmen. Was kann man tun, wenn die Insekten den eigenen Lebensraum, sprich die Wohnung, besiedeln? Am besten ist es einen Fachmann zu rufen. Einen Fachmann wie Walter Heck.
Der Weißenbacher Imker ist zuständig für das Umsetzen von Hornissen- und Wespennestern im Raum Bad Brückenau. Wer zu Hause ein Nest hat, wo es nicht hingehört, kann ihn anrufen. Heck kommt vorbei, entfernt das Nest und setzt die Tiere an anderer Stelle wieder aus. Je nach Größe des Nests und Aufwand der Operation lägen die Kosten dafür zwischen 30 und 40 Euro.
Zu dem Job als Nestumsetzter kam der 44-Jährige durch seine Imkerleidenschaft. „Mit zwölf Jahren habe ich mit den Bienen angefangen“, sagt er. Sein Vater sei Imker gewesen. Den habe er aber nicht mehr gekannt, da er schon früh gestorben sei. Walter Heck musste sich das Wissen also in Eigeninitiative aneignen.
Als Jugendlicher las er Bücher zum Thema Bienen und Imkerei. Den Rest habe er sich selbst beigebracht. Heck machte eine Lehre zum Groß- und Einzelhandelskaufmann, bleib seinen Bienen aber immer treu. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Brückenauer Imkervereins.
Vor drei Jahre erfuhr Heck, dass der Bund Naturschutz kompetente Imker sucht, die eine Art Umsetzservice für Insektennester anbieten. Denn noch immer versuchen viele Leute selbst Herr der geflügelten Räuber zu werden. Dabei bringen sie sich unnötig in Gefahr und machen sich sogar strafbar. „Ich würde keinem empfehlen, das selbst zu tun“, sagt Heck. Hornissen ständen unter Naturschutz und die Strafen für unsachgemäßes Entfernen oder das Töten der Tiere seien hoch. Und natürlich könne die Sache auch gefährlich sein.
Entgegen dem Volksglauben seien aber nicht die Hornissen die Angriffslustigsten. „Wespen und Hornissen lassen sich nicht vergleichen“, sagt der Fachmann. Hornissen dagegen seien ruhige Gesellen. Wespen dagegen seien sehr aggressiv, wenn ihr Nest angegriffen wird. „Wesen des Bösen“, nennt sie Heck.
1000 Stiche pro Jahr
„Mir machen die Stiche nicht viel aus.“ Ungefähr 1000-mal werde er im Jahr trotz Schutzanzug gestochen, sagt der Imker. Sein Körper sei aber an das Gift gewohnt. „Ein Wespenstich macht mir vielleicht zwei Tage zu schaffen, ein Bienenstich nicht mal zwei Sekunden.“ Schließlich habe er den Imker-Reflex. Der bestünde darin, den Stachel, der bei Bienen in der Haut des Opfers hängen bleibt, möglichst schnell mit der Hand heraus zu ziehen. „Ein Hornissenstich ist aber auch bei mir eine Woche geschwollen.“ Die Tiere stechen selten, aber wenn, dann richtig.
Wie oft er gerufen wird, sei von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Das komme vor allem aufs Klima an. „Wenn es das Jahr über konstant warm ist, kommen die Tiere nicht in die Nähe von Häusern.“ Aber wenn die Temperatur schwankt, so wie in diesem Jahr, gäbe es für ihn mehr zu tun. Die Insekten suchen sich dann warme Stellen. Die finden sie bei den isolierten Häusern.
Wenn Heck gerufen wird, rückt er mit einem Staubsauger an. „Die Tiere werden aus dem Nest in den Beutel gesaugt.“ Das sei die schonendste Methode, dabei passiere ihnen nichts.
Größer als ein Fußball
Die Nester die Heck umsetzten muss sind oft größer als ein Fußball. Nachdem die Bewohner abgesaugt wurden wird die Wohnstätte abgetrennt und in einen Kasten gesetzt. Den hängt Heck irgendwo im Wald um Weißenbach auf und lässt die Insekten aus dem Staubsauger-Beutel.
Ab und an seien die Nester aber so kompliziert in ein Gebäude gebaut, dass sie sich nicht entfernen lassen. Da helfe leider nur die Giftkeule. „Ich kann das Haus ja nicht abreisen, um an das Nest zu kommen“, sagt Heck. Nach dem Umsetzen, schaue er regelmäßig nach, wie es dem Volk geht. Die Überlebenschance läge bei etwa 50 Prozent. „Am wichtigsten ist, dass man beim Absaugen die Königin erwischt.“
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stoertebeker (746 Kommentare) am 05.08.2011 17:33
Keine AngstWir hatten in unserem Garten im letzten Jahr in einem nicht besetzten Nistkasten ein Hornissenvolk. Irgendwie kannten Sie uns und akzeptierten auch unsere Anwesenheit, allerdings in einem Schutzbereich von etwa 2,5 Metern. Durch Wohnzimmerfenster konnten wir ihr Treiben gut beobachten, sie sind eigentlich gutmütig-ähnlich der Hummel. Sogar nachts saßen immer 2-3 vorm Einflugloch und schoben Wache. Fliegen tuen sie auch bei hellem Mondlicht. Kann jedem nur mal ein solche Erfahrung empfehlen-leider hatten wir sie in diesem Jahr nicht wieder zu Gast. |
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