publiziert: 09.09.2010 18:00 Uhr
aktualisiert: 10.09.2010 15:38 Uhr
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„Da muss man auch mal schnell reagieren“

Serie „Meine Maschine und Ich“: Andy Hahner und seine Heidelberg-Printmaster
  • Seine Maschine und er: Andy Hahner arbeitet in der Druckerei der Lebenshilfe in Schweinfurt mit der Printmaster GTO 52-P von der Firma Heidelberg aus München.
    Foto: Andreas Ritter
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Es gibt Tage, an denen vergisst er die Pause. Dann arbeitet er einfach weiter, weil auch die Printmaster von Heidelberg weiterläuft. Seine Pause, sagt Andy Hahner, holt er dann später nach. Manchmal haben Arbeit und Druckmaschine einfach Vorrang.

In Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhen sitzt Andy Hahner neben seiner Printmaster in der Druckerei der Lebenshilfe in Schweinfurt. Im März ist sie vorübergehend – bis September 2011 – von Sennfeld in die Ernst-Sachs-Straße umgezogen, mit Andy Hahner und seiner Druckmaschine, einer Heidelberg Printmaster GTO 52-2-P. „Ich sage immer, das ist meine Maschine, weil ich hier meine Arbeit mache“, sagt er und ergänzt: „Normalerweise gehört sie der Lebenshilfe.“

Seit 22 Jahren arbeitet der 43-Jährige in deren Werkstätten. Vor etwa fünf Jahren hat er die Druckmaschinen des Münchener Unternehmens Heidelberg für sich entdeckt. Damals stand noch der Vorgänger der jetzigen Maschine in der Werkstatt, ebenfalls eine Printmaster von Heidelberg. Auch die hatte es ihm schon angetan. Weil es damals keine Gebrauchsanleitung für die Maschine gab, habe er die Firma angeschrieben und um Informationen über die Printmaster gebeten. Zurück kam nicht nur die gewünschte Gebrauchsanweisung, sondern auch ein Schlüsselanhänger, erzählt Andy Hahner während er den Anhänger aus seiner Hosentasche kramt.

Außerdem habe ihm die Firma ein T-Shirt geschickt. Er öffnet seine Arbeitsjacke und deutet auf den Heidelberg-Schriftzug auf dem Shirt. Die passende Arbeitskleidung zur Maschine. „Eigentlich“, sagt er, „könnte ich mal hinschreiben und fragen, ob ich auch eins mit langen Ärmeln bekommen könnte.“ Denn auch im Winter will Andy Hahner nicht auf das Heidelberg-Shirt verzichten.

Andy Hahner fühlt sich wohl bei der Lebenshilfe und er ist froh, dass er in der Druckerei arbeitet. Etwa zwei Jahre lang habe man ihn an der Maschine eingelernt. Er sei schon immer jemand gewesen, der einen Beruf lernen wollte. „Früher habe ich Gärtner werden wollen“, sagt er, habe aber keinen Ausbildungsplatz bekommen. Jetzt gärtnert er eben hobbymäßig.

In der Druckerei habe er eine Arbeit gefunden, bei der er auch viel arbeiten kann, sagt er. Es mache Spaß, sei aber auch anstrengend, weil man auch mal schnell reagieren muss, wenn etwas nicht klappt, bei Farbschwankungen oder Problemen mit dem Papiertransport zum Beispiel. Da kann eine Zigarettenpause auch mal sehr kurz ausfallen.

Schauen, ob alles okay ist

Zwei Druckwerke besitzt die Druckmaschine, erklärt der 43-Jährige. Er zeigt Hebel, mit denen die Walzen angelegt werden, die Anleger für Papier, die Rolle und den Farbkasten, in dem die Farbe mit der Spachtel gefüllt wird. Er zeigt Farbdosen, Druckplatten, Schräubchen, Rädchen, Leisten, Werkzeugschlüssel, Farbe und Papier. Bevor ein Druckauftrag startet, gibt es mehrere Testdrucke, erklärt Hahner. Denn er muss erstmal schauen, ob alles okay ist, sagt er, dass die Plattenzylinder und Druckplatten sauber sind zum Beispiel.

Auf einem Tisch neben der Zwei-Farben-Offset-Druckmaschine hat er ausgelegt, was bei ihm und in der Druckerei der Lebenshilfe hergestellt wird. Er zeigt Beispiele von Wurfzetteln, Broschüren, Briefbögen und Blöcke mit vorgedruckten Feldern für Stadt, Land, Fluss.

Leiter der Druckerei der Lebenshilfe ist Jürgen Götz, ein gelernter Drucktechniker. Der 34-Jährige hat Andy Hahner alles rund um die Heidelberger Druckmaschine erklärt und an ihn kann sich der 43-Jährige wenden, wenn er mal nicht weiter weiß und es ein Problem mit der Maschine gibt. Oft sagt Andy Hahner seinem Chef aber schon, wo der Fehler stecken könnte. Kein Wunder, schließlich ist es ja auch seine Maschine.

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Ritter
    
    

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