publiziert: 29.05.2009 15:22 Uhr
aktualisiert: 29.05.2009 15:45 Uhr
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„Ich wollte meine Möbel loswerden“

Anklage wegen schwerer Brandstiftung
  • Symbolbild Gericht
    Laszlo Ruppert
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(hh) In den frühen Morgenstunden des 27. Oktober 2008, ein Montag, hat ein 27-Jähriger die Wohnzimmermöbel seiner Eigentumswohnung in der Seestraße in Brand gesetzt. Weil es sieben weitere Wohnungen in diesem Häuserblock gibt, eine das Leben anderer massiv gefährdende Tat. Wegen schwerer Brandstiftung muss sich der aus dem Landkreis stammende Mann derzeit vor der Ersten Großen Strafkammer am Landgericht verantworten. Ihm droht, weil zur Tatzeit wegen einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig, die Unterbringung in der Psychiatrie.

Zum Prozessauftakt verweigerte der 27-Jährige zunächst jede Aussage „Ich habe keinen Bedarf, ich kenne mein Urteil“, sagte er. Dann forderte er den Ausschluss der Öffentlichkeit. Wenn er sich nicht äußern wolle, müsse man darüber auch nicht befinden, antwortete der Vorsitzende und unterbrach die Sitzung.

Just in diesem Moment informierte der aus der psychiatrischen Klinik Werneck vorgeführte Angeklagte das Gericht, doch reden zu wollen: „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte“, ist der erste Satz des 27-Jährigen.

Gegen 2.50 Uhr hatte er in jener Nacht die Möbel im Wohnzimmer angezündet, war zu einer nahen Tankstelle gelaufen, rief von dort aus die Polizei an. Eine Streife fuhr zur Seestraße, erkannte den Brand und setzte sofort die Feuerwehr in Kenntnis, die den Brand schnell in den Griff bekam. Der Täter war aber entgegen seiner Ankündigung, zur Wohnung zurückzukehren, geflüchtet, wurde aber in der Moritz-Fischer-Straße gegen heftigen Widerstand festgenommen.

Der Angeklagte berichtet von Depressionen in jener Nacht. Die Möbel habe er los werden wollen. Warum und wieso, sagt er nicht. „Ich hätte sie auch aus dem Fenster werfen oder verkaufen können“, ergänzt er. Der arbeitslose, ledige Mann erinnert sich, dass er die Feuerwehr gerufen hat: „Ich wusste aber nicht, dass das so einen Brand auslöst“. Er könne nicht sagen, „was da in meinem Kopf vorgegangen ist“, wisse nur noch, dass er getrunken habe.

Kein Wort über die Menge oder die Art der Getränke. Kein Wort zum Motiv. Nur: „Ich habe eine Grenze überschritten, ich verstehe das auch nicht“. Er sei „abgefaked“ gewesen in jener Nacht, sei aber „überzeugt, dass sowas nicht wieder vorkommt, in so einen Zustand gerate ich definitiv nicht mehr“, behauptet er. Am Dienstag wird das Urteil gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat wie angekündigt die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik beantragt.

    
    

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