publiziert: 01.11.2010 16:10 Uhr
aktualisiert: 02.11.2010 15:11 Uhr
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„Mir wird nie langweilig“

Serie „Meine Maschine und Ich“: Rita Weiler und ihr Traktor
  • Braucht viel Kraft: Eine Zugmaschine zu steuern, ist anstrengende Arbeit.
  • Konzentriert: Rita Weiler beim Pflügen.
    Fotos: Susanne Wiedemann
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Klimaanlage, 200 PS, richtig breite Schlappen. War auch nicht billig. Und der Sound aus den Boxen: Super. Der Traktor, mit dem Rita Weiler pflügt, macht schon was her.

Traktorfahren ist ja eigentlich eher Männerangelegenheit. Rita Weiler macht das aber schon immer gern. Seit ihr Mann Bernhard Bauernverbands-Präsident ist, ist er viel unterwegs, sie schmeißt dann den Hof. Wie das Pflügen. Das ist harte Arbeit, merkt man schnell als Beifahrer. Runter, wenden, wieder rauf. Das sieht einfach aus, ist es aber nicht. Rita Weiler muss exakte Linien fahren, mit Gefühl wenden. Im schweren Boden nicht immer ganz einfach. Es schockelt und ruckelt, eine Spazierfahrt ist das keine. „Jetzt ist der Boden schwer, da drückt er“, meint Rita Weiler, und geht die nächste Reihe an.

Ohne Lüftung unerträglich

„Im T-Shirt sitze ich hier nie“, sagt sie. Selbst an einem Herbsttag heizt die Sonne die Kabine auf. Ohne Lüftung wird's unerträglich. Und da kann man sich leicht einen Zug holen.

Der Fendt ist voller Elektronik, Schaltknüppel gibt es keine mehr, alles wird per Knopfdruck über so eine Art Joystick geregelt. Monitore zeigen Verbrauch, Leistung, Geschwindigkeit. Wer am Traktor-Lenkrad sitzt, braucht aber trotzdem Kraft. Fürs schlichte Drehen am Steuer und auch, um stundenlang sitzen zu können. Zwölf Stunden im Traktor, für Rita Weiler ist das keine Seltenheit. Zum Ausgleich macht sie viel Sport, Gymnastik. „Sonst könnte ich die Arbeit nicht machen.“ Und zur Unterhaltung läuft Bayern 1 bei der Arbeit.

„Ich mag das Gerade, die Ordnung“, sagt sie. „Das ist wie aufs Meer schauen“, meint sie beim Blick aus dem Rückfenster. Die Arbeit macht Rita Weiler, der Chefin, wie sie ihr Mann nennt, Spaß. Auch, weil man am Abend ganz genau sieht, was man geschafft hat. Gerade mit der ganzen Bürokratie und dem Papierkram kann man stundenlang wurzeln, und keiner sieht's.

Es gibt nicht mehr viele Familien, die wie die Weilers alleine von der Landwirtschaft leben. Rita Weiler sieht bei ihrer Arbeit oft keine Menschenseele. Früher war das anders, sagt sie. „Da hat man mal geredet, getratscht.“ Vorbei. „Schade.“

„Wie kann man nur gerne Traktor fahren“, ihr einer Sohn hat das früher immer gesagt. Die Chefin macht's jedenfalls gerne. „Mir wird nie langweilig.“ Die Leidenschaft fürs Traktorfahren hat sich offenbar immerhin auf den Enkel übertragen. Der darf ab und an bei der Oma mitfahren, wird auf den kleinen Sitz im Führerhaus festgeschnallt und ist glücklich. Daheim spielt er sogar Traktorfahren auf seinen Teppich-Feldern.

Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Wiedemann
    
    

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