publiziert: 12.05.2011 13:02 Uhr
aktualisiert: 05.01.2012 10:46 Uhr
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AKW: Der Riss im Rohr war immer da

Der Rohrstutzen im Primärkreislauf des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) hatte tatsächlich einen Riss: Wie der Leiter der Anlage, Reinhold Scheuring, am Donnerstag bekanntgegeben hat, beträgt seine Tiefe allerdings mit 0,35 Millimeter nur ein Zehntel der nach den auffälligen Messergebnissen vermuteten Größe.

  • Rohrstutzen aus dem Kernkraftwerk Der verdächtige Rohrstutzen aus dem Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (Im Bild ein Ausschnitt eines Vergleichsstücks) hatte tatsächlich einen Riss: Mit 0,35 Millimeter war er aber deutlich kleiner als angenommen. Betreiber E.ON schließt aus, dass die Anlage deswegen jemals unsicher gesewesen wäre.
    Josef Schäfer
  • Scheuring mit KKG-Rohr Der Leiter des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld, Reinhold Scheuring, mit einem Vergleichsstück des Rohrteils, das einen 0,35 Milimeter tiefen Riss hatte.
    Josef Schäfer
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Der Rohrstutzen im Primärkreislauf des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) hatte tatsächlich einen Riss: Wie der Leiter der Anlage, Reinhold Scheuring, am Donnerstag bekanntgegeben hat, beträgt seine Tiefe allerdings mit 0,35 Millimeter nur ein Zehntel der nach den auffälligen Messergebnissen vermuteten Größe.

Daher fühlt er sich in der Annahme bestätigt, dass der Befund keinen Einfluss auf die Sicherheit des Kernkraftwerks gehabt habe. "Die sicherheitstechnische Bewertung vom Juni 2010 hat weiterhin bestand." Erst eine Risstiefe von 19 Millimetern wäre bedenklich. Allerdings stammt der Schaden bereits aus den Anfangstagen des Kraftwerksbetriebs von 1982; die Hälfte des Risses sei bei den Justierungsarbeiten während der Inbetriebnahme der Anlage entstanden.

Grund für den "Mikroanriss", wie ihn Scheuring nennt: ein Herstellunsgfehler des Rohrstutzens. Die basis einer Nut im Rohrstutzen hätte nach den Konstruktionsunterlagen halbrund eingefräst werden müssen, sei aber rechtwinklig ausgeführt worden, was dem Teil Druckstabilität genommen habe. Dies hätten die Untersuchungen des ausgebauten Rohrstücks ergeben. Durch den Austausch, so Scheuring und die damit verbundenen Prüfungen werde sich die derzeit laufende Revision um vier Wochen bis Mitte Juni verzögern. Weitere aktuelle Informationen hier im Laufe des Tages.

Die Resultate der Ultraschallmessung hatten KKG-Betreiber E.ON im Januar in die Schlagzeilen gebracht, nachdem die Auffälligkeiten bekannt geworden waren. Danach war ein Riss vermutet worden, der nach den Berechnungen 2,7 Millimeter tief sein könnte. Um die Ursache des auffälligen Messprotokolls herauszufinden, war das Rohr bei der derzeit laufenen Revision ausgewechselt worden. In die Kritik ist E.ON geraten, weil der Befund schon im Juni 2010 aufgetaucht ist und der Betreiber dies zunächst nicht gemeldet hat. Kernkraftgegner hatten nach Bekanntwerden vergeblich gefordert, das Kernkraftwerk sofort abzuschalten, um den Rohrstutzen auszubauen, und nicht bis zur jetzigen revision zu warten.
mjs
    
    

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»Alle 15 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

Emwe (49 Kommentare) am 14.05.2011 02:17

Eckig statt halbrund!

... das schließe ich rundweg aus. Wer sich jemals mit der Qualit#ätssicherung bei solchen Komponenten beschäftigt hat wird mir Recht geben. Einen Tolerierungsantrag, eine Sonderfreigabe wäre dokumentiert, schließe ich aber - wegen wesentlich höheren Spannungsspitzen im Nutgrund - ebenfalls aus.
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blaubi (2806 Kommentare) am 13.05.2011 18:44

fachleute

...dafür gibts doch fachleute von den kraftwerksbetreibern, ob wirklich dieser "defekt" für unsere sicherheit gefährlich sein könnte. ob und inwieweit nun dieser riss ausschlaggebend für eine panikmacherei, das will ich mir net anmassen. auch net die selbsternannten fachleute, die diesen makel nicht gesehen haben.
wie so oft im leben, so vertraue ich den betreibern genau so wie dem metzger, dem gemüsehändler usw. ohne etwas vertrauen, da würde ich wohl tag und nacht net schlafen können, augen zu und durch.
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Du_di_ned_oo (2934 Kommentare) am 13.05.2011 13:38

Kernkraft vs. Ökostrom - Atom-GAU in Deutschland kostet 6000 Mrd. Euro

Ausschnitte aus Artikel der Financial-Times-Deutschland

Ökostrom ist zu teuer, argumentieren Kernkraftbefürworter. Jetzt reagiert der Branchenverband der erneuerbaren Energien mit einer Studie auf die Vorwürfe. Demnach wäre versicherter Atomstrom unverkäuflich.
Wenn es Haftpflichtversicherungen für Atomkraftwerke gäbe, wären sie so teuer, dass Atomstrom unbezahlbar wäre. Das haben Wissenschaftler von den "Versicherungsforen Leipzig" im Auftrag des Branchenverbands der erneuerbaren Energien (BEE) ausgerechnet. Die Versicherungssumme für einen Super-GAU in Deutschland betrage 6ooo Mrd. Euro. Atomstrom würde sich dadurch um mindestens 14 Cent pro Kilowattstunde verteuern - und wäre damit nicht nur deutlich teurer als Windstrom, sondern auch an der Strombörse unverkäuflich.
...
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kernkraft-vs-oekostrom-atom-gau-in-deutschland-kostet-6000-mrd-euro/60051113.html
(2)
Du_di_ned_oo (2934 Kommentare) am 13.05.2011 13:33

Atomausstieg : Kieler Justizminister (parteilos) will AKW ohne Entschädigung abschalten

Ausschnitt aus Artikel der Financial-Times-Deutschland
...
"Wir brauchen keinen Deal, um die Laufzeiten zu verkürzen", sagte er der FTD. "Das Grundgesetz gibt uns die Möglichkeit, Inhalt und Schranken des Eigentums per Gesetz festzulegen." Schmalfuß (parteilos) ist als Justizminister der schwarz-gelben Landesregierung auch für die Reaktorsicherheit im nördlichsten Bundesland zuständig.
Die Frage, ob ein Konsens mit den Eigentümern der Kernkraftwerke nötig ist, ist juristisch heftig umstritten. Mit Schmalfuß positioniert sich nun erstmals ein Vertreter des schwarz-gelben Lagers öffentlich. Im Jahr 2000 gab es bereits ein Gutachten aus dem damals grün geführten Bundesumweltministerium. Darin wird vorgerechnet, dass sich Investitionen in Atomkraftwerke nach 27 Betriebsjahren amortisiert und ausreichend verzinst hätten und Klagen gegen ein Laufzeitende daher kaum Aussicht auf Erfolg hätten.
...
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:atomausstieg-kieler-justizminister-will-akw-ohne-entschaedigung-abschalten/60051541.html
(1)
separater85 (37 Kommentare) am 13.05.2011 10:50

das hätte man... (Achtung Ironie)

bei früheren Revisionen bereits entdecken und austauschen müssen.. Aber damals hat man nur mal schnell geschaut ob die Fenster auch richtig geputzt sind und ob die Hygiene in der Kantine gegeben ist.. Ja und jetzt nach diesem Atommoratorium hat man neben der Kantine auch noch den Meiler entdeckt. Da gehen die Fachleute jetzt rein und schauen ob die Atome auch noch alle am rechten Fleck sind... die gehen ja jetzt im Frühling auch gerne mal raus.. husch husch sind sie weg, die Schlingel..So wie in Japan, da stehn jetzt alle drum rum um den Gau und glotzen doof die Gauleiter. Und alle versuchen die Atome wieder einzufangen.. Aber ich habe das Gefühl in Japan ist man auf die Situation vorbereitet, die haben wenigstens Equipment.. die haben Taschenlampen, Gummistiefel und jetzt wurde sogar was mit Sägespähnen abgedichtet. Da merkt man, es geht wieder mehr zurück zur Natur, zum Schluss kommt dann noch ein bisschen Laub über den Reaktor, da bildet sich dann Schorf.. Aber und hier, erhebe ich den Zeigefinger, zumindest solange ich noch kann ! Das ganze hat wenigstens zu einem Umdenken in der Gesellschaft geführt, jetzt wollen alle die Atomkraftwerke bei uns abschalten, die linken die rechten, die mitte, oben und unten, ja sogar die Grünen, vorausgesetzt dass nicht gerade ein bedrohtes Tier drin brütet, z.b. die Strahlenmilbe, oder wenn die Plutoniumkröte laicht, na dann gehts wahrscheinlich auch noch bisschen länger.. Das ganze finde ich bedrohlich!
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