publiziert: 05.02.2012 17:02 Uhr
aktualisiert: 05.02.2012 17:17 Uhr
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AWO kündigt Geschäftsführerin

Disput um Abfindung und Rolle beim Mehrgenerationenhaus

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schweinfurt hat ihrer langjährigen Geschäftsführerin Helga Königer „betriebsbedingt“ zum 30. Juni 2012 gekündigt. Sie ist von ihren Pflichten bis dahin freigestellt. Das wurde bei einem Gütetermin vor der 3. Kammer der Schweinfurter Zweigstelle des Arbeitsgerichts Würzburg bekannt..

  • Bild aus früheren Zeiten: Königer vor dem Mehrgenerationenhaus.
    Foto: Laszlo Ruppert
Bild von
Beide Seiten waren beim Termin lediglich durch ihre Anwälte vertreten. Die Königer-Anwältin äußerte, dass die Ex-Geschäftsführerin gerne bei der AWO bleiben würde und sich in ihrer Tätigkeit wohl gefühlt habe. Der Rechtsvertreter der AWO machte demgegenüber deutlich, dass eine Fortsetzung der Beschäftigung, die in Kündigungsschutzverfahren zunächst obenan steht, aufgrund des zerrütteten Vertrauensverhältnisses zwischen Königer und Vorstand nicht mehr vorstellbar sei. Auch der vorsitzende Richter erklärte, dass er „keine sinnvolle Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit sieht“.

Die beim Gütetermin genannte Abfindungsvorstellung von Klägerin Königer liegt bei 50 000 Euro. Für die AWO nannte ihr Anwalt demgegenüber eine Zahlung von maximal der Hälfte vorstellbar. Wegen der „sehr langen Beschäftigungszeit“ von Königer – sie war 20 Jahren für die AWO tätig – nannte der Vorsitzende als denkbare Summe zur friedlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Betrag von rund 38 000 Euro. Das Gehalt gedrittelt mal die Jahre.

Die Parteien haben bis Mai Zeit, sich dazu zu äußern. Laut AWO-Anwalt – nach der Verhandlung gegenüber dieser Zeitung – strebe der Wohlfahrtsverband eine gütliche Lösung an. Königer wurde betriebsbedingt mit der Begründung gekündigt, dass es bei der AWO einen Geschäftsführer in der bisherigen Form künftig nicht mehr gibt. Der Vorstand will eine wieder größere Verantwortlichkeit, weshalb es künftig die Position einer abgestuften Geschäftsstellenleitung anstelle der bisherigen Geschäftsführung gibt.

Zu einem Disput kam es zwischen den Anwälten wegen des Mehrgenerationenhauses und der Rolle, die Königer dabei gespielt haben soll. Das 2008 hoffnungsfroh gestartete Projekt am Kornmarkt war nach einem Vorstandsbeschluss zum Jahresende 2011 geschlossen worden, weil es wegen der verspäteten Anmeldung nicht ins neu aufgelegte Förderprogramm des Bundessozialministeriums aufgenommen worden war. Die Stadt hatte daraufhin ihre Anschlussfinanzierung versagt. Die AWO öffnete das Haus Anfang 2012 aber wieder, weil die 40 000-Euro-Förderung für 2012 zur Überraschung des neuen Vorstands doch floss. Ende dieses Jahres wird endgültig dicht gemacht.

Von unserem Redaktionsmitglied Hannes Helferich
    
    

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»Alle 18 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare

grassho (16 Kommentare) am 10.02.2012 15:12

Zu Gerechtigkeit

Wichtig ist es festzuestellen, dieser Artikel hier hat nichts, wirklich GARNICHTS, mit Gerechtigkeit zu tun. Für sie schiheb scheint es so zu sein aber für mich, der ich nichts mit AWO zu tun habe erlaube mir folgendes Urteil:

Die Wirklichkeit ist irgendwo zwischen diesen hier diskutierten Punkten.

Diese Kündigung hier, die vom neuen Vorstand ausgesprochen wurde, ist wohl legitim.

ABER ...

dies der Presse mitzuteilen was hier über Monate vermeldet wurde, das zeigt den wahren Charakter der AWO Schweinfurt - keine Menschlichkeit.
Es hätte gereicht die Kündigung ohne diesen Artikel auszusprechen aber nein ... es mußte dieser Weg gegangen werden ... deshalb wünsche ich allen die mit der AWO SW zu tun ... Hals und Beinbruch ... wird schon schief gehen, aber vor allem viel Kraft im Druck aushalten (Kunden oder Mitarbeiter ... egal) - ihr habt die unmenschlichte Organisation ausgesucht.
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schiheb (2 Kommentare) am 09.02.2012 20:41

Gerechtigkeit

An mephisto68, auch wenn Sie glauben das ich von Menschlichkeit keine Ahnung habe, so liegen Sie definitiv auf der falschen Seite! Das ich von Geschäftsführung Ahnung habe, ist nie von mir behauptet worden. Doch die AWO - Geschäftsführung hatte diese anscheinend auch nicht, denn tiefer als das AWO-Schiff schon von der "alten Besatzung" auf den Grund gefahren wurde geht es nicht mehr!!!
Der neue Vorstand hat jetzt wirklich viel zu regeln, da gebe ich Ihnen recht. Er muss jetzt alles "ausbaden" was von der alten Führung vermasselt wurde. Das kostet viel Zeit und Kraft - alles auch noch unentgeltlich, nicht zu vergessen dafür bekommt er keinen Cent nicht zu vergleichen mit dem ungerechtfertigten Lohn der Geschätsführung der auch jetzt noch fliesst!
Zum Thema Mitarbeiter: auch unter der Führung von Frau Königer wurden schon so viele Mitarbeiter sinnlos entlassen, versetzt oder gedemüdigt! Aber das wird ja alles unter den Teppich gekehrt. Wer hier arbeitet oder Kunde der AWO ist kann sich sein eigenes Urteil bilden, und weis auch wie die Wirklichkeit aussieht!
Ich bleibe bei meiner Meinung es ist schon vieles besser geworden und wird auch noch besser werden, auch wenn einige sich das Gegenteil wünschen! Danke neuer Vorstand und motivierte Mitarbeiter! grinsen
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mephisto68 (3 Kommentare) am 09.02.2012 14:21

Bessere Arbeitspolitik?

Lieber schiheb, an Ihrem Schreiben erkennt man sehr gut, dass Sie weder von Menschlichkeit noch von Geschäftsführung eine Ahnung haben!
In einem gebe ich Ihnen allerdings Recht: Jeder bekommt seinen Buckel voll!

Aus diesem Grund bin ich auch sehr gespannt, wie die neue Vorstandschaft das AWO-Schiff an die Wand fährt - es gehört nämlich schon etwas dazu, einen solchen Betrieb zu leiten. Dabei wünsche ich dem neuen Vorstand viel Spaß - ich bin davon überzeugt, dass sie sich mit dieser Kündigung selbst keinen Gefallen getan haben...
Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass der Vorstandschaft im Falle finanzieller Schwierigkeiten oder sonstiger Probleme auch wieder ein Grund einfallen wird, es Fr. Königer in die Schuhe zu schieben - und nicht vergessen: es wieder laut und deutlich in der Öffentlichkeit zu verbreiten, dass es ja auch jeder weiß!

Übrigens: Fr. Königer war wohl nicht die einzige Person, der gekündigt wurde. Mittlerweile sind meinen Informationen nach noch weitere Mitarbeiter entlassen worden bzw. befinden sich im Krankenstand. Somit ist es meinem Empfinden nach nicht ganz richtig hier von einer besseren Arbeitspolitik zu sprechen.
Aber das waren dann halt auch alles böse Menschen, von denen wir froh sind, dass sie nicht mehr bei der AWO sind, nicht wahr!?!
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Robby2 (2 Kommentare) am 08.02.2012 22:00

Ein Hoch auf Gerechtigkeit und Pressefreiheit

Wir leben in einem freiem Land mit einer Gott sei Dank freien Presse, wo es auch nicht mal ein Herr Wulff schafft, diese zu manipulieren.Ich bin fest davon überzeugt, das es Pressevertreter

Nicht mal ein Herr Wulff schafft es,die Presse still zu halten.Auch die Mainpost ist sicherlich nicht auf Insiderwissen von Vereinsvorständen angewiesen, wenn Mitgliederversammlungen, Gerichtstermine und anderes für die Presse frei zugänglich ist, und dies zurecht ! Auch von Misständen in anderen Vereinen ist schon mehr berichtet worden,

.
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schiheb (2 Kommentare) am 08.02.2012 20:53

Jeder kriegt sein Buckel voll!

Und die Gerechtigkeit siegt doch noch!!! Wenn auch erst noch 20 Jahren!

Das Leben menschlich gestalten - endlich jetzt bei der AWO eingezogen! Dank dem neuen Vorstand!!! Endlich auch mal unbefristete Arbeitsplätze für die Mitarbeiter! Darauf haben wir so lange verzichten müssen und so einige pädagogisch wertvolle Mitarbeiter mussten leider wieder gehen und Kinder, Eltern und Mitarbeiter darunter leiden. Mitarbeitern mit Familie und Kindern wurden die Stunden, obwohl Arbeit vorhanden gekürzt. Wie kann das sein? Und jetzt liest man aus der Zeitung das die Geschätsführung ein viel zu hohes Gehalt bekommen hat. Da hätten lieber mal die unterbezahlten und befristet eingestellten Mitarbeiter was vom dem "dicken Gehalt" abbekommen sollen! Aber es bleibt ja "Gott sei Dank" nicht´s unbestraft und jeder kriegt sein Buckel voll!
In diesem Sinne es kann nur besser für die AWO werden! Danke an den neuen Vorstand und die tollen Mitarbeiter! grinsen
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